
American Airlines hat im dritten Quartal 2026 einen Umsatzrekord erzielt, rechnet für das Gesamtjahr aber inzwischen mit roten Zahlen. Die US-Fluggesellschaft verzeichnete deutlich höhere Einnahmen aus dem Passagiergeschäft, während die stark gestiegenen Kerosinkosten das Ergebnis belasteten. Mit der am Donnerstag, 22. Oktober 2026, veröffentlichten Bilanz korrigierte der Konzern seine Jahresprognose deutlich nach unten.
Die Quartalszahlen von American Airlines zeigen einen deutlichen Anstieg der Einnahmen. Zwischen Juli und September erreichte der Konzern einen Umsatz von 16,335 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 19,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit erzielte die Fluggesellschaft ihren bislang höchsten Umsatz in einem dritten Quartal und übertraf zugleich ihre eigene Prognose.
Trotz dieser Entwicklung fiel das Nettoergebnis negativ aus. American Airlines verzeichnete einen Verlust von 269 Millionen Dollar, nachdem im dritten Quartal 2025 ein Minus von 114 Millionen Dollar angefallen war. Der Verlust je Aktie erhöhte sich von 17 auf 41 US-Cent. Bereinigt um Sondereffekte lag das Minus bei 182 Millionen Dollar beziehungsweise 28 Cent je Aktie.
Die entscheidende Belastung entstand durch die höheren Treibstoffpreise. Für Flugzeugtreibstoff einschließlich der damit verbundenen Steuern gab American Airlines im dritten Quartal rund 4,64 Milliarden Dollar aus. Ein Jahr zuvor waren es etwa 2,77 Milliarden Dollar gewesen. Die Kosten stiegen damit um 67,5 Prozent.
Der durchschnittliche Treibstoffpreis erhöhte sich nach Unternehmensangaben von 2,37 auf 3,85 Dollar je US-Gallone. Das entspricht einer Preissteigerung von 62,7 Prozent. Gleichzeitig nahm der Treibstoffverbrauch infolge des ausgeweiteten Flugangebots um drei Prozent zu.
Auch über die ersten neun Monate des Jahres zeigt sich die Belastung. Die Treibstoffausgaben erreichten 12,44 Milliarden Dollar und lagen damit rund 4,43 Milliarden Dollar über dem Vorjahreswert. Im selben Zeitraum verzeichnete American Airlines einen Nettoverlust von 580 Millionen Dollar. In den ersten neun Monaten 2025 hatte noch ein kleiner Gewinn von zwölf Millionen Dollar gestanden.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 erwartet American Airlines nun einen bereinigten Verlust von 1,00 bis 1,60 Dollar je Aktie. Noch im Juli hatte das Unternehmen eine Spanne zwischen einem Verlust von 65 Cent und einem Gewinn von 65 Cent je Aktie prognostiziert. Ein positives bereinigtes Jahresergebnis gehört damit nicht mehr zum aktuellen Ausblick.
Auch für das vierte Quartal erwartet der Konzern Verluste. Die Prognose liegt zwischen 50 Cent und 1,10 Dollar je Aktie auf bereinigter Basis. Gleichzeitig rechnet das Unternehmen weiterhin mit steigenden Einnahmen. Der Umsatz soll zwischen Oktober und Dezember um 19,5 bis 22,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal wachsen.
Besonders hoch fallen die erwarteten Treibstoffkosten aus. Auf Grundlage der Terminpreise vom 19. Oktober kalkuliert American Airlines für das Schlussquartal mit durchschnittlich rund 4,70 Dollar je Gallone. Gegenüber dem vierten Quartal 2025 würden die Treibstoffausgaben dadurch um etwa 2,8 Milliarden Dollar steigen. Die tatsächliche Entwicklung hängt von den weiteren Marktpreisen ab.
Die gestiegenen Einnahmen verteilen sich auf mehrere Geschäftsbereiche. Im dritten Quartal legte der Umsatz mit Premiumangeboten um 22,9 Prozent zu. Im regulären Economy-Segment erreichte das Wachstum 19,5 Prozent.
Auch die Nachfrage von Geschäftskunden entwickelte sich positiv. Der Umsatz mit vertraglich betreuten Firmenkunden stieg um 27,6 Prozent. Damit verzeichnete American Airlines in diesem Bereich das sechste Quartal in Folge ein zweistelliges Wachstum.
International erhöhte sich der Passagierumsatz je angebotener Sitzmeile um 16,4 Prozent. Besonders stark entwickelte sich das Lateinamerikageschäft mit einem Zuwachs von 21,1 Prozent. Im Transatlantikgeschäft erreichte die entsprechende Kennzahl ein Plus von 14,5 Prozent.
Die Kostenentwicklung trifft nicht allein American Airlines. Auch Delta Air Lines und Southwest Airlines haben ihre Gewinnprognosen für 2026 gesenkt. United Airlines erwartet für das vierte Quartal ebenfalls eine schwächere Gewinnentwicklung als zuvor von Analysten angenommen.
Die Fluggesellschaften profitieren weiterhin von einer hohen Reisenachfrage und gestiegenen Ticketpreisen. Diese zusätzlichen Einnahmen reichen jedoch nicht überall aus, um die deutlich höheren Treibstoffausgaben auszugleichen. Damit stehen mehrere große US-Fluggesellschaften gleichzeitig unter wirtschaftlichem Druck.
American Airlines plant deshalb, das Wachstum seines Streckennetzes im Jahr 2027 gegenüber 2026 zu verlangsamen. Konkrete Änderungen einzelner Verbindungen ergeben sich aus dieser Ankündigung zunächst nicht. Zugleich hält der Konzern an seinen Maßnahmen zur Kostensenkung fest. Bis Ende 2026 sollen die laufenden jährlichen Einsparungen aus dem mehrjährigen Effizienzprogramm ein Niveau von nahezu einer Milliarde Dollar erreichen.
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