
Der europäische Kultursender ARTE zeigt am Donnerstag, 5. November 2026, ab 23 Uhr die vierteilige Miniserie „Anatomie eines Augenblicks“ als deutsche TV-Premiere. Im Mittelpunkt steht der gescheiterte Militärputsch vom 23. Februar 1981 in Spanien. Die historische Produktion mit Álvaro Morte, Eduard Fernández und Manolo Solo basiert auf einem Buch des spanischen Schriftstellers Javier Cercas. Alle vier Folgen laufen hintereinander bis in die Nacht zum Freitag.
Die Miniserie umfasst eine Staffel mit vier Episoden, die ARTE am Donnerstagabend und in der anschließenden Nacht ausstrahlt. Die deutsche TV-Premiere beginnt um 23 Uhr. Die Folgen beschäftigen sich mit verschiedenen politischen und militärischen Akteuren, deren Entscheidungen die Entwicklung Spaniens nach dem Ende der Franco-Diktatur beeinflussten.
Nach der Programmübersicht von ARTE sind folgende Sendezeiten vorgesehen:
| Folge | Titel | Sendezeit |
|---|---|---|
| 1 | Ein Politiker | Do., 5.11., 23:00 bis 23:40 Uhr |
| 2 | Ein Kommunist | Do., 5.11., 23:40 bis Fr., 0:35 Uhr |
| 3 | Ein General | Fr., 6.11., 0:35 bis 1:15 Uhr |
| 4 | Die Putschisten | Fr., 6.11., 1:15 bis 2:00 Uhr |
Die gesamte Ausstrahlung erstreckt sich damit über drei Stunden. Die historischen Ereignisse werden nicht ausschließlich aus einer Perspektive erzählt. Vielmehr rücken die einzelnen Episoden unterschiedliche Personen in den Mittelpunkt, deren Lebenswege und politische Entscheidungen schließlich im Parlament von Madrid aufeinandertreffen.
Am 23. Februar 1981 drangen bewaffnete Angehörige der spanischen Guardia Civil unter Führung von Antonio Tejero während einer Parlamentssitzung in den Kongress der Abgeordneten in Madrid ein. Die Aktion war Teil eines Versuchs, die demokratische Entwicklung Spaniens nach dem Ende der Diktatur von Francisco Franco aufzuhalten.
Die Serie greift eine der bekanntesten Szenen dieses Tages auf. Während sich zahlreiche Abgeordnete angesichts der Schüsse im Sitzungssaal in Sicherheit brachten, blieben drei führende Politiker auf ihren Plätzen: der damalige geschäftsführende Ministerpräsident Adolfo Suárez, der kommunistische Politiker Santiago Carrillo und Generalleutnant Manuel Gutiérrez Mellado.
Von diesem historischen Moment aus zeichnet die Produktion die Entwicklungen nach, die zu der Konfrontation führten. Dabei geht es um die schwierige Demokratisierung Spaniens, das Verhältnis zwischen Regierung und Militär sowie politische Gegensätze, die nach Francos Tod weiterhin bestanden.
Die erste Episode „Ein Politiker“ konzentriert sich auf Adolfo Suárez, der nach dem Tod Francos eine zentrale Rolle beim Übergang Spaniens zur parlamentarischen Demokratie übernahm. Die Handlung verfolgt seinen politischen Aufstieg, seine Zusammenarbeit mit König Juan Carlos I. und seine Bemühungen, staatliche Institutionen grundlegend zu verändern.
Suárez steht dabei vor der Aufgabe, Reformen voranzutreiben und gleichzeitig mit Widerständen aus Teilen des bisherigen Machtapparats umzugehen. Die Serie verbindet diesen Konflikt mit den Ereignissen im Parlament von Madrid.
In der zweiten Folge „Ein Kommunist“ rückt Santiago Carrillo in den Mittelpunkt. Nach jahrzehntelangem Exil kehrte der Politiker nach Spanien zurück und setzte sich für die Anerkennung seiner Partei ein. Die Legalisierung der Kommunistischen Partei war ein wichtiger Bestandteil des demokratischen Übergangs, führte jedoch zu erheblichen Spannungen mit konservativen und militärischen Kräften.
Die Episode beschäftigt sich außerdem mit politischen Kompromissen, durch die Carrillo innerhalb der eigenen Bewegung zunehmend unter Druck geriet.
Die dritte Episode „Ein General“ erzählt die Geschichte von Manuel Gutiérrez Mellado. Der frühere Unterstützer des franquistischen Militärs übernahm innerhalb der demokratischen Regierung eine zentrale Rolle bei der Neuordnung der Streitkräfte. Seine Aufgabe bestand darin, das Militär an die veränderten politischen Verhältnisse anzupassen.
Dabei gerät Mellado zunehmend in Konflikt mit Offizieren, die den demokratischen Reformkurs ablehnen. Die Folge zeichnet seine Entwicklung vom angesehenen Militär zum umstrittenen Vertreter der neuen politischen Ordnung nach.
Die abschließende Episode „Die Putschisten“ verlagert die Perspektive auf Alfonso Armada, Jaime Milans del Bosch und Antonio Tejero. Die drei Militärs gehören zu den zentralen Akteuren des Umsturzversuchs. Die Handlung beleuchtet ihre politischen Vorstellungen, ihre Beziehungen untereinander und die Vorbereitung der Ereignisse vom Februar 1981.
Die Serie behandelt damit nicht nur die unmittelbare Konfrontation im Parlament, sondern auch die unterschiedlichen politischen Kräfte, die während der spanischen Demokratisierung aufeinandertrafen.
Die Hauptrolle des Adolfo Suárez übernimmt der spanische Schauspieler , der international vor allem durch die Netflix-Serie bekannt wurde. Den Kommunistenführer Santiago Carrillo verkörpert Eduard Fernández. Manolo Solo ist als Generalleutnant Manuel Gutiérrez Mellado zu sehen.
Weitere Rollen übernehmen Miki Esparbé als König Juan Carlos I., David Lorente als Antonio Tejero, Juanma Navas als Alfonso Armada und Óscar de la Fuente als Milans del Bosch. Pedro Casablanc spielt Teodulfo Lagunero.
Regie führte , der unter anderem mit dem spanischen Thriller „La isla mínima“ bekannt wurde. Das Drehbuch verfasste Rodríguez gemeinsam mit Rafael Cobos und Fran Araújo. Die Kameraarbeit übernahm Álex Catalán, die Musik stammt von Julio de la Rosa.
Grundlage der Serie ist das 2009 erschienene Buch „Anatomía de un instante“ des Schriftstellers . Darin beschäftigt sich Cercas mit dem Putschversuch und insbesondere mit der Bedeutung des Verhaltens jener drei Männer, die während der Schüsse im Parlament auf ihren Plätzen blieben.
Die Verfilmung entstand 2025 als spanisch-französische Produktion von Movistar Plus+ in Zusammenarbeit mit DLO Producciones und ARTE France. Gedreht wurde unter anderem im spanischen Parlament in Madrid sowie an weiteren Schauplätzen in der Region Madrid. Die Nachstellung der historischen Ereignisse wurde damit teilweise am tatsächlichen Ort des Geschehens aufgenommen.
Bereits im September 2025 wurde die Produktion beim Filmfestival von San Sebastián außerhalb des Wettbewerbs präsentiert. In Spanien war die Miniserie außerdem schon vor der deutschen TV-Premiere zu sehen. Der öffentlich-rechtliche Sender RTVE zeigte sie am 22. Februar 2026, unmittelbar vor dem 45. Jahrestag des Putschversuchs, im frei empfangbaren Fernsehen. Die Ausstrahlung bei ARTE ist somit keine weltweite Premiere, sondern die deutsche TV-Erstausstrahlung.
Wer die vierteilige Miniserie nicht in der Nacht verfolgen möchte, kann sie auch über die Streamingplattform ARTE ansehen. Die Produktion ist bereits vor der deutschen Fernsehausstrahlung online veröffentlicht worden. Als Beginn der Bereitstellung nennt ARTE für die erste Episode den 29. Oktober 2026.
Die komplette Staffel ist nach den Angaben des Senders bis zum 28. April 2027 im Streamingangebot vorgesehen. ARTE führt sowohl Synchronisation als auch Untertitel als verfügbare Sprachoptionen auf.
Die einzelnen Episoden besitzen in der Mediathek Laufzeiten zwischen 42 und 52 Minuten. Damit unterscheiden sich die Nettolaufzeiten teilweise von den angesetzten Sendeplätzen im linearen Fernsehprogramm.
Mit der deutschen TV-Premiere eröffnet ARTE seinem Publikum einen weiteren Zugang zu einem entscheidenden Kapitel der jüngeren europäischen Geschichte. Die Serie verbindet die politischen Entwicklungen nach dem Ende der Franco-Diktatur mit den persönlichen Entscheidungen jener Männer, die in der spanischen Demokratisierung eine herausgehobene Rolle spielten.
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