Eddie Howe verlässt Newcastle nach fast fünf Jahren

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Der Eddie-Howe-Rücktritt bei Newcastle United ist offiziell. Der englische Premier-League-Klub bestätigte am Freitag, dass der 48-Jährige sein Amt als Cheftrainer aus eigenem Entschluss niedergelegt hat. Howe erklärte, nach einer Phase persönlicher Überlegungen sei für ihn der richtige Zeitpunkt gekommen, zurückzutreten, neue Kraft zu sammeln und eine Pause einzulegen. Einen neuen Trainer präsentierte Newcastle zunächst nicht. Der Deutsche Matthias Jaissle gilt übereinstimmenden Berichten zufolge als aussichtsreichster Nachfolger.

Howe begründet Rücktritt mit notwendiger Pause

Howe sprach in seiner Abschiedserklärung von einer schwierigen, aber aus seiner Sicht richtigen Entscheidung. Er habe fast fünf Jahre lang sein Leben, sein Herz und seine ganze Energie in den Klub investiert. Nun sei ein Rückzug sowohl in seinem eigenen Interesse als auch im Interesse von Newcastle die beste Lösung.

Konkrete Konflikte mit der Vereinsführung nannte Howe nicht. Der Trainer dankte ausdrücklich den Eigentümern, der sportlichen Führung, seinen Mitarbeitern, den Spielern und den Anhängern. Zugleich äußerte er sich positiv über die Zukunft des Vereins. Gesicherte Angaben über weitere Motive für seinen Rücktritt gab es zunächst nicht.

Newcastle erklärte, Howes Entscheidung akzeptiert zu haben. Geschäftsführer David Hopkinson würdigte dessen Leistungen und Führung. Auch Sportdirektor Ross Wilson bedankte sich für die Zusammenarbeit. Gemeinsam mit Howe verlassen die Trainer Jason Tindall, Graeme Jones, Stephen Purches und Simon Weatherstone sowie Leistungschef Dan Hodges den Verein.

Vom Abstiegskandidaten in die Champions League

Howe hatte Newcastle im November 2021 übernommen. Zu diesem Zeitpunkt stand die Mannschaft auf dem vorletzten Tabellenplatz und hatte noch kein Premier-League-Spiel gewonnen. Unter dem früheren Bournemouth-Trainer stabilisierte sich das Team und beendete die Saison 2021/22 auf Rang elf.

In der folgenden Spielzeit führte Howe Newcastle auf den vierten Platz und damit erstmals seit 20 Jahren wieder in die Champions League. In der Saison 2023/24 erreichte der Klub Rang sieben. Ein Jahr später wurde Newcastle Fünfter und qualifizierte sich erneut für die Königsklasse. Die abgelaufene Saison 2025/26 endete dagegen nur auf dem zwölften Tabellenplatz. Newcastle verlor 17 seiner 38 Ligaspiele.

Über seine gesamte Amtszeit betreute Howe die Mannschaft in rund 230 Pflichtspielen. Sein Punkteschnitt lag dabei bei etwa 1,7 Zählern pro Begegnung. In der Premier League absolvierte Newcastle unter ihm 179 Spiele, von denen 84 gewonnen wurden. Neben zwei Qualifikationen für die Champions League erreichte der Klub unter Howe zweimal das Endspiel des englischen Ligapokals.

League-Cup-Sieg beendet lange Wartezeit

Der größte Erfolg seiner Amtszeit war der Gewinn des League Cups im März 2025. Newcastle setzte sich im Finale im Londoner Wembley-Stadion mit 2:1 gegen den FC Liverpool durch. Dan Burn und Alexander Isak erzielten die Tore.

Für Newcastle war es der erste bedeutende nationale Titel seit 70 Jahren. Zugleich endete eine 56 Jahre dauernde Wartezeit auf einen großen Titel überhaupt. Bereits 2023 hatte Howe die Mannschaft ins League-Cup-Finale geführt. Damals unterlag Newcastle Manchester United mit 0:2.

Sein letztes Spiel als Newcastle-Trainer war die 1:4-Niederlage im Vorbereitungsspiel gegen den Zweitligisten Bristol City. Der Klub steht damit wenige Wochen vor Beginn der neuen Premier-League-Saison vor einem personellen Neustart. Newcastle erklärte lediglich, die Suche nach einem neuen Cheftrainer befinde sich in einem fortgeschrittenen Stadium.

Matthias Jaissle gilt als Favorit

Als wahrscheinlicher Nachfolger wird Matthias Jaissle gehandelt. Eine offizielle Bestätigung durch Newcastle oder seinen derzeitigen Verein Al-Ahli lag zunächst nicht vor. Auch über einen unterschriebenen Vertrag oder eine endgültige Einigung gab es zunächst keine gesicherten Angaben.

Der 38-Jährige arbeitet seit 2023 für Al-Ahli in Saudi-Arabien. Zuvor trainierte er unter anderem die U18 von Red Bull Salzburg, den österreichischen Zweitligisten FC Liefering und anschließend die Profimannschaft von Salzburg. Mit dem Klub gewann er 2022 und 2023 die österreichische Meisterschaft sowie 2022 den nationalen Pokal.

Bei Al-Ahli führte Jaissle eine mit internationalen Spielern besetzte Mannschaft. 2025 gewann der Klub unter ihm erstmals die asiatische Champions League. In der folgenden Saison verteidigte Al-Ahli den Titel. Damit steigerte der Deutsche sein internationales Ansehen deutlich.

Zwischen Newcastle und Al-Ahli besteht zudem eine Verbindung über den saudi-arabischen Staatsfonds PIF. Dieser hält die Mehrheitsanteile an Newcastle und gehört zu den Eigentümern mehrerer großer saudischer Klubs, darunter Al-Ahli. Daraus allein lässt sich jedoch keine bereits abgeschlossene Nachfolgeregelung ableiten. Offiziell bestätigt war am Freitag nur, dass Newcastle bei der Trainersuche weit fortgeschritten ist.

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