Milliardenauftrag von Anthropic treibt Akamai-Aktie an

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der US-Technologiekonzern Akamai hat seine Zusammenarbeit mit dem KI-Unternehmen Anthropic massiv ausgeweitet. Anthropic verpflichtet sich nach Angaben von Akamai zu Zahlungen von insgesamt rund 11,6 Milliarden US-Dollar für Cloud-Kapazitäten und zugehörige Dienstleistungen über einen Zeitraum von sieben Jahren. Nach Bekanntgabe des Geschäfts legte die Akamai-Aktie im nachbörslichen US-Handel zeitweise um rund 22 Prozent zu.

Akamai und Anthropic vereinbaren 11,6 Milliarden Dollar

Die Vereinbarung ist offiziell dokumentiert. Akamai und Anthropic unterzeichneten bereits am 18. September 2026 zwei zusätzliche Projektpläne im Rahmen eines bestehenden Vertrags vom Mai. Akamai stellte die ausgeweitete Partnerschaft am Donnerstag, 24. September, öffentlich vor und meldete sie in einem Formblatt 8-K an die US-Börsenaufsicht SEC.

Der Akamai-Anthropic-Deal sieht vor, dass Akamai dem Entwickler des KI-Assistenten Claude dedizierte Cloud-Rechenkapazitäten sowie zugehörige Dienstleistungen bereitstellt. Die beiden neuen Projektvereinbarungen haben jeweils eine anfängliche Laufzeit von sieben Jahren. Die zugesagten Zahlungen von rund 11,6 Milliarden Dollar sind dabei unter anderem an vereinbarte Liefer- und Verfügbarkeitsbedingungen geknüpft.

Anthropic soll die Infrastruktur insbesondere für wachsende CPU-Rechenlasten nutzen. Für Akamai ist die Vereinbarung damit ein bedeutender Ausbau seines Geschäfts mit Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Bereits zuvor hatte das Unternehmen für 2026 mehrjährige Cloud-Infrastrukturverträge über insgesamt mehr als 2,8 Milliarden Dollar gemeldet.

Geschäft könnte auf rund 20 Milliarden Dollar wachsen

Zusätzlich zu den fest vereinbarten 11,6 Milliarden Dollar ist eine weitere Ausweitung der Geschäftsbeziehung um bis zu 9 Milliarden Dollar vorgesehen. Sollte diese vollständig umgesetzt werden, könnte sich das Gesamtvolumen auf etwa 20 Milliarden Dollar erhöhen. Diese zusätzlichen 9 Milliarden Dollar sind allerdings keine bereits fest zugesagte Vertragssumme.

Teil der Vereinbarung ist außerdem ein Bezugsrecht für Anthropic auf Akamai-Aktien. Es umfasst auf umgerechneter Basis bis zu rund 7,7 Millionen Stammaktien und könnte damit ungefähr fünf Prozent der ausstehenden Akamai-Aktien entsprechen. Der rechnerische Ausübungspreis liegt bei 111,33 Dollar je Stammaktie.

Ein Anteil, der etwa zwei Prozent der Akamai-Aktien entspricht, ist mit dem jetzt vereinbarten Geschäft verbunden. Weitere Tranchen können bei zusätzlichen vertraglichen Zusagen von Anthropic freigegeben werden. Für jeweils weitere drei Milliarden Dollar an vereinbartem Cloud-Geschäft ist eine zusätzliche Tranche vorgesehen, die ungefähr einem Prozent der ausstehenden Akamai-Aktien entspricht.

Akamai muss Milliarden in neue Infrastruktur investieren

Der Großauftrag bringt für Akamai zugleich erhebliche Investitionen mit sich. Das Unternehmen kalkuliert für die Umsetzung der bestehenden 11,6-Milliarden-Dollar-Vereinbarung mit Investitionsausgaben von insgesamt rund 5,5 Milliarden Dollar. Allein 2026 sollen die Investitionen deshalb um etwa 1,7 Milliarden Dollar steigen. Das Geld soll unter anderem für frühzeitig beschaffte Komponenten wie Speicher eingesetzt werden.

Nach einer Investorenpräsentation von Akamai sollen 2027 weitere rund 3,1 Milliarden Dollar und 2028 etwa 700 Millionen Dollar investiert werden. Mit ersten nennenswerten Umsätzen aus dem Vertrag rechnet das Unternehmen im zweiten Halbjahr 2027. Ende 2028 soll nach derzeitiger Unternehmensplanung die volle Umsatzrate erreicht sein. Danach kalkuliert Akamai mit rund 1,7 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr aus der Vereinbarung. Dabei handelt es sich um Unternehmensprognosen, nicht um bereits realisierte Erlöse.

Für die Umsatzprognose des laufenden Jahres 2026 erwartet Akamai durch den Vertrag zunächst keine Veränderung.

Akamai-Aktie legt nachbörslich kräftig zu

An der Börse sorgte die Bekanntgabe unmittelbar für deutliche Kursbewegungen. Die Akamai-Aktie hatte den regulären Nasdaq-Handel am Donnerstag bei 110,41 Dollar beendet und damit 6,78 Prozent verloren. Nach Veröffentlichung des Anthropic-Geschäfts drehte die Aktie im erweiterten Handel deutlich nach oben. Reuters bezifferte das Plus zeitweise auf rund 22 Prozent.

Die Kursbewegung fand damit zunächst außerhalb des regulären Börsenhandels statt. Wie nachhaltig die Neubewertung durch Anleger ausfällt, zeigt sich erst im weiteren Handel.

KI-Unternehmen sichern sich langfristig Rechenkapazität

Der Vertrag reiht sich in eine Serie milliardenschwerer Infrastrukturvereinbarungen im KI-Sektor ein. Unternehmen wie Anthropic benötigen große Rechenkapazitäten für die Entwicklung und den Betrieb leistungsfähiger KI-Systeme. Neben klassischen Hyperscalern treten dadurch zunehmend spezialisierte Cloud- und Infrastrukturunternehmen als Lieferanten auf.

Für Akamai ist das Geschäft besonders bedeutend, weil der Konzern traditionell stark mit Content-Delivery-Netzwerken und Cybersicherheitsdiensten verbunden ist und sein Cloud-Geschäft in den vergangenen Jahren ausgebaut hat. Mit Anthropic bindet das Unternehmen nun einen großen KI-Anbieter über mehrere Jahre an seine Infrastruktur.

Der Vertrag enthält allerdings Bedingungen und Kündigungsmöglichkeiten. Anthropic kann einzelne Projektvereinbarungen unter bestimmten Voraussetzungen etwa bei erheblichen Ausfällen beenden. Auch Verstöße gegen vertragliche Pflichten oder bestimmte Insolvenzfälle können Kündigungsrechte auslösen. Die nominellen 11,6 Milliarden Dollar entsprechen deshalb nicht automatisch bereits gesicherten Umsätzen in gleicher Höhe.

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