1&1 erweitert Glasfaserangebot und macht der Telekom Konkurrenz

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Grzegorz Walczak

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Der Internetanbieter 1&1 baut seine Präsenz auf dem deutschen Glasfasermarkt aus. Durch eine neue Kooperation mit GlasfaserPlus erhält das Unternehmen Zugang zu einem Netz, an dem auch die Deutsche Telekom beteiligt ist. Perspektivisch sollen rund 2,7 Millionen zusätzliche Haushalte erreicht werden. Ein Vergleich aktueller Glasfasertarife zeigt zudem, dass Kunden bei 1&1 über die ersten zwei Vertragsjahre deutlich weniger bezahlen können.

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1&1 und GlasfaserPlus vereinbaren langfristige Zusammenarbeit

Die Unternehmen haben ihre Kooperation am 15. Oktober 2026 bekannt gegeben. 1&1 soll künftig eigene Internet- und Telefonieangebote über die Glasfaserleitungen von GlasfaserPlus bereitstellen können. Dafür wird das bundesweite Transportnetz von 1&1 mit den lokalen Netzen des Infrastrukturbetreibers verbunden.

Nach Unternehmensangaben vergrößert sich die potenzielle Reichweite zunächst um rund 2,7 Millionen Haushalte. Besonders betroffen sind ländliche Regionen sowie kleine und mittlere Städte. Die Vereinbarung schließt auch Gebiete ein, in denen GlasfaserPlus erst in den kommenden Jahren neue Leitungen verlegen wird.

Glasfaser-Tarife: 1&1 kann deutlich günstiger sein

Für Verbraucher ist neben der zusätzlichen Anbieterauswahl vor allem der Preis interessant. Die aktuell veröffentlichten Tarifbedingungen zeigen beim Gigabit-Anschluss mit bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde einen spürbaren Unterschied.

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Bei 1&1 kostet der entsprechende Glasfasertarif in einem angebotenen Vertragsmodell während der ersten sechs Monate keine monatliche Grundgebühr. Vom siebten Monat an werden 74,99 Euro fällig. Hinzu kommt ein einmaliger Bereitstellungspreis von 49,95 Euro. Daraus ergeben sich über 24 Monate Gesamtkosten von 1.399,77 Euro.

Die Telekom bewirbt ihren Gigabit-Tarif auf ihrer Angebotsseite mit 19,95 Euro monatlich während der ersten drei Monate und anschließend 72,95 Euro. Der Bereitstellungspreis beträgt 69,95 Euro. Über 24 Monate summieren sich diese Positionen auf 1.661,75 Euro.

Beispielrechnung über 24 Monate, ohne zusätzliche Rabatte und Routerkosten:
1&1 Glasfaser 1.000: 1.399,77 €
Telekom Glasfaser 1.000: 1.661,75 €

Rechnerischer Preisvorteil bei 1&1: 261,98 Euro.

Der Unterschied entsteht vor allem durch die längere beitragsfreie Anfangsphase bei 1&1. Nach Ablauf der jeweiligen Aktionen liegt die monatliche Grundgebühr bei 1&1 in diesem Beispiel sogar etwas höher als bei der Telekom. Zusätzliche Gutschriften, Routerkosten und individuelle Angebote können den tatsächlichen Gesamtpreis verändern.

Telekom ist selbst an GlasfaserPlus beteiligt

Die Zusammenarbeit ist auch wegen der Eigentümerstruktur bemerkenswert. GlasfaserPlus gehört der Deutschen Telekom und dem Infrastrukturinvestor IFM Global Infrastructure Fund. Das Gemeinschaftsunternehmen will bis 2034 rund vier Millionen Haushalte und Unternehmensstandorte mit Glasfaser erschließen.

Anders als klassische Internetanbieter verkauft GlasfaserPlus selbst keine Endkundentarife. Stattdessen stellt das Unternehmen seine Leitungen verschiedenen Telekommunikationsanbietern zur Verfügung. Dieses sogenannte Open-Access-Modell ermöglicht mehrere konkurrierende Internetangebote über dieselbe physische Infrastruktur.

Für 1&1 ist die Zusammenarbeit ein weiterer Schritt beim Ausbau seines Festnetzangebots. Schon seit 2022 besteht eine Vereinbarung mit der Deutschen Telekom zur Nutzung von deren eigenen Glasfaseranschlüssen.

Nicht alle 2,7 Millionen Haushalte können sofort wechseln

Trotz der neuen Vereinbarung ist ein Glasfaseranschluss von 1&1 nicht automatisch an jedem Standort im GlasfaserPlus-Netz bestellbar. Die betreffenden Anschlüsse befinden sich teilweise noch im Ausbau oder in unterschiedlichen Vermarktungsphasen.

Ein einheitliches Datum, ab dem die neuen Tarife in sämtlichen betroffenen Gebieten gebucht werden können, haben die Unternehmen zunächst nicht genannt. Interessenten müssen daher die Verfügbarkeit für ihre konkrete Adresse prüfen.

Für den deutschen Glasfasermarkt bedeutet die Kooperation eine zusätzliche Wahlmöglichkeit. Kunden können künftig in weiteren Regionen zwischen unterschiedlichen Verträgen wählen, obwohl die physische Glasfaserleitung vom selben Netzbetreiber stammt.

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