
Der Sportartikelhersteller Adidas hat im dritten Quartal 2026 so viel Umsatz und Betriebsgewinn erzielt wie noch nie in einem Vierteljahr. Nach vorläufigen Zahlen vom Dienstag, 20. Oktober, stiegen die Erlöse auf mehr als 7,25 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis überschritt erstmals die Marke von einer Milliarde Euro. Neben dem laufenden Geschäft trug eine umfangreiche Erstattung zuvor gezahlter US-Zölle zu den Rekordwerten bei. Für das Gesamtjahr hebt der DAX-Konzern seine Gewinnprognose deutlich an.
Der Umsatz von Adidas erhöhte sich im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 7,252 Milliarden Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte erreichte das Wachstum sieben Prozent. Noch stärker entwickelte sich das Betriebsergebnis, das um 37 Prozent von 736 Millionen auf 1,008 Milliarden Euro zulegte. Beide Kennzahlen erreichten nach Unternehmensangaben neue Quartalshöchststände.
Auch die Profitabilität verbesserte sich erheblich. Die Bruttomarge, die das Verhältnis zwischen Umsatz und den unmittelbar zugehörigen Herstellungskosten widerspiegelt, stieg um 2,5 Prozentpunkte auf 54,3 Prozent. Adidas profitierte dabei von Verkäufen zu regulären Preisen. Belastungen entstanden hingegen durch ungünstige Währungseffekte. Die Entwicklung zeigt, dass der Konzern trotz schwieriger Rahmenbedingungen im internationalen Sportartikelgeschäft höhere Erlöse und verbesserte Margen erzielen konnte.
Ein wesentlicher Bestandteil des außergewöhnlich hohen Quartalsergebnisses war eine Erstattung von US-Zöllen. Adidas erhielt nach eigenen Angaben im dritten Quartal den Großteil der entsprechenden Forderungen zurück. Der finanzielle Effekt erreichte rund 200 Millionen Euro und trug zur Verbesserung der Bruttomarge bei. Der Rekordgewinn beruht damit nicht ausschließlich auf höheren Verkäufen und operativen Verbesserungen, sondern auch auf einem Sondereffekt.
Die Gewinnprognose für das Gesamtjahr steigt von bisher rund 2,3 Milliarden auf nun etwa 2,5 Milliarden Euro. Adidas rechnet aufgrund der höheren Profitabilität des laufenden Geschäfts mit rund 100 Millionen Euro zusätzlichem Betriebsergebnis. Zusammen mit der Zollerstattung von rund 200 Millionen Euro ergibt sich zunächst ein rechnerisches Gewinnpotenzial von etwa 2,6 Milliarden Euro. Davon will der Konzern im vierten Quartal rund 100 Millionen Euro in zusätzliche Maßnahmen investieren, die seine künftige Ertragskraft stärken sollen.
An der Börse wurden die neuen Zahlen positiv aufgenommen. Die Adidas-Aktie hatte den regulären Xetra-Handel am Dienstag bereits beendet, bevor das Unternehmen um 18.34 Uhr seine Ergebnisse veröffentlichte. Nach Angaben des Börsendienstes MarketScreener lag der Xetra-Schlusskurs bei 158,10 Euro. Im nachbörslichen Handel erreichte die Aktie gegen 19.17 Uhr rund 162,75 Euro und notierte damit etwa 2,9 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs.
Mit der höheren Gewinnprognose setzt Adidas seine wirtschaftliche Entwicklung des laufenden Jahres fort. Bereits im zweiten Quartal hatte der Konzern einen Rekordumsatz erzielt, zugleich aber erhebliche zusätzliche Mittel für Marketingaktivitäten rund um die Fußball-Weltmeisterschaft eingesetzt. Die Umsatzprognose für 2026 bleibt unverändert: Währungsbereinigt erwartet Adidas weiterhin ein Wachstum zwischen neun und zehn Prozent. Die vollständigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal will das Unternehmen am 29. Oktober 2026 veröffentlichen. Dann sollen weitere Einzelheiten zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung vorliegen.
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