
Eine Gleitschirmpilotin aus Oberösterreich hat im österreichischen Pinzgau eine Kollision mit einem Kleinflugzeug überlebt. Der Unfall ereignete sich am Samstag gegen 13.15 Uhr oberhalb der Pinzgauer Hütte bei Piesendorf. Die 44-Jährige war mit ihrem Gleitschirm in der Luft, als es zum Zusammenstoß mit einer Cessna kam, die von einem 28-jährigen Tiroler gesteuert wurde.
Bei der Kollision wurde der Hauptschirm der Frau schwer beschädigt. Nach Angaben, die ORF Salzburg wiedergab, traf der Propeller der Maschine den Gleitschirm. Die Pilotin löste daraufhin ihren Rettungsschirm aus und konnte auf einer nahe gelegenen Forststraße landen. Anschließend wurde sie mit dem Polizeihubschrauber zum Flughafen Zell am See gebracht.
Auch der Pilot der Cessna konnte die Maschine nach dem Zusammenstoß sicher landen. Er war nach den vorliegenden Angaben auf einem Alpenrundflug unterwegs und flog vom Glemmtal in Richtung Zell am See. An der Maschine verfingen sich demnach Teile des Gleitschirms und Leinen. Schwere Folgen für die Landung wurden zunächst nicht bekannt.
Zunächst war von einem unverletzten Ausgang die Rede. Später erklärte die Alpinpolizei laut ORF Salzburg, die Gleitschirmpilotin sei offenbar leicht verletzt worden und habe sich selbstständig in ärztliche Behandlung begeben. Der 28-jährige Pilot blieb nach den vorliegenden Angaben unverletzt.
Die genauen Hintergründe blieben zunächst offen. Nach der aktualisierten Darstellung war die Gleitschirmpilotin zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes im Geradeausflug unterwegs. Frühere Angaben zu einem Flugmanöver wurden später relativiert. Warum es zur Annäherung der Cessna an den Gleitschirm kam, war zunächst nicht geklärt. Die Ermittlungen liefen weiter.
Der Fall ist auch über Österreich hinaus relevant, weil Zusammenstöße in der Luft in der allgemeinen Luftfahrt zu den besonders gefährlichen Szenarien gehören. Die europäische Luftsicherheitsagentur EASA nennt Kollisionen in der Luft einen der zentralen Risikobereiche der General Aviation. In den EASA-Mitgliedstaaten gibt es im Durchschnitt sechs tödliche Kollisionen pro Jahr mit insgesamt 13 Todesopfern.
In Österreich werden Unfälle und schwere Störungen in der Zivilluftfahrt durch die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes untersucht, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen. Ziel ist nach Behördenangaben die Feststellung möglicher Ursachen und die Vermeidung ähnlicher Vorfälle. Die Paragleiter-Kollision Piesendorf steht damit für einen Vorfall, der über den unmittelbaren Unfallhergang hinaus zur Diskussion über Luftraumsicherheit im Alpenraum beiträgt.
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