
Münster. Künstlerische Arbeiten von Menschen mit Behinderungen stehen ab Sonntag, 9. August 2026, im Mittelpunkt einer neuen Ausstellung in Münster. Das Kunsthaus Kannen der Alexianer zeigt insgesamt 96 Werke und vergibt zugleich erstmals den Kunsthaus Kannen Preis.
Die Schau trägt den Titel „AUSGEZEICHNET! Kunsthaus Kannen Preis 2026“ und läuft bis zum 20. September. Neben einer Fachjury können auch die Besucherinnen und Besucher über eine Auszeichnung entscheiden. Der Eintritt ist während der gesamten Ausstellung frei.
Nach Angaben der Alexianer haben sich 96 Kunstschaffende an dem Wettbewerb beteiligt. Viele von ihnen präsentieren ihre Arbeiten erstmals im Kunsthaus Kannen. Die eingereichten Werke umfassen Malerei, Zeichnungen, Druckgrafiken, Fotografien und plastische Arbeiten. Dadurch entsteht ein breiter Einblick in unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen.
Eine sechsköpfige Jury entscheidet über die ersten drei Plätze. Dabei sollen unter anderem die Originalität, die Wirkung eines Werkes und die handwerkliche Umsetzung berücksichtigt werden. Außerdem spielt die Eigenständigkeit der künstlerischen Idee eine Rolle.
Auch das Publikum kann sich an der Auswahl beteiligen. Besucherinnen und Besucher dürfen während der gesamten Laufzeit für ihr bevorzugtes Werk abstimmen. Die Arbeit mit den meisten Stimmen erhält anschließend einen eigenen Publikumspreis.
Mit dem neuen Wettbewerb will das Kunsthaus Kannen die Arbeiten von Menschen mit Behinderungen stärker sichtbar machen. Die Einrichtung versteht sich zugleich als Ausstellungsort und integrative Begegnungsstätte. Kunst soll dort unabhängig von Ausbildung, Lebenslauf oder möglichen Einschränkungen wahrgenommen werden.
Die Ausstellung beginnt am Sonntag, 9. August, um 14 Uhr. Veranstaltungsort ist das Kunsthaus Kannen am Alexianerweg 9 in Münster. Zur Eröffnung sprechen Claudia Bergmann, Direktorin der Eingliederungshilfe, sowie die Leiterin des Kunsthauses, Dr. Katja Watermann. Auch Joseph Lange wirkt an der Einführung mit.
Für die musikalische Begleitung ist das Trio „Der vierte Mann“ angekündigt. Anschließend führt Meike Detert die Gäste durch die Ausstellung. Das Gebäude ist nach Angaben der Veranstalter vollständig barrierefrei zugänglich.
Die Gewinnerinnen und Gewinner des Kunsthaus Kannen Preises werden am Sonntag, 13. September, bekannt gegeben. Die Preisverleihung beginnt um 14 Uhr und findet ebenfalls im Kunsthaus statt. Dann wird auch das Ergebnis der Publikumsabstimmung veröffentlicht.
Der erste Preis umfasst einen Gutschein für Künstlerbedarf im Wert von 300 Euro. Darüber hinaus erhält die ausgezeichnete Person die Möglichkeit, eine eigene Ausstellung im Foyer des Kunsthauses Kannen zu gestalten. Damit ist der Hauptpreis nicht nur mit einer materiellen Anerkennung verbunden. Er bietet zugleich zusätzliche Öffentlichkeit für das künstlerische Schaffen.
Für den zweiten Platz ist ein Gutschein im Wert von 200 Euro vorgesehen. Der dritte Preis ist mit 100 Euro ausgestattet. Auch die Gewinnerin oder der Gewinner des Publikumspreises erhält Kunstbedarf im Wert von 100 Euro.
Die Ausstellung bleibt nach der Preisverleihung noch eine weitere Woche geöffnet. Bis zum 20. September können Interessierte die 96 Wettbewerbsbeiträge sehen. Dadurch besteht auch nach der Bekanntgabe der prämierten Werke die Möglichkeit, sich ein eigenes Bild von der Auswahl zu machen.
Der Kunsthaus Kannen Preis wird 2026 erstmals vergeben. Das zugrunde liegende Ausstellungsformat knüpft jedoch an frühere Präsentationen des Hauses an. So wurde das Werk „Ferdi Fisch, der alle erschreckt“ von Franzi Röckmann bereits im Zusammenhang mit der Ausstellung „AUSGEZEICHNET“ im vergangenen Jahr gezeigt.
Mit dem neuen Preis erhält das Format nun einen Wettbewerbscharakter. Gleichzeitig bleibt der Zugang bewusst niedrigschwellig, denn der Besuch der Ausstellung sowie der Eröffnungs- und Preisverleihungsveranstaltung ist kostenlos.
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