Globalfoundries denkt nach Milliarden-Ausbau bereits an nächste Erweiterung in Dresden

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der US-amerikanische Halbleiterhersteller Globalfoundries will seinen Produktionsstandort in Dresden langfristig weiterentwickeln. Während bereits 1,1 Milliarden Euro in den Ausbau der Chipfertigung fließen, stehen zusätzliche Investitionen im Raum. Eine mögliche weitere Ausbaustufe ab 2028 mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro ist allerdings noch nicht verbindlich beschlossen. Das Unternehmen bestätigte am Freitag, 16. Oktober 2026, langfristige Wachstumsabsichten, ließ konkrete Angaben zu weiteren Bauprojekten jedoch offen.

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Globalfoundries investiert 1,1 Milliarden Euro in Dresden

Der laufende Ausbau von Globalfoundries in Dresden trägt den Projektnamen SPRINT. Am 9. Oktober feierte der Halbleiterhersteller Richtfest für den Erweiterungsbau. Das Vorhaben soll die Produktionskapazitäten deutlich erhöhen und die Fertigung moderner Halbleiter für die europäische Industrie stärken.

Die bisherige Reinraum- und Laborfläche von rund 60.000 Quadratmetern wird um etwa 5.000 Quadratmeter erweitert. Bis Ende 2028 soll die Produktionskapazität auf mehr als eine Million Siliziumwafer mit einem Durchmesser von 300 Millimetern jährlich steigen. Auf diesen Wafern entstehen die elektronischen Schaltkreise, die anschließend zu einzelnen Chips verarbeitet werden.

Für das Ausbauprojekt sind Investitionen von insgesamt 1,1 Milliarden Euro vorgesehen. Davon werden rund 495 Millionen Euro durch staatliche Beihilfen im Rahmen des European Chips Act unterstützt. Die Europäische Kommission genehmigte die Förderung bereits im Dezember 2025.

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Weitere Investitionen von 1,5 Milliarden Euro noch offen

Über das laufende Ausbauprojekt hinaus erwägt Globalfoundries zusätzliche Investitionen in Dresden. Das Handelsblatt berichtete am Freitag unter Berufung auf Standortchef Manfred Horstmann über eine mögliche weitere Erweiterung ab 2028 mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro. Horstmann hatte die langfristigen Ausbauperspektiven auf einer Kundenveranstaltung in München vorgestellt.

Ein Unternehmenssprecher bestätigte diese konkrete Investitionssumme anschließend jedoch nicht. Der aktuelle Ausbau sei als erste Phase einer längerfristigen Entwicklung vorgesehen. Weitere Schritte seien von den Marktbedingungen abhängig.

Damit steht zwar fest, dass Globalfoundries den Standort über das bisherige Projekt hinaus ausbauen möchte. Für die nächste Ausbaustufe gibt es jedoch noch keine verbindlich bestätigte Investitionsentscheidung. Auch der mögliche Bau weiterer eigenständiger Chipfabriken ist bislang nicht konkret angekündigt.

Neue Halbleitertechnologie soll ab 2028 gefertigt werden

Neben zusätzlichen Produktionskapazitäten bereitet der Konzern die Einführung einer neuen Chiptechnologie vor. Unter dem Namen FDX Fusion entwickelt Globalfoundries eine Plattform für besonders energieeffiziente Halbleiter, deren Fertigung 2028 in Dresden beginnen soll.

Die Technologie soll unter anderem industrielle Steuerungen, Sensorik und Anwendungen mit künstlicher Intelligenz unterstützen. Dazu gehören Systeme, die Informationen aus ihrer Umgebung erfassen, verarbeiten und darauf reagieren können.

Globalfoundries setzt dabei auf eine Weiterentwicklung seiner FD-SOI-Technologie. Diese kombiniert digitale Rechenfunktionen mit weiteren elektronischen Eigenschaften und soll insbesondere bei anspruchsvollen industriellen Anwendungen Vorteile beim Energieverbrauch bieten.

Halbleiterstandort Dresden gewinnt international an Bedeutung

Die geplante Erweiterung fügt sich in umfangreiche Investitionen in die Halbleiterproduktion in Sachsen ein. Neben Globalfoundries baut auch Infineon seine Fertigung in Dresden aus. Zudem entsteht dort mit der European Semiconductor Manufacturing Company eine weitere große Chipfabrik unter Beteiligung des taiwanischen Konzerns TSMC sowie Bosch, Infineon und NXP.

Das neue Gemeinschaftswerk soll nach bisherigen Planungen im zweiten Halbjahr 2027 die Produktion aufnehmen. Schwerpunkt sind Halbleiter für die Automobilindustrie.

Die Region rund um Dresden gilt unter dem Namen Silicon Saxony als bedeutendster Mikroelektronikstandort Europas. Nach Angaben des sächsischen Wirtschaftsministeriums umfasst das Branchennetzwerk rund 3.600 Unternehmen mit mehr als 80.000 Beschäftigten. Bis 2040 wird ein Anstieg auf etwa 100.000 Arbeitsplätze angestrebt.

Europäische Chipproduktion soll unabhängiger werden

Der Ausbau der Halbleiterproduktion in Sachsen ist auch Teil einer umfassenderen europäischen Industriestrategie. Mit dem European Chips Act unterstützt die Europäische Union zusätzliche Fertigungskapazitäten, um die Versorgung mit wichtigen elektronischen Bauteilen widerstandsfähiger zu machen.

Halbleiter werden unter anderem in Fahrzeugen, Maschinen, Kommunikationssystemen und kritischer Infrastruktur benötigt. Zusätzliche Fertigungskapazitäten innerhalb Europas sollen Unternehmen mehr Möglichkeiten bieten, entsprechende Bauteile regional zu beziehen.

Mit dem laufenden SPRINT-Ausbau leistet Globalfoundries dazu bereits einen konkreten Beitrag. Wie umfangreich die nächste Investitionsphase in Dresden ausfallen wird, hängt dagegen von weiteren unternehmerischen Entscheidungen und der Marktentwicklung ab.

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