
Am Freitagabend, dem 25. April 2026, zeigt das ZDF ab 22:00 Uhr die Dokumentation „Tschernobyl 1986″. Anlass ist der 40. Jahrestag der Nuklearkatastrophe, die sich am 26. April 1986 ereignete – eine der schlimmsten und folgenreichsten Industriekatastrophen der Menschheitsgeschichte. Die ZDF-Doku beleuchtet die Ereignisse rund um die Explosion des Reaktorblocks 4 im Kernkraftwerk Tschernobyl, die Reaktion der Sowjetunion und die weitreichenden Langzeitfolgen für Mensch, Natur und Politik in aller Welt.
In der Nacht vom 25. auf den 26. April 1986 explodierte im Kernkraftwerk Tschernobyl (heutige Ukraine, damals Sowjetunion) der Reaktorblock 4 infolge eines fehlerhaft durchgeführten Sicherheitstests. Die Explosion und der anschließende Brand setzten gewaltige Mengen radioaktiven Materials frei – etwa 400-mal so viel wie die Atombombe, die im Zweiten Weltkrieg auf Hiroshima abgeworfen wurde. Eine radioaktive Wolke breitete sich über weite Teile Europas aus und war auch in Deutschland, Schweden, Polen und der heutigen Tschechischen Republik messbar.
Die unmittelbaren Folgen waren verheerend: Zwei Arbeiter starben in der Explosionsnacht, weitere 28 Einsatzkräfte erlagen in den folgenden Wochen den direkten Folgen der akuten Strahlenkrankheit. Über 350.000 Menschen mussten dauerhaft evakuiert werden, die Stadt Prypjat nahe dem Kraftwerk wurde zu einer Geisterstadt. Die Sperrzone rund um den Unglücksreaktor ist bis heute unbewohnt und gilt als eines der eindrücklichsten und bedrückendsten Mahnmale menschlichen Technologieversagens und politischen Versagens.
Bis heute ist die genaue Zahl der Langzeitkranken und indirekten Todesopfer unter Wissenschaftlern umstritten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von Zehntausenden zusätzlichen Krebserkrankungen aus, Umweltorganisationen wie Greenpeace nennen deutlich höhere Zahlen. Die Katastrophe beschleunigte zudem den politischen Verfall der Sowjetunion und beförderte die Reformpolitik von Glasnost und Perestroika unter dem damaligen Generalsekretär Michail Gorbatschow.
Die ZDF-Dokumentation zum 40. Jahrestag wirft einen umfassenden und vielschichtigen Blick auf das Unglück und seine bis heute andauernden Nachwirkungen. Zeitzeug:innen, Wissenschaftler und Historiker kommen zu Wort; authentische Archivaufnahmen aus der Sowjetzeit und aktuelle Bilder aus der Sperrzone machen deutlich, wie tief das Ereignis bis heute in das kollektive Gedächtnis der betroffenen Bevölkerungen und der ganzen Welt eingeschrieben ist. Auch die Frage, welche Lehren die internationale Gemeinschaft aus Tschernobyl gezogen hat – oder hätte ziehen müssen – wird gestellt und kritisch diskutiert.
Gerade im Kontext der globalen Debatte über Kernkraft, Klimawandel und Energieversorgungssicherheit ist der Rückblick auf Tschernobyl aktueller denn je. Länder wie Frankreich, Polen oder die Tschechische Republik setzen weiter auf Atomenergie als Teil ihrer Klimastrategie, während Deutschland nach dem Fukushima-Unglück 2011 den Atomausstieg beschlossen und im April 2023 vollzogen hat. Die Debatte darüber, ob dieser Schritt richtig war, ist bis heute nicht abgeschlossen.
Die Dokumentation „Tschernobyl 1986″ läuft am Freitag, 25. April 2026, ab 22:00 Uhr im ZDF. Die Sendung ist im Anschluss auch in der ZDF Mediathek abrufbar. Ein Pflichttermin für alle, die Geschichte, Politik und Wissenschaft verbinden möchten.
Weitere TV-Highlights heute: James Bond Casino Royale auf RTL2 ab 20:15 Uhr – der Bond-Klassiker mit Daniel Craig als 007.
Quellen: ZDF-Programmvorschau, WHO-Berichte zur Tschernobyl-Katastrophe, Bundesamt für Strahlenschutz, eigene Recherche (April 2026)
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