
Krieg in Europa, internationale Handelskonflikte und steigende wirtschaftliche Belastungen beeinflussen zunehmend die Zukunftsplanung vieler Menschen. Wie lässt sich unter solchen Bedingungen noch Sicherheit gewinnen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die neue ZDF-Dokumentation „Am Puls mit Christian Sievers“ am Mittwoch, 21. Oktober 2026, um 22:15 Uhr. Unter dem Titel „Welt in Dauerkrise: Was gibt uns Sicherheit?“ besucht der Journalist Menschen in Deutschland und mehreren europäischen Ländern. Dabei geht es um militärische Verteidigung, persönliche Entscheidungen und Strategien für den Umgang mit Unsicherheit.
Ein zentraler Schauplatz der Dokumentation liegt an der östlichen Grenze des NATO-Bündnisgebiets. In Litauen begleitet Christian Sievers Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bei einer Militärübung der deutschen Brigade. Die Bundeswehr baut dort ihre dauerhafte Präsenz aus, um einen Beitrag zur Verteidigung des Bündnisgebiets zu leisten.
Für Deutschland ist die Stationierung von besonderer Bedeutung. Die Bundeswehr übernimmt damit langfristig Verantwortung für die Sicherheit eines NATO-Partners, dessen geografische Nähe zu Russland und Belarus die militärische Planung prägt. Die Dokumentation greift zugleich die Frage auf, wie verlässlich die Vereinigten Staaten künftig als sicherheitspolitischer Partner Europas wahrgenommen werden.
Der Besuch bei der Bundeswehr eröffnet damit eine Perspektive auf die veränderte europäische Sicherheitsordnung. Während über Verteidigungsfähigkeit, Abschreckung und militärische Vorbereitung diskutiert wird, beschäftigt viele Menschen eine grundlegendere Frage: Wie soll man mit Bedrohungen umgehen, die sich persönlich kaum beeinflussen lassen?
Die internationale Unsicherheit zeigt sich nicht allein in der Sicherheitspolitik. Auch wirtschaftliche Entscheidungen haben unmittelbare Folgen für Betriebe und private Haushalte.
Christian Sievers trifft einen mittelständischen Unternehmer, der sein Geschäft an die Auswirkungen der amerikanischen Zollpolitik anpassen muss. Handelsbeschränkungen und neue Abgaben erschweren die Planung internationaler Geschäftsbeziehungen. Für Unternehmen stellt sich damit die Frage, wie sie auf politische Entscheidungen reagieren können, die außerhalb ihres eigenen Einflussbereichs liegen.
Eine weitere Station führt zu einer norddeutschen Bäckerfamilie. Sie steht unter wirtschaftlichem Druck, weil sich Kosten und Rahmenbedingungen für ihren Betrieb verändern. An ihrem Beispiel beleuchtet die Sendung, welche Herausforderungen entstehen, wenn Unternehmen langfristig planen müssen, die finanzielle Entwicklung aber schwer vorhersehbar wird.
Besonders persönliche Folgen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Unsicherheit zeigt das Gespräch mit einem jungen Paar. Die beiden beschäftigen sich mit ihrer weiteren Familienplanung und haben sich gegen ein zweites Kind entschieden.
Damit rückt die Dokumentation eine Frage in den Vordergrund, die über wirtschaftliche Kennzahlen hinausgeht. Wenn Menschen ihre Lebensentscheidungen an unsicheren Zukunftsaussichten ausrichten, beeinflussen internationale Entwicklungen auch private Vorstellungen von Familie und Lebensgestaltung.
Warum werden Krisen auch dann als belastend empfunden, wenn sie nicht unmittelbar das eigene Leben bedrohen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Psychotherapeutin und Podcasterin Franca Cerutti.
Sie erläutert in der Dokumentation, wie sich Unsicherheit auf Wahrnehmung, Alltag und Entscheidungsverhalten auswirken kann. Dabei geht es um das Gefühl, wichtige Entwicklungen nicht mehr ausreichend beeinflussen oder ihre Folgen einschätzen zu können.
Auch die Versicherungswirtschaft kommt zu Wort. Ein Experte aus der Branche beschreibt, wie geopolitische Veränderungen und insbesondere klimatische Risiken bisherige Formen der Vorsorge herausfordern.
Versicherungen beruhen auf der Einschätzung möglicher Schäden und finanzieller Risiken. Wenn sich Schadensbedingungen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen verändern, müssen auch Unternehmen und Versicherte ihre Vorsorge neu bewerten.
Die Dokumentation verbindet damit individuelle Wahrnehmungen mit der Frage, wie Institutionen auf langfristige Unsicherheit reagieren können.
Einen anderen Zugang zum Umgang mit Unsicherheit eröffnet der Bergsteiger Alexander Huber. Christian Sievers begleitet ihn bei einer Klettertour in Bayern. Huber ist unter anderem für anspruchsvolle Unternehmungen im Free-Solo-Klettern bekannt, bei denen auf eine Seilsicherung verzichtet wird.
Für den Bergsteiger ist Angst kein grundsätzliches Hindernis. Vielmehr gehört sie zu seiner Auseinandersetzung mit Risiken. In der Dokumentation beschreibt er, welche Rolle das bewusste Wahrnehmen von Gefahren für seine Entscheidungen spielt.
Der Vergleich mit gesellschaftlichen Krisen verdeutlicht einen Unterschied: Während ein Bergsteiger seine Fähigkeiten, seine Vorbereitung und die Bedingungen einer Tour zumindest teilweise selbst einschätzen kann, sind politische und wirtschaftliche Entwicklungen für Einzelpersonen oft kaum steuerbar.
Eine weitere Gesprächspartnerin ist eine Astrologin aus Ostdeutschland. Sie erklärt, weshalb Menschen angesichts schwer vorhersehbarer Entwicklungen nach Orientierung suchen. Damit beleuchtet die Dokumentation auch persönliche Formen der Sinnsuche. Wissenschaftliche Prognosen und astrologische Deutungen sind dabei grundsätzlich voneinander zu unterscheiden.
Am Ende der thematischen Reise richtet sich der Blick nach Finnland. Das nordeuropäische Land beschäftigt sich seit Langem mit der Vorbereitung auf mögliche Krisen und sicherheitspolitische Bedrohungen.
Die Dokumentation zeigt, welche Bedeutung Schutzräume, Zivilschutz und organisatorische Vorbereitung dort haben. Der Ansatz beschränkt sich nicht auf militärische Verteidigung. Vielmehr geht es darum, dass Staat, Einrichtungen und Bevölkerung auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig bleiben.
Dabei beschäftigt sich Christian Sievers mit dem finnischen Begriff „Sisu“. Er beschreibt eine kulturell verankerte Vorstellung von Ausdauer, innerer Stärke und Beharrlichkeit.
Das finnische Beispiel stellt eine andere Form von Sicherheit in den Mittelpunkt: Nicht jede Krise lässt sich verhindern. Durch Vorbereitung und klare Zuständigkeiten können Gesellschaften jedoch ihre Möglichkeiten verbessern, auf außergewöhnliche Situationen zu reagieren.
Die Dokumentation gehört zur ZDF-Reihe „Am Puls“, in der bekannte Journalistinnen und Journalisten politische und gesellschaftliche Entwicklungen anhand konkreter Lebenssituationen untersuchen.
Zu den bisherigen Gastgebern gehören unter anderem Dunja Hayali, Mitri Sirin, Sarah Tacke und Florian Neuhann. Die Reihe beschäftigt sich mit Fragen, die das Zusammenleben in Deutschland beeinflussen, und verbindet persönliche Begegnungen mit politischen und wirtschaftlichen Hintergründen.
Die neue Ausgabe stammt von Philipp Katzer und Christian Sievers. Für die Kamera waren Jonny Müller-Goldenstedt und Sebastian Wagner verantwortlich. Produziert wurde der Film von Elbmotion. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei Malte Borowiack, Susanne Gindorf-Linz und Markus Wenniges.
„Am Puls mit Christian Sievers: Welt in Dauerkrise: Was gibt uns Sicherheit?“ läuft am Mittwoch, 21. Oktober 2026, um 22:15 Uhr im ZDF. Der vorgesehene Sendeplatz endet um 23:00 Uhr.
Die Dokumentation dauert in der Streamingfassung rund 44 Minuten und ist bereits seit 5:00 Uhr morgens im ZDF-Streamingportal abrufbar. Nach den aktuellen Angaben des Senders bleibt sie dort bis zum 21. Oktober 2031 verfügbar.
Für die Nacht zum Donnerstag, 22. Oktober, ist um 1:30 Uhr eine weitere Ausstrahlung im ZDF eingeplant.
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