
Beim 1. FC Union Berlin hat sich die Situation für Aljoscha Kemlein innerhalb weniger Wochen verändert. Der 22 Jahre alte zentrale Mittelfeldspieler stand zu Saisonbeginn regelmäßig in der Startelf, zuletzt kam er nur noch als Einwechselspieler zum Einsatz. Trainer Mauro Lustrinelli setzt gegenwärtig auf andere Kräfte im Zentrum. Zugleich macht er deutlich, dass er den jungen Profi weiterhin als Kandidaten für die Mannschaft sieht.
Im zentralen Mittelfeld haben aktuell Rani Khedira, Michel Aebischer und András Schäfer die besseren Karten. Alle drei standen beim ersten Bundesliga-Saisonsieg gegen die SV Elversberg gemeinsam in der Anfangsformation. Für den Trainer spricht vor allem die Abstimmung zwischen den Spielern dafür, vorerst an dieser Besetzung festzuhalten. Nach der schwierigen Auftaktphase möchte Lustrinelli seiner Mannschaft mehr Kontinuität geben.
Kemleins Trainingsleistungen bewertet der Schweizer dennoch positiv. Bei der Pressekonferenz am 15. Oktober hob er dessen Einsatzbereitschaft hervor. Auch die jüngste Zeit bei der deutschen U21-Nationalmannschaft habe dem Berliner gutgetan. Allerdings sieht Lustrinelli weiterhin Bereiche, in denen sich der Mittelfeldspieler verbessern muss. Welche konkreten Aspekte er damit meinte, erläuterte er nicht näher.
Die aktuelle Rollenverteilung sei keine endgültige Festlegung, stellte der Trainer zugleich klar. Bei jungen Spielern verlaufe die sportliche Entwicklung nicht immer gleichmäßig. Damit bleibt der Weg zurück in die Anfangsformation grundsätzlich offen, auch wenn Kemlein sich im Training gegen starke Konkurrenz behaupten muss.
Die Einsatzdaten machen die Veränderung sichtbar. An den ersten drei Bundesliga-Spieltagen der Saison 2026/27 gehörte Kemlein jeweils zur Startelf. Gegen Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen und den FC Schalke 04 begann der defensive Mittelfeldspieler von Anfang an. Beim vierten Saisonspiel gegen Bayern München wurde er erst in der 60. Minute für Janik Haberer eingewechselt.
Noch kürzer fiel sein Auftritt am 10. Oktober gegen Elversberg aus. In der Nachspielzeit kam Kemlein für Schäfer aufs Feld. Er gehörte damit auch bei diesem Spiel zum eingesetzten Personal, hatte aber kaum Gelegenheit, Einfluss auf die Partie zu nehmen. Insgesamt stehen nach fünf Bundesliga-Spieltagen fünf Einsätze zu Buche, davon drei von Beginn an. Ein Tor oder eine Vorlage gelang ihm in dieser Spielzeit bislang nicht.
Zum Vergleich: In der Saison 2025/26 bestritt Kemlein 30 Bundesligaspiele, 23 davon als Teil der Startelf. Zwei Treffer bereitete er vor. Die Zahlen unterstreichen, dass seine derzeitige Rolle von seiner Position in der vergangenen Spielzeit abweicht. Aus einem regelmäßig eingesetzten Stammspieler ist vorerst ein Konkurrent um einen Platz im Zentrum geworden.
Die Besetzung des Mittelfelds hat sich auch durch die Kaderplanung verändert. Im August verpflichtete Union Berlin den Schweizer Nationalspieler Michel Aebischer vom italienischen Klub Pisa SC. Der damals 29-Jährige brachte Erfahrung aus dem italienischen und schweizerischen Profifußball sowie aus internationalen Wettbewerben mit. Geschäftsführer Profifußball Horst Heldt hob bei der Verpflichtung insbesondere Aebischers taktische Fähigkeiten, seine Vielseitigkeit und seine Führungsqualitäten hervor.
Gemeinsam mit Khedira und Schäfer bildet Aebischer derzeit das bevorzugte zentrale Mittelfeld. Für Kemlein bedeutet diese Konstellation mehr Wettbewerb um Einsatzminuten. Dass sich Union auf der Position verstärkt hat, ist allerdings kein Beleg dafür, dass der Verein seine langfristigen Pläne mit dem Eigengewächs aufgegeben hätte. Eine solche Entscheidung ist nicht bekannt.
Kemlein stammt aus Berlin und spielt bereits seit 2016 für Union. Er durchlief die Nachwuchsmannschaften des Vereins und debütierte im August 2023 in der Bundesliga. Anfang 2024 verliehen ihn die Köpenicker für die Rückrunde an den FC St. Pauli. Dort kam er in der 2. Bundesliga zu 17 Einsätzen und war Teil der Mannschaft, die den Aufstieg ins Oberhaus schaffte.
Im Mai 2025 verlängerte Union den Vertrag mit seinem Eigengewächs. Eine genaue Laufzeit nannte der Verein in der damaligen Mitteilung nicht. Kemlein betonte seinerzeit seine Verbundenheit zu Union und den Wunsch, sich sportlich weiterzuentwickeln. Heldt stellte heraus, dass der Klub dem Mittelfeldspieler großes Potenzial zutraue und ihm in den kommenden Jahren eine wachsende Bedeutung zutraue.
An dieser grundsätzlichen Einordnung hat sich durch die jüngsten Aufstellungsentscheidungen nach außen erkennbar nichts geändert. Eine aktuelle Ankündigung zu einem Wechsel oder einer erneuten Ausleihe liegt nicht vor. Für Kemlein geht es zunächst darum, im Konkurrenzkampf mit Khedira, Aebischer und Schäfer wieder mehr Spielzeit zu bekommen. Lustrinellis Aussagen lassen erkennen, dass die derzeitige Reservistenrolle keine dauerhafte Entscheidung sein muss.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu