
Der ARD-Thriller Zero ist heute Abend um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen. Der deutsche Fernsehfilm führt in ein Berlin der nahen Zukunft, in dem digitale Plattformen, staatliche Interessen und anonyme Netzaktivisten aufeinanderprallen. Im Mittelpunkt steht die Online-Journalistin Cynthia Bonsant, gespielt von Heike Makatsch. Sie soll über die Gruppe Zero recherchieren und stößt dabei auf Hinweise, die weit über eine gewöhnliche Netzaktion hinausreichen.
Der Film wurde 2021 erstmals im Ersten ausgestrahlt und basiert auf dem Roman Zero von Marc Elsberg. Die Vorlage beschäftigt sich mit der Frage, wie weit Datensammlung, Verhaltenssteuerung und algorithmische Empfehlungen in das private Leben eingreifen können. Damit passt der Film auch Jahre nach seiner Erstausstrahlung in eine Debatte, die durch künstliche Intelligenz, personalisierte Apps und digitale Überwachung weiter an Bedeutung gewonnen hat.
Die Handlung beginnt mit einem illegalen Eingriff in ein vertrauliches Treffen. Kameradrohnen dringen in eine Zusammenkunft von Carl Montik ein, einem Vorstandsmitglied des mächtigen Internetkonzerns Freemee. Bei dem Treffen sind auch Regierungsmitglieder anwesend. Die Drohnen übertragen die Bilder live ins Internet. Kurz darauf bekennt sich die anonyme Aktivistengruppe Zero zu der Aktion.
Cynthia Bonsant wird von ihrem Chefredakteur Tony Brenner auf die Recherche angesetzt. Aus einer journalistischen Aufgabe wird für sie bald eine persönliche und gefährliche Spurensuche. Für Freemee ist der Vorfall ein Angriff auf die eigene Machtstellung, für die Öffentlichkeit wirft er Fragen über die Rolle des Konzerns und der Politik auf.
Heike Makatsch spielt Cynthia Bonsant als Journalistin, die zunächst professionell Distanz wahren will. Doch die Geschichte rückt näher an ihr eigenes Leben heran, als ihre Tochter Viola in den Einflussbereich von Zero gerät. Die Gruppe rekrutiert die Jugendliche heimlich für ihre Aktivitäten. Dadurch verschiebt sich der Konflikt: Es geht nicht mehr nur um eine Recherche, sondern auch um Vertrauen, Schutz und die Frage, wie leicht junge Menschen von digitalen Bewegungen erreicht werden können.
Gleichzeitig steht der Internetkonzern Freemee im Zentrum des Films. Seine Algorithmen versprechen den Nutzern Orientierung, Optimierung und ein besseres Leben. Die sogenannten Act Apps geben Empfehlungen für Entscheidungen im Alltag. Cynthia entdeckt Hinweise darauf, dass diese Systeme mit dem Tod eines Jugendlichen in Verbindung stehen könnten. Der Film behauptet daraus keine einfache Schuldfrage, sondern erzählt von einer Welt, in der technische Systeme Verantwortung verwischen.
Die Hauptrolle der Cynthia Bonsant übernimmt Heike Makatsch. Sabin Tambrea spielt Carl Montik, das Gesicht des Internetkonzerns Freemee. Axel Stein ist als Tony Brenner zu sehen, der Cynthia mit der Recherche beauftragt. Luise Emilie Tschersich spielt Cynthias Tochter Viola. Matthias Weidenhöfer ist als Geoff Pesceur besetzt, Pit Bukowski spielt die Figur Zero.
Regie führte Jochen Alexander Freydank. Das Drehbuch stammt von Johannes W. Betz. Produziert wurde Zero unter anderem für den WDR und Das Erste. Der Film ist auf 90 Minuten angelegt und verbindet Thrillerhandlung mit Science-Fiction-Elementen.
Zero geht auf den gleichnamigen Bestseller-Thriller von Marc Elsberg zurück. Elsberg ist bekannt für Stoffe, die technische und gesellschaftliche Risiken in zugespitzte Unterhaltung übersetzen. Die ARD ordnete den Film bei seiner Erstausstrahlung in einen Near-Future-Schwerpunkt ein, zusammen mit den Filmen Das Haus und Ich bin dein Mensch.
Diese Perspektive ist für Zero entscheidend, weil der Film keine weit entfernte Zukunft entwirft. Er nimmt Entwicklungen auf, die schon heute erkennbar sind: Tracking, personalisierte Profile, digitale Selbstoptimierung, politische Kommunikation im Netz und die wachsende Macht großer Plattformen.
Seit der Erstausstrahlung im November 2021 hat sich die öffentliche Debatte über digitale Systeme weiter verschoben. Künstliche Intelligenz, automatisierte Empfehlungen und algorithmische Sichtbarkeit prägen heute noch stärker, welche Inhalte Menschen sehen und welche Daten Unternehmen auswerten können. Zero greift diese Fragen in Form eines Thrillers auf, ohne daraus ein technisches Lehrstück zu machen.
Zero bietet heute Abend keinen klassischen Krimi, sondern einen datenpolitischen Thriller mit Science-Fiction-Anteil. Die Geschichte verbindet Journalismus, digitale Überwachung, Aktivismus, Konzerninteressen und familiäre Konflikte. Im Ersten läuft Zero heute um 20:15 Uhr. Wer realistische Zukunftsstoffe mag, bekommt einen Film, der nah an gegenwärtigen Debatten bleibt und seine Spannung aus der Frage zieht, wie viel Macht technische Systeme über menschliches Verhalten gewinnen können.
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