
Die Sonnenfinsternis in Norddeutschland dürfte am Mittwochabend, 12. August 2026, in weiten Teilen gut zu sehen sein. Nach der aktuellen Prognose des Deutschen Wetterdienstes sorgt Hochdruckeinfluss überwiegend für trockenes Wetter und einen meist freien Himmel. Einzelne Wolken können den Blick auf die tief stehende Sonne allerdings regional unterbrechen. Besonders wichtig ist deshalb ein Standort mit freier Sicht zum westlichen bis nordwestlichen Horizont.
Der Deutsche Wetterdienst erwartet am Mittwoch in Norddeutschland insgesamt günstige Bedingungen. Dicke geschlossene Wolkendecken oder verbreitete Niederschläge zeichnen sich für den Zeitpunkt der Finsternis nicht ab. Im Norden und in Teilen der Mitte können jedoch einzelne Wolkenfelder unterwegs sein. Am ehesten betrifft das nach der DWD-Prognose Schleswig-Holstein. Dort ist deshalb nicht überall eine vollständig ungestörte Sicht garantiert.
Für Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern stehen die Chancen insgesamt gut. Auch an der Nordsee und Ostsee sowie im Binnenland soll Hochdruckeinfluss für trockenes Wetter sorgen. Da die Sonne während der Finsternis bereits sehr tief steht, können allerdings selbst kleine Quellwolken oder dünne Wolkenfelder genau am Horizont ausreichen, um einzelne Phasen zu verdecken.
Die vergleichsweise unsichersten Bedingungen zeichnen sich derzeit für Schleswig-Holstein ab. Einzelne Wolkenfelder könnten dort zeitweise vor die Sonne ziehen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Finsternis dort ausfällt. Die HAW-Sternwarte Kiel rechnet mit einem Beginn kurz nach 19 Uhr und einem Maximum kurz nach 20 Uhr. Gerade an der Küste sollte deshalb ein Standort gewählt werden, an dem der Horizont nach Westen und Nordwesten möglichst vollständig frei ist.
In Mecklenburg-Vorpommern sind die Aussichten ebenfalls günstig. Für Rostock nennt die Astronomische Station ein Maximum um 20.06 Uhr bei rund 87 Prozent bedeckter Sonnenfläche. Die Sonne steht dann bereits sehr niedrig. Gebäude, Bäume oder Geländeerhebungen können deshalb selbst bei wolkenlosem Himmel die Beobachtung verhindern.
Auch Niedersachsen und Bremen liegen nach dem aktuellen Wettertrend günstig. Der DWD erwartet für Niedersachsen am Mittwoch im Nordseeumfeld deutlich niedrigere Temperaturen als weiter im Binnenland. An der ostfriesischen Küste werden Werte um 22 Grad erwartet, während es landeinwärts von Nord nach Süd etwa 27 bis 32 Grad werden kann. Im Küstenumfeld ist auflandiger Wind spürbar.
Für Bremen kündigt die Walter-Stein-Sternwarte die Beobachtung der partiellen Sonnenfinsternis ab 19.14 Uhr an. Astronomisch dauert die partielle Phase dort bis etwa 21 Uhr, praktisch beendet der Sonnenuntergang gegen 20.58 Uhr die Beobachtungsmöglichkeit. Für Hannover erwartet die Volkssternwarte das Maximum gegen 20.09 Uhr. Rund 86 Prozent der sichtbaren Sonnenfläche sollen dann bedeckt sein.
In Hamburg beginnt die partielle Sonnenfinsternis gegen 19.14 Uhr. Das Maximum wird um 20.08 Uhr erreicht. Dann sind nach Angaben des Planetariums Hamburg rund 85,4 Prozent der Sonnenfläche bedeckt. Der Sonnenuntergang erfolgt gegen 20.54 Uhr und beendet dort die sichtbare Beobachtung.
In Kiel beginnt die Bedeckung gegen 19.13 Uhr. Das Maximum folgt gegen 20.06 Uhr bei rund 85 Prozent Bedeckung. Zum Sonnenuntergang gegen 20.56 Uhr ist die Sonne bereits wieder deutlich weniger verfinstert.
Für Rostock nennt die Astronomische Station einen Beginn gegen 19.12 Uhr und ein Maximum gegen 20.06 Uhr. Rund 87 Prozent der Sonnenfläche werden dann vom Mond verdeckt. Der Sonnenuntergang liegt dort bereits gegen 20.48 Uhr und beendet die Sichtbarkeit, bevor die partielle Phase astronomisch vollständig abgeschlossen ist.
In Hannover beginnt die Finsternis gegen 19.16 Uhr. Das Maximum wird gegen 20.09 Uhr erreicht, wobei rund 86 Prozent der sichtbaren Sonnenfläche bedeckt sind. Auch dort geht die Sonne unter, bevor der Mond die Sonnenscheibe astronomisch vollständig verlassen hat.
In Bremen beginnt die Finsternis um 19.14 Uhr. Das Maximum liegt gegen 20.08 Uhr bei rund 86 Prozent Bedeckung. Die partielle Phase würde rechnerisch bis etwa 21 Uhr dauern, die Sonne geht jedoch bereits gegen 20.58 Uhr unter.
Die besten Chancen haben Beobachter an offenen Standorten ohne Hindernisse in westlicher bis nordwestlicher Richtung. Küstenabschnitte, freie Felder oder erhöhte Standorte können deshalb günstiger sein als dicht bebaute Stadtgebiete. Entscheidend ist weniger ein vollständig wolkenloser Himmel als eine freie Zone genau dort, wo die Sonne kurz nach 20 Uhr nur noch wenige Grad über dem Horizont steht.
Besonders in Hannover zeigt sich, wie wichtig die Umgebung ist. Die Volkssternwarte weist darauf hin, dass die Sonne von ihrem Standort aus bereits vor dem Maximum hinter umliegenden Bäumen verschwindet. Ein meteorologisch perfekter Himmel allein garantiert deshalb noch keine gute Beobachtung.
Nur wenige Stunden später lohnt sich erneut der Blick zum Himmel. In der Nacht vom 12. auf den 13. August erreicht der Perseidenstrom sein Maximum. Auch dafür sieht die derzeitige Wetterentwicklung günstig aus. Der DWD erwartet nach der Sonnenfinsternis verbreitet nur geringe Bewölkung, sodass der Nachthimmel in weiten Teilen Norddeutschlands frei bleiben dürfte.
Das Planetarium Hamburg verbindet deshalb am Mittwoch beide Ereignisse bei seiner Langen Nacht der Astronomie. Für die Perseiden sind dunkle Standorte außerhalb heller Innenstädte besonders geeignet. Anders als bei der Sonnenbeobachtung sind für Sternschnuppen keine Filter oder Teleskope nötig. Ein möglichst großes freies Blickfeld verbessert die Chancen.
Auch bei einer Bedeckung von mehr als 80 Prozent darf niemals ungeschützt direkt in die Sonne geschaut werden. Das gilt ebenfalls bei tief stehender Sonne und bei dünnen Wolken. Für die direkte Beobachtung sind spezielle Sonnenfinsternisbrillen erforderlich.
Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt geeignete Schutzfilter für die direkte Sonnenbeobachtung. Entsprechende Sonnenfinsternisbrillen müssen für diesen Zweck vorgesehen sein und der Norm ISO 12312-2 entsprechen. Normale Sonnenbrillen, verrußtes Glas oder andere improvisierte Filter schützen die Augen nicht ausreichend.






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