Airbus plant deutlich kleineres Wasserstoffflugzeug mit 80 Plätzen

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Airbus konkretisiert seine Pläne für ein Verkehrsflugzeug mit Wasserstoffantrieb. Im Rahmen des Entwicklungsprojekts ZEROe soll zunächst eine Maschine für rund 80 Passagiere entstehen. Die angestrebte Reichweite liegt bei etwa 1.850 Kilometern. Damit würde der europäische Flugzeugbauer erstmals ein eigenes Verkehrsflugzeug entwickeln, das für weniger als 100 Fluggäste ausgelegt ist.

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Die neuen Eckdaten nannte Lars Wagner, Chef der Airbus-Zivilflugzeugsparte, am 14. Oktober 2026 bei einem Gespräch mit Journalisten in Toulouse. Demnach konzentriert sich Airbus bei seinem ersten Wasserstoffflugzeug auf eine kleinere Bauweise. Die Entscheidung hängt insbesondere mit den technischen Anforderungen und der begrenzten Menge an Wasserstoff zusammen, die ein Flugzeug transportieren kann.

Airbus ZEROe: Weniger Passagiere und kürzere Reichweite

Mit rund 80 Sitzplätzen würde das geplante Wasserstoffflugzeug deutlich unterhalb der bisherigen Airbus-Modelle liegen. Das derzeit kleinste Verkehrsflugzeug im Angebot, die A220-100, verfügt typischerweise über 100 bis 120 Sitzplätze. Airbus hatte für ZEROe in früheren Entwicklungsphasen größere Maschinen untersucht. Dazu gehörten Konzepte mit rund 100 Passagieren und einer größeren Reichweite.

Die nun genannten 1.000 nautischen Meilen entsprechen rund 1.852 Kilometern. Frühere Planungen sahen teilweise etwa 1.500 nautische Meilen beziehungsweise rund 2.780 Kilometer vor. Wagner begründete die kleinere Auslegung mit physikalischen Grenzen und der an Bord verfügbaren Wasserstoffmenge. Nach seiner Darstellung bietet eine Kapazität von ungefähr 80 Passagieren für die erste Generation die besten Voraussetzungen für einen wirtschaftlich tragfähigen Betrieb. Später könnten größere Flugzeuge folgen. Für erste Erprobungen hält der Manager auch eine deutlich kleinere Maschine mit etwa 20 Sitzplätzen für möglich.

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Vier Propeller und Brennstoffzellen als Antrieb

Technologisch setzt Airbus auf einen vollständig elektrischen Antrieb, dessen Energie aus Wasserstoff gewonnen wird. Bereits im März 2025 stellte der Konzern ein entsprechendes Konzept vor. Vorgesehen sind vier elektrisch angetriebene Propeller, die jeweils von einem Brennstoffzellensystem mit Strom versorgt werden. Zwei Tanks sollen den benötigten flüssigen Wasserstoff speichern. Die vorgestellten Antriebssysteme sind auf jeweils zwei Megawatt Leistung ausgelegt.

In den Brennstoffzellen reagieren Wasserstoff und Sauerstoff miteinander und erzeugen elektrische Energie. Dabei entsteht im Betrieb kein Kohlendioxid aus der Energieumwandlung. Die Klimabilanz hängt allerdings maßgeblich davon ab, wie der eingesetzte Wasserstoff hergestellt wird. Für einen weitgehend klimafreundlichen Betrieb müsste er mit erneuerbaren Energien produziert werden. Eine zentrale technische Herausforderung bleibt außerdem die Speicherung: Flüssiger Wasserstoff benötigt extrem niedrige Temperaturen und vergleichsweise große Tanks.

Entwicklung läuft weiter, Marktstart bleibt offen

Das Wasserstoffprojekt ZEROe wurde 2020 gestartet. Airbus untersuchte zunächst verschiedene Antriebstechnologien, darunter die direkte Verbrennung von Wasserstoff in Gasturbinen. Inzwischen konzentriert sich der Konzern auf Brennstoffzellen. Der ursprüngliche Zeitplan, der eine Einführung eines Wasserstoff-Verkehrsflugzeugs um das Jahr 2035 vorsah, wurde bereits 2025 angepasst. Ein verbindlicher neuer Termin für den kommerziellen Einsatz der geplanten Maschine ist bislang nicht bekannt.

Bei der Entwicklung arbeitet Airbus unter anderem mit dem deutschen Triebwerkshersteller MTU Aero Engines zusammen. Beide Unternehmen kündigten im Juli 2026 die geplante Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens zur Entwicklung und Vermarktung eines elektrischen Brennstoffzellenantriebs an. Der Start ist für 2027 vorgesehen und steht noch unter entsprechenden Voraussetzungen. Ebenfalls für 2027 plant Airbus integrierte Bodentests seiner Antriebstechnologie in München.

Neben der Flugzeugtechnik muss auch die Infrastruktur für Wasserstoff ausgebaut werden. Flughäfen benötigen geeignete Anlagen zur Speicherung und Betankung, während die Industrie ausreichende Mengen klimafreundlich produzierten Wasserstoffs bereitstellen müsste. Für den internationalen Luftverkehr dürfte die Technologie deshalb zunächst vor allem auf kürzeren Strecken infrage kommen. Mit der neuen Größenordnung von rund 80 Passagieren wird deutlicher, auf welchen Teil des Luftverkehrs Airbus seine ersten Wasserstoffflugzeuge ausrichten möchte.

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