Adidas steigert Rekordgewinn

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

Teilen:

Der Sportartikelhersteller Adidas hat im dritten Quartal 2026 neue Rekordwerte bei Umsatz und operativem Gewinn erzielt. Der Konzern aus Herzogenaurach bestätigte am Donnerstag, 29. Oktober, seine bereits veröffentlichten vorläufigen Ergebnisse und die angehobene Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Während das Unternehmen in Nordamerika, China und weiteren Märkten deutlich zulegte, ging der Umsatz in Europa zurück. Zusätzlich profitierte Adidas von einer umfangreichen Erstattung amerikanischer Einfuhrzölle.

Anzeige

Adidas steigert Umsatz auf 7,25 Milliarden Euro

Der Umsatz von Adidas lag im dritten Quartal 2026 bei 7,252 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg um neun Prozent. Bereinigt um Wechselkursschwankungen lag das Wachstum bei sieben Prozent. Damit erreichte der Sportartikelhersteller den höchsten Quartalsumsatz seiner Unternehmensgeschichte.

Noch stärker entwickelte sich das operative Ergebnis. Der Gewinn aus dem laufenden Geschäft stieg um 37 Prozent auf 1,008 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor lag er bei 736 Millionen Euro. Die operative Marge verbesserte sich von 11,1 auf 13,9 Prozent.

Auch unter dem Strich verdiente Adidas deutlich mehr. Das Nettoergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen erhöhte sich um 48 Prozent auf 711 Millionen Euro. Im entsprechenden Vorjahresquartal lag es bei 482 Millionen Euro.

Anzeige

Bekleidung und Direktvertrieb treiben das Wachstum

Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit Sportbekleidung. Währungsbereinigt stiegen die Erlöse in diesem Bereich um 19 Prozent. Zuwächse verzeichnete Adidas insbesondere mit Fußballbekleidung sowie Produkten aus den Bereichen Running, Training und Originals.

Beim Schuhgeschäft blieb der Umsatz dagegen insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres. Im direkten Verkauf an Verbraucher legten die Schuhumsätze allerdings um sechs Prozent zu.

Auch der eigene Vertrieb entwickelte sich positiv. Über die Onlineshops und eigenen Geschäfte stiegen die währungsbereinigten Erlöse zusammen um 17 Prozent. Der Onlinehandel wuchs um 18 Prozent, das Geschäft in eigenen Filialen um 16 Prozent. Im Großhandel lag das Plus lediglich bei zwei Prozent.

Vorstandschef Bjørn Gulden erklärte, dass sich die Investitionen in Produktentwicklung und Marketing auszahlten. Besonders in den Bereichen Fußball, Laufen und Training habe Adidas seine Position gestärkt. Gleichzeitig verwies er auf anhaltende Schwierigkeiten im Markt für modische Freizeitschuhe. Hohe Lagerbestände und Preisnachlässe im Handel belasteten dieses Geschäft weiterhin.

Europa schwächelt trotz internationaler Zuwächse

Die regionale Entwicklung fiel unterschiedlich aus. In nahezu allen großen Märkten außerhalb Europas erzielte Adidas zweistellige Wachstumsraten.

In Nordamerika stiegen die währungsbereinigten Umsätze um zwölf Prozent. Im Großraum China lag das Plus bei 13 Prozent, in Lateinamerika bei 16 Prozent und in Japan sowie Südkorea bei 19 Prozent.

Europa bildete dagegen die Ausnahme. Hier gingen die währungsbereinigten Umsätze im dritten Quartal um vier Prozent zurück. Adidas begründete die Entwicklung unter anderem mit einem zurückhaltenden Großhandelsgeschäft. Angesichts hoher Lagerbestände und umfangreicher Rabattaktionen bei Freizeitschuhen belieferte das Unternehmen seine Handelspartner vorsichtiger.

Hinzu kamen zeitliche Verschiebungen bei Auslieferungen im Zusammenhang mit einer Umstellung der Unternehmenssoftware in Teilen Europas. Bestimmte Umsätze sollen dadurch erst im vierten Quartal erfasst werden. Der direkte Verkauf an Verbraucher entwickelte sich nach Unternehmensangaben auch in Europa positiv.

US-Zollerstattungen erhöhen den Gewinn

Ein wesentlicher Faktor für das verbesserte Quartalsergebnis war eine Erstattung amerikanischer Einfuhrzölle. Adidas erhielt im dritten Quartal rund 200 Millionen Euro zurück.

Diese Zahlung wirkte sich positiv auf die Bruttomarge aus. Sie verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,5 Prozentpunkte und lag bei 54,3 Prozent.

Neben der Erstattung trugen nach Unternehmensangaben Verkäufe zu regulären Preisen und die günstigere Zusammensetzung der Vertriebskanäle zur höheren Marge bei. Belastend wirkten dagegen negative Wechselkurseffekte sowie höhere US-Zölle.

Die Erstattung ist damit ein wichtiger Sondereffekt des Rekordquartals. Die operative Verbesserung beruht allerdings nicht ausschließlich auf dieser Zahlung, sondern auch auf dem gewachsenen Geschäft und der Entwicklung der Verkaufspreise.

Adidas bestätigt höhere Gewinnprognose für 2026

Bereits am 20. Oktober hatte Adidas seine Erwartungen für das Gesamtjahr erhöht. Mit der Veröffentlichung der endgültigen Quartalsergebnisse am 29. Oktober bestätigte das Unternehmen diese Prognose.

Für 2026 rechnet Adidas nun mit einem operativen Gewinn von rund 2,5 Milliarden Euro. Zuvor hatte das Unternehmen etwa 2,3 Milliarden Euro erwartet.

Die neue Prognose berücksichtigt sowohl das verbesserte operative Geschäft als auch die amerikanischen Zollerstattungen. Nach Berechnungen des Konzerns könnten die zusätzlichen Erträge zunächst ein Betriebsergebnis von rund 2,6 Milliarden Euro ermöglichen.

Adidas plant allerdings, im vierten Quartal zusätzlich rund 100 Millionen Euro zu investieren, um die Voraussetzungen für künftiges profitables Wachstum zu verbessern. Dadurch liegt das erwartete Jahresergebnis bei rund 2,5 Milliarden Euro.

Die Umsatzerwartung bleibt unverändert. Währungsbereinigt rechnet das Unternehmen für 2026 weiterhin mit einem Wachstum zwischen neun und zehn Prozent.

Neunmonatsumsatz erreicht 20,6 Milliarden Euro

Auch die Bilanz für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres zeigt deutliche Zuwächse. Der Umsatz lag bei 20,587 Milliarden Euro und damit zehn Prozent über dem Vorjahresniveau. Währungsbereinigt erreichte das Wachstum elf Prozent.

Das operative Ergebnis erhöhte sich um 21 Prozent auf 2,287 Milliarden Euro. Die operative Marge stieg auf 11,1 Prozent. Das Nettoergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen lag bei 1,593 Milliarden Euro und damit 23 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert.

Gleichzeitig verringerte Adidas seine Lagerbestände im Vergleich zum Ende des zweiten Quartals um vier Prozent auf rund 5,7 Milliarden Euro.

Vorstandschef Gulden zeigte sich angesichts dieser Entwicklung zuversichtlich, die gesetzten Jahresziele erreichen zu können. Er verwies insbesondere auf die Nachfrage nach Sportartikeln, die internationale Entwicklung der Marke und die laufenden Investitionen in neue Produkte.

Mit den bestätigten Zahlen setzt Adidas seinen Wachstumskurs fort. Der deutliche Umsatzrückgang in Europa und der positive Sondereffekt aus den US-Zollerstattungen zeigen zugleich, dass die Ergebnisse regional und bei den einzelnen Ertragsquellen unterschiedlich ausfallen.

Aktienreaktion zunächst noch offen

Die Adidas Quartalszahlen 2026 lagen bereits vor Beginn des regulären Xetra-Haupthandels vor. Eine belastbare Kursreaktion auf die bestätigten Ergebnisse ließ sich am Donnerstag um 08:15 Uhr noch nicht feststellen. Der reguläre Xetra-Handel beginnt um 09:00 Uhr.

Mit MS-Aktuell immer ohne Paywall lesen
Bei Google bevorzugen

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu