Sonnenfinsternis im Süden: Hier stehen die Chancen auf freie Sicht besonders gut

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Die Sonnenfinsternis im Süden Deutschlands dürfte am Mittwochabend, 12. August 2026, vielerorts unter guten Wetterbedingungen zu sehen sein. In Bayern und Baden-Württemberg sprechen die aktuellen Prognosen überwiegend für einen klaren oder nur gering bewölkten Himmel. Besonders günstig sieht es in Franken, am Oberrhein und in weiten Teilen des baden-württembergischen Tieflands aus. Etwas unsicherer sind die Bedingungen unmittelbar an den Alpen. Dort können sich tagsüber Quellwolken entwickeln. Entscheidend ist ohnehin ein möglichst freier Blick nach Westnordwesten, denn die Sonne steht während der stärksten Verfinsterung bereits sehr tief.

DWD erwartet viel Sonne über Bayern und Baden-Württemberg

Über Süddeutschland dominiert am Mittwoch Hochdruckeinfluss. Der Deutsche Wetterdienst rechnet verbreitet mit viel Sonnenschein und sommerlichen bis heißen Temperaturen. Deutschlandweit werden 26 bis 35 Grad erwartet, am Oberrhein sind örtlich bis zu 37 Grad möglich. Bayern erreicht nach aktuellen regionalen Prognosen etwa 25 bis 32 Grad, wobei es vor allem in Franken besonders warm wird.

Auch Baden-Württemberg erlebt einen sonnigen und trockenen Sommertag. Für die Beobachtung der Sonnenfinsternis ist entscheidend, dass bis zum Abend keine größeren Wolkengebiete erwartet werden. Vor allem am Oberrhein zwischen Karlsruhe und Freiburg sowie in den tieferen Lagen Württembergs stehen die Chancen auf einen freien Horizont deshalb sehr gut.

Quellwolken über Alpen und Alb können örtlich stören

Die größten Unsicherheiten bestehen im Bergland. Über den Alpen können sich mit der Tageserwärmung Quellwolken bilden. Einzelne Schauer oder Gewitter unmittelbar am Alpenrand waren in vorherigen Prognosen noch nicht vollständig ausgeschlossen. Die Wetterlage hat sich für Mittwoch inzwischen jedoch stabilisiert. Der DWD erwartet für den Mittwoch keine signifikanten Wettergefahren, auch die Bergwetterprognosen beschreiben die Verhältnisse in den Bayerischen Alpen als überwiegend sonnig, trocken und stabil.

Auch über der Schwäbischen Alb und dem Schwarzwald können sich tagsüber einzelne Quellwolken entwickeln. Für Baden-Württemberg wird jedoch selbst im Bergland überwiegend trockenes Wetter erwartet. Zum Abend sollten die Chancen auf größere Wolkenlücken deshalb auch dort gut sein. Eine einzelne ungünstig platzierte Quellwolke kann die tief stehende Sonne dennoch zeitweise verdecken.

Hier sind die Chancen auf freie Sicht besonders gut

Besonders günstig erscheinen nach aktuellem Stand der Oberrheingraben mit Karlsruhe und Freiburg, das Rhein-Neckar-Gebiet sowie große Teile Nordbadens. Auch Stuttgart und das nördliche Württemberg haben grundsätzlich gute Wetterbedingungen. Wegen der Stuttgarter Kessellage ist dort allerdings weniger die Bewölkung als vielmehr der Horizont das Problem. Das Planetarium Stuttgart empfiehlt ausdrücklich einen erhöhten Standort mit möglichst freier Sicht nach Westen.

In Bayern sind Nürnberg und große Teile Frankens aussichtsreich. Auch rund um München und Augsburg wird überwiegend klarer Himmel erwartet. Je näher ein Standort allerdings an den Alpen liegt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass lokale Quellwolken den Blick kurzzeitig beeinträchtigen. Beobachter sollten deshalb den Westnordwesthorizont bereits vor Beginn der Finsternis prüfen.

Sonnenfinsternis in München, Nürnberg und Augsburg

In München beginnt die partielle Sonnenfinsternis gegen 19.23 Uhr. Die maximale Phase wird gegen 20.16 Uhr erreicht. Dann sind rund 88,8 Prozent der Sonnenfläche vom Mond bedeckt. Schon gegen 20.32 Uhr geht die weiterhin stark verfinsterte Sonne unter. Zu diesem Zeitpunkt sind noch etwa 60 Prozent der Sonnenfläche verdeckt.

In Augsburg beginnt die Finsternis ebenfalls gegen 19.23 Uhr. Das Maximum folgt gegen 20.16 Uhr mit etwa 88,8 Prozent Bedeckung. Sonnenuntergang ist während der noch laufenden Finsternis gegen 20.36 Uhr. In Nürnberg beginnt das Ereignis etwa um 19.21 Uhr, das Maximum folgt gegen 20.14 Uhr mit rund 87,8 Prozent. Sichtbares Ende ist dort der Sonnenuntergang gegen 20.38 Uhr.

Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg mit bis zu 90 Prozent Bedeckung

In Stuttgart beginnt die Finsternis gegen 19.22 Uhr. Das Maximum wird etwa um 20.16 Uhr erreicht. Rund 89,1 Prozent der Sonnenfläche sind dann verdeckt. Gegen 20.43 Uhr verschwindet die noch teilweise verfinsterte Sonne unter dem Horizont. Das Planetarium Stuttgart weist darauf hin, dass sie während des Maximums nur wenige Grad über dem Horizont steht.

Karlsruhe erlebt den Beginn ebenfalls gegen 19.22 Uhr. Das Maximum folgt etwa um 20.15 Uhr bei 89,2 Prozent Bedeckung. Sonnenuntergang ist gegen 20.47 Uhr. In Freiburg beginnt die Finsternis gegen 19.24 Uhr und erreicht um 20.17 Uhr ihren Höhepunkt. Mit etwa 90,3 Prozent wird dort unter den sechs Städten die stärkste Bedeckung erreicht. Die Sonne geht gegen 20.47 Uhr verfinstert unter.

Zeiten der Sonnenfinsternis im Überblick

Für München gelten 19.23 Uhr als Beginn, 20.16 Uhr als Maximum und etwa 20.32 Uhr als sichtbares Ende durch Sonnenuntergang. Die maximale Bedeckung liegt bei rund 88,8 Prozent. Augsburg folgt mit 19.23 Uhr, 20.16 Uhr und 20.36 Uhr sowie ebenfalls 88,8 Prozent.

In Nürnberg liegen die Zeiten bei etwa 19.21 Uhr, 20.14 Uhr und 20.38 Uhr, die Bedeckung erreicht 87,8 Prozent. Stuttgart kommt auf 19.22 Uhr, 20.16 Uhr und 20.43 Uhr bei 89,1 Prozent. Für Karlsruhe gelten 19.22 Uhr, 20.15 Uhr und 20.47 Uhr bei 89,2 Prozent. In Freiburg sind es 19.24 Uhr, 20.17 Uhr und 20.47 Uhr bei rund 90,3 Prozent.

Freier Westhorizont ist wichtiger als große Höhe

Ein möglichst hoher Standort hilft nur dann, wenn der Blick nach Westen beziehungsweise Westnordwesten nicht von Gebäuden, Bäumen oder Hügeln versperrt wird. Das Planetarium Stuttgart empfiehlt wegen der Kessellage ausdrücklich erhöhte Standorte und nennt die Sternwarten auf der Uhlandshöhe und in Welzheim als Beobachtungsmöglichkeiten. Die Stuttgarter Sternwarte öffnet bei geeignetem Wetter zur Finsternis.

Auch die Regiomontanus-Sternwarte in Nürnberg weist auf den entscheidenden freien Westhorizont hin. Dort ist die Horizontsicht gut, nach Angaben der Sternwarte aber nicht vollständig frei. Generell eignen sich deshalb freie Anhöhen, Feldränder oder andere Flächen ohne Hindernisse in Richtung Westnordwest besser als Plätze mitten zwischen hohen Gebäuden.

Nach der Sonnenfinsternis folgen die Perseiden

Wer nach Sonnenuntergang weiter zum Himmel schaut, bekommt in derselben Nacht ein zweites astronomisches Ereignis. Die Perseiden erreichen in der Nacht zum Donnerstag ihren Höhepunkt. Besonders günstig ist 2026, dass der 12. August zugleich Neumond ist. Störendes Mondlicht fehlt damit praktisch vollständig.

Das Hauptmaximum wird für die frühen Morgenstunden des 13. August erwartet, ungefähr gegen 4 Uhr. Unter ideal dunklem Himmel sind während des Maximums theoretisch hohe Meteorraten möglich. Tatsächlich sichtbar sind an einem einzelnen Standort meist deutlich weniger Sternschnuppen. Die Wetterbedingungen bleiben im Süden günstig: In Baden-Württemberg werden nachts nur wenige Wolken erwartet, auch Bayern dürfte verbreitet klar bleiben.

Sonnenfinsternis nur mit geeigneter Schutzbrille beobachten

Auch bei fast 90 Prozent Bedeckung darf die Sonne niemals ungeschützt betrachtet werden. Normale Sonnenbrillen sind nicht geeignet. Empfohlen werden spezielle Sonnenfinsternisbrillen, die für die direkte Sonnenbeobachtung nach der Norm ISO 12312-2 vorgesehen sind. Beschädigte oder verkratzte Filter dürfen nicht verwendet werden.

Besonders gefährlich ist der Blick durch Ferngläser, Teleskope oder Kameraobjektive ohne passenden Sonnenfilter vor der Optik. Solche Geräte bündeln die Sonnenstrahlung. Eine sichere Alternative ohne direkte Sonnenbeobachtung ist beispielsweise die Projektion des Sonnenbildes mit einer Lochkamera. Der Schutz bleibt während der gesamten partiellen Finsternis nötig, auch unmittelbar vor Sonnenuntergang.

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