
Der Strandkorb von CDU-Politiker Philipp Amthor hat nach mehreren Tagen öffentlicher Diskussion einen neuen Bestimmungsort. Das Möbelstück, das der Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit auf dem Balkon seines Büros im Bundeskanzleramt hatte aufstellen lassen, soll künftig im Fliederhof in Ueckermünde stehen. Die neue Wohnanlage gehört zur AMEOS Pflege Ueckermünde und ist für Menschen mit hohem Pflege- und Unterstützungsbedarf vorgesehen. Der Philipp Amthor Strandkorb wird dort als private Spende aufgenommen.
Ausgangspunkt der Diskussion war eine Szene aus der zweiten Staffel der ZDF-Dokumentationsreihe „Inside CDU“. Darin ist Amthor zu sehen, während ein Strandkorb auf den Balkon seines Büros im Kanzleramt gebracht wird. Die Dokumentation begleitet neben Amthor weitere führende CDU-Politiker und gibt Einblicke in die Partei und ihre Arbeit. Das ZDF veröffentlichte die neue Staffel im September 2026.
Die Strandkorb-Szene löste anschließend vor allem in sozialen Netzwerken zahlreiche kritische und spöttische Reaktionen aus. Einzelne Nutzer und politische Akteure bezeichneten Amthors Auftreten dabei unter anderem als abgehoben. Solche Äußerungen waren politische beziehungsweise persönliche Wertungen und sind nicht mit der Frage gleichzusetzen, ob öffentliche Mittel eingesetzt wurden. Das Kanzleramt stellte ausdrücklich klar, dass Amthor den Strandkorb selbst gekauft sowie Lieferung und Aufbau privat bezahlt hatte.
In der Regierungspressekonferenz vom 28. September äußerte sich der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer ausführlich zu dem Vorgang. Nach seinen Angaben sollte der auf Usedom gefertigte Strandkorb Amthors Verbundenheit mit Mecklenburg-Vorpommern sichtbar machen. Öffentliche Mittel seien für Anschaffung, Transport und Aufbau nicht verwendet worden.
Gleichzeitig erklärte Meyer, Amthor nehme die gegen ihn gerichtete Kritik ernst und habe selbst entschieden, das Möbelstück wieder aus dem Kanzleramt entfernen zu lassen. Zunächst stand lediglich fest, dass der Strandkorb nach Mecklenburg-Vorpommern zurückgebracht werden sollte. Ein konkreter neuer Standort wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht genannt.
Die Debatte führte nicht nur zu Kritik. Auch Politiker anderer Parteien stellten sich gegen die starke Zuspitzung der Diskussion. Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Staatsminister Michael Roth erklärte öffentlich, er halte die Aufregung um den selbst bezahlten Strandkorb für überzogen. Er verwies darauf, dass auch er während seiner Zeit als Staatsminister persönliche Gegenstände mit Bezug zu seiner Heimat in seinem Büro gehabt habe.
Auch die frühere Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang kritisierte die Dimension der Auseinandersetzung. Sie argumentierte, dass die Diskussion um das Möbelstück andere politische Fragen überlagere und warnte davor, durch die Zuspitzung ein verzerrtes Bild zu erzeugen. Lang stellte damit nicht Amthors politische Arbeit insgesamt positiv dar, sondern wandte sich speziell gegen die Art und Intensität der Strandkorb-Debatte.
Damit verlief die politische Reaktion nicht entlang klassischer Parteigrenzen. Während Amthor in sozialen Netzwerken und von politischen Gegnern teilweise scharf kritisiert wurde, hielten einzelne Vertreter von SPD und Grünen die Empörung über das privat finanzierte Möbelstück für unverhältnismäßig.
Inzwischen steht fest, wohin der Strandkorb gebracht wird. Er soll als private Spende in die neue Wohnanlage Fliederhof der AMEOS Pflege Ueckermünde kommen. AMEOS bestätigte die geplante Aufnahme des Möbelstücks. In der Anlage ziehen derzeit die ersten Bewohnerinnen und Bewohner ein.
Der Fliederhof wurde erst Anfang September teilweise eröffnet. Nach Angaben von AMEOS sind zunächst drei Häuser fertiggestellt worden. Die Wohnanlage ist für rund 50 Menschen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen ausgelegt. Insgesamt investiert AMEOS nach eigenen Angaben 8,5 Millionen Euro in das Projekt. Die vollständige Anlage soll voraussichtlich im September 2027 fertiggestellt sein.
Die Einrichtung verfügt über barrierefreie Wohnbereiche, Gemeinschaftsflächen und Terrassen. Bewohnerinnen und Bewohner sollen dort entsprechend ihrem individuellen Pflegebedarf in Wohngruppen leben. Damit erhält der Strandkorb nach seinem kurzen Aufenthalt im Kanzleramt eine dauerhafte Nutzung in einer Pflegeeinrichtung in Amthors Heimatregion.
Die Auseinandersetzung um den Strandkorb hatte sich innerhalb weniger Tage von einer Szene in einer Fernsehdokumentation zu einer breiteren Diskussion über politische Außendarstellung entwickelt. Die nachprüfbaren finanziellen Fragen sind dabei geklärt: Nach Angaben des Kanzleramts wurde das Möbelstück privat bezahlt. Auch die Kosten für Lieferung und Aufbau trug Amthor selbst.
Mit der Entscheidung für den Fliederhof ist nun auch die zunächst offene Frage nach dem weiteren Verbleib beantwortet. Der Strandkorb kehrt nicht in ein anderes Regierungsgebäude zurück, sondern wird Teil einer neu errichteten Pflegeeinrichtung in Ueckermünde. Die unterschiedlichen Bewertungen der ursprünglichen Szene bleiben politische Meinungsäußerungen. Der neue Standort des Möbelstücks ist dagegen bestätigt.






Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu