Die Anstalt heute: Das sind Thema und Gäste der 100. Folge

Helen Dorn Verdammte Familie – ZDF Krimi heute Abend
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100. Ausgabe von Die Anstalt heute bei 3sat

3sat zeigt am heutigen Sonntag, 26. Juli 2026, um 20.15 Uhr die Jubiläumsausgabe der politischen Kabarettsendung Die Anstalt. Die rund 70-minütige Folge ist die 100. Ausgabe des Formats und trägt im Streamingangebot den Titel Die AntifAnstalt 100. Im Mittelpunkt stehen die zunehmende politische Radikalisierung und die Frage, wie sich eine demokratische Gesellschaft gegen Extremismus und Angriffe auf ihre Grundordnung verteidigen kann. Die Anstalt heute ist eine Wiederholung der ZDF-Erstausstrahlung vom Dienstag, 21. Juli 2026, die dort um 22.15 Uhr begann.

Gestaltet wird die Jubiläumssendung vom Stammensemble mit Max Uthoff, Maike Kühl und Claus von Wagner. Die drei Kabarettisten verbinden politische Analyse mit szenischen Rollen, Dialogen und zugespitzten Darstellungen gesellschaftlicher Konflikte. Die Regie führte wie bei zahlreichen früheren Ausgaben Frank Hof. Nach der Anstalt setzt 3sat sein Kabarettprogramm um 21.26 Uhr mit Johann König findet: Fitness ist was Wunderbares fort.

Diese Gäste wirken in der Jubiläumsausgabe mit

Für die 100. Ausgabe hat die Redaktion mehrere Gäste aus Schauspiel, Comedy, Kabarett und Musik eingeladen. Dabei sind der Schauspieler und Komiker Christian Tramitz, der Satiriker und heute-show-Reporter Lutz van der Horst sowie die Schauspielerin und Kabarettistin Gisa Flake. Zum Ensemble gehört außerdem Julia Gámez Martin, die bereits in früheren Ausgaben von Die Anstalt mitgewirkt hat. Den musikalischen Teil übernimmt die Hamburger Band Die Sterne.

Die Gäste werden nicht nur mit voneinander getrennten Auftritten präsentiert. Entsprechend dem Konzept der Sendung sind sie in das jeweilige Bühnengeschehen und die erzählerische Struktur der Ausgabe eingebunden. Die Jubiläumsfolge ist damit keine reine Rückschau auf frühere Höhepunkte. Sie greift ein aktuelles politisches Thema auf und verbindet dieses mit Erinnerungen an die Entwicklung des Formats und seine bisherigen hundert Ausgaben.

Wehrhafte Demokratie und politische Radikalisierung

Thematisch beschäftigt sich die Sendung mit der Wehrhaftigkeit der Demokratie angesichts wachsender politischer Radikalisierung. Dabei werden unterschiedliche Positionen und gesellschaftliche Reaktionen in satirischen Szenen dargestellt. Die Sendung untersucht, welche Mittel ein demokratischer Staat gegen Extremismus einsetzen kann und wo dabei politische, rechtliche oder gesellschaftliche Grenzen verlaufen.

Im Vorfeld der Ausstrahlung hatte zudem die kurzfristige Absage eines geplanten Auftritts des Musikers Danger Dan eine öffentliche Debatte ausgelöst. Vorgesehen war die Aufführung seines Liedes Keine Angst, das sich mit Widerstand gegen Rechtsextremismus befasst. Das ZDF erklärte, der Text könne als Aufruf zu Gewalt und Selbstjustiz verstanden werden und stehe damit möglicherweise im Widerspruch zu den Programmrichtlinien. Mitglieder des ZDF-Fernsehrates kritisierten die Entscheidung. Die Redaktion von Die Anstalt greift die Ausladung innerhalb der Ausgabe selbst kritisch auf. Danger Dan gehört jedoch nicht zu den auftretenden Gästen der ausgestrahlten Fassung.

Politisches Theater statt fester Rubriken

Die Anstalt unterscheidet sich in ihrem Aufbau von klassischen Kabarettsendungen mit einzelnen, voneinander unabhängigen Solonummern. Jede Ausgabe ist weitgehend einem Schwerpunktthema gewidmet und wird als eigenes politisches Theaterstück inszeniert. Bühnenbild, Rollen und Handlung wechseln entsprechend der jeweiligen Fragestellung. Wiederkehrende feste Rubriken gibt es kaum.

Ein Markenzeichen ist die sogenannte Tafelnummer, bei der politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Zusammenhänge anhand von Schaubildern erläutert werden. Hinzu kommen Rollenspiele, Parodien realer Personen und Dialoge, in denen unterschiedliche Positionen aufeinandertreffen. Die Aussagen der Sendung werden durch ein Rechercheteam vorbereitet. Zu den einzelnen Ausgaben veröffentlicht das ZDF umfangreiche Faktenchecks und Quellenlisten.

Nachfolgeformat startete im Februar 2014

Die erste Ausgabe von Die Anstalt lief am 4. Februar 2014 im ZDF. Das Format trat die Nachfolge von Neues aus der Anstalt an, das zuvor von Urban Priol und zuletzt Frank-Markus Barwasser als Erwin Pelzig moderiert worden war. Mit dem Neustart übernahmen Max Uthoff und Claus von Wagner die Gastgeberrollen und entwickelten ein stärker monothematisches und ensembleorientiertes Konzept.

Seit Juni 2024 gehört Maike Kühl zum festen Team. Die Sendungen werden seither in wechselnden Konstellationen von Uthoff, Kühl und von Wagner getragen. Kühl war zuvor bereits mehrfach als Gast aufgetreten. Nach Angaben des ZDF wird Die Anstalt gewöhnlich achtmal pro Jahr ausgestrahlt.

Die Jubiläumsfolge kann unabhängig vom heutigen Sendetermin im Streamingangebot von ZDF und 3sat abgerufen werden. In der 3sat-Mediathek ist die Ausgabe nach aktuellem Stand bis zum 25. Juli 2028 verfügbar.

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