
Ein Unfall auf der A4 bei Bautzen hat am Freitagabend, 9. Oktober 2026, eine fast vierstündige Vollsperrung ausgelöst. Ein Renault Alaskan mit Anhänger geriet gegen 20 Uhr auf der Fahrt in Richtung Görlitz ins Schleudern. Auf dem Anhänger befand sich ein weiterer Pkw. Nach dem Zusammenstoß mit einer Schutzplanke entfernte sich der Fahrer zu Fuß. Bei der Unfallaufnahme wurde festgestellt, dass der Pick-up, der Anhänger und das transportierte Auto etwa eine Stunde zuvor im Raum Dresden entwendet worden waren.
Der Unfall ereignete sich auf dem Autobahnabschnitt zwischen den Anschlussstellen Salzenforst und Bautzen-West. Nach Angaben der Polizeidirektion Görlitz verlor der Fahrer kurz hinter Salzenforst aus bislang ungeklärter Ursache die Kontrolle über den Renault Alaskan. Das Gespann geriet ins Schleudern. Der Anhänger kippte um und trennte sich vom Zugfahrzeug.
Der Renault prallte anschließend gegen die Schutzplanke am rechten Fahrbahnrand. Der auf dem Anhänger transportierte Hyundai Genesis blieb auf dem Dach liegen. Damit waren nicht nur das Zugfahrzeug, sondern auch der Anhänger und dessen Ladung in den Unfall verwickelt. Wie schnell der Fahrer unterwegs war, welche Umstände zum Kontrollverlust führten und ob weitere Fahrzeuge beteiligt waren, ging aus der Mitteilung der Polizei nicht hervor.
Der betroffene Abschnitt liegt östlich von Dresden auf der Autobahnverbindung über Bautzen nach Görlitz. In Fahrtrichtung Görlitz musste die Strecke wegen der Unfallaufnahme und der Bergung zeitweise vollständig gesperrt werden.
Unmittelbar nach dem Unfall soll der Fahrer den Renault verlassen haben. Ein Augenzeuge schilderte der Polizei, dass die Person aus dem Wagen sprang und über die Schutzplanke in unbekannte Richtung davonlief. Die Einsatzkräfte leiteten daraufhin eine Fahndung ein.
Bei der Suche kamen nach offiziellen Angaben ein Fährtenhund und ein Polizeihubschrauber zum Einsatz. Trotz dieser Maßnahmen gelang es zunächst nicht, den Fahrer ausfindig zu machen. Auch am Samstagmittag meldete die Polizeidirektion Görlitz noch keinen Fahndungserfolg.
Zur Identität und zum Alter des Gesuchten machte die Behörde zunächst keine Angaben. Ebenso gab es keine bestätigten Informationen darüber, ob der Fahrer bei dem Unfall verletzt wurde. Die Polizei nannte außerdem keine gesicherten Gründe für seine Flucht. Dass er sich vom Unfallort entfernte, geht aus der dokumentierten Zeugenaussage hervor. Welche Rolle er beim vorausgegangenen Diebstahl spielte, war zunächst nicht geklärt.
Bei der Aufnahme des Unfalls ergab sich eine weitere Erkenntnis: Nicht nur der Renault Alaskan, sondern das gesamte Gespann samt geladenem Hyundai Genesis war zuvor entwendet worden. Nach Angaben der Polizeidirektion Görlitz verschwanden die Fahrzeuge gegen 19 Uhr von einem Firmengelände im Bereich Dresden. Zwischen diesem Zeitpunkt und dem Unfall auf der A4 lag demnach ungefähr eine Stunde.
Wo genau sich das betroffene Firmengelände befindet, wie die Fahrzeuge dort entwendet wurden und ob mehrere Personen beteiligt waren, blieb zunächst offen. Die Polizei machte auch keine Angaben dazu, auf welchem Weg der Fahrer zur Autobahn gelangte. Ob er selbst am Diebstahl beteiligt war, ist durch seine Fahrt mit dem entwendeten Gespann nicht bewiesen.
Für die Ermittlungen zum Diebstahl ist nach der Polizeimitteilung die Polizeidirektion Dresden zuständig. Der Unfall selbst wurde durch die für den Autobahnabschnitt zuständigen Einsatzkräfte im Bereich Bautzen aufgenommen. Eine Festnahme oder ein Abschluss der Ermittlungen wurde bis Samstag zunächst nicht gemeldet.
Die Unfallstelle musste für die Aufnahme des Geschehens und die Bergung geräumt werden. Dabei waren mehrere Fahrzeuge und der umgekippte Anhänger zu bergen. Das Technische Hilfswerk unterstützte nach Angaben der Polizei die Arbeiten vor Ort. Die A4 blieb für knapp vier Stunden vollständig gesperrt.
Die Polizei schätzte den entstandenen Sachschaden zunächst auf 91.000 Euro. Es handelt sich um eine vorläufige Summe, nicht um eine abschließende Bewertung der Schäden an den einzelnen Fahrzeugen oder der Infrastruktur. Eine Aufteilung des Betrags auf den Pick-up, den Anhänger, den Hyundai und die Schutzplanke wurde nicht veröffentlicht.
Die hohe Schadenssumme erklärt sich zumindest teilweise durch die Beteiligung mehrerer Fahrzeuge. Neben dem Renault und dem transportierten Hyundai war auch der Anhänger betroffen. Wie stark die einzelnen Fahrzeuge beschädigt wurden und ob sie noch instand gesetzt werden können, war zunächst nicht bekannt.
Der Fall beschäftigt zwei Polizeidirektionen in Sachsen. Während die Polizeidirektion Görlitz über den Unfall auf der Autobahn informierte, liegt die Zuständigkeit für die Ermittlungen zum vorherigen Diebstahl bei der Polizeidirektion Dresden.
Unklar blieb zunächst, ob die Fahrzeuge bereits vor dem Unfall zur Fahndung ausgeschrieben waren. Auch dazu, ob der Fahrer allein unterwegs war oder weitere Personen an der Entwendung des Gespanns beteiligt gewesen sein könnten, lagen keine gesicherten Angaben vor.
Offen war am Samstag zudem, ob bei dem Unfall Menschen verletzt wurden. Die Polizei veröffentlichte zunächst keine entsprechenden Informationen. Auch zur weiteren Fahndung nach dem Fahrer gab es zunächst keine zusätzlichen gesicherten Angaben.
Fest steht, dass das Fahrzeuggespann rund eine Stunde vor dem Unfall im Raum Dresden entwendet wurde, anschließend auf der A4 bei Bautzen verunglückte und der Fahrer zu Fuß verschwand. Trotz der Suche mit Fährtenhund und Polizeihubschrauber blieb er nach dem bis Samstag veröffentlichten Ermittlungsstand unauffindbar.
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