
Beim Merkel WDR Europaforum in Berlin hat die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel eine aktivere diplomatische Rolle Europas im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gefordert. Militärische Unterstützung und Abschreckung seien richtig, Europa nutze sein diplomatisches Potenzial aus ihrer Sicht jedoch nicht ausreichend. Das sagte Merkel am Montag, 18. Mai 2026, beim WDR Europaforum auf der re:publica in Berlin. Ihre Aussagen wurden vom WDR veröffentlicht und von mehreren Medien aufgegriffen.
Angela Merkel stellte beim WDR Europaforum klar, dass sie die bisherige militärische Unterstützung für die Ukraine grundsätzlich für richtig halte. Auch stärkere Abschreckung gegenüber Russland sei aus ihrer Sicht notwendig. Zugleich kritisierte sie, dass Europa sein diplomatisches Gewicht nicht stark genug einsetze. Diplomatie sei auch im Kalten Krieg immer die zweite Seite der Medaille gewesen. Europa dürfe sich nach Merkels Darstellung nicht darauf verlassen, dass allein die Vereinigten Staaten mit Russland im Gespräch bleiben. Die frühere Kanzlerin betonte, Europa müsse eine gemeinsame Haltung entwickeln und sich selbst politisch mehr zutrauen.
Das 28. Internationale WDR Europaforum findet vom 18. bis 20. Mai 2026 unter dem Motto „Hard Times, Soft Power: Europas Rolle in der Weltunordnung“ statt. Veranstaltungsorte sind unter anderem Berlin, Brüssel und Straßburg. In Berlin ist das Forum Teil der Gesellschafts- und Digitalkonferenz re:publica. Der WDR überträgt die Veranstaltung im Fernsehen, im Livestream und in der ARD Mediathek. Neben Merkel sind weitere Gäste aus Politik, Wissenschaft, Medien und europäischen Institutionen angekündigt. Das Forum befasst sich mit Europas Rolle in einer internationalen Lage, die von geopolitischem Druck, Kriegen, Populismus und technologischen Umbrüchen geprägt ist.
Neben der Ukraine-Politik sprach Merkel auch über die politische Stimmung in Deutschland und die AfD. Sie warnte davor, wenn Stimmung Fakten ersetze. Eine Demokratie beruhe darauf, dass Fakten Fakten blieben und Stimmung als Stimmung erkennbar sei. Besonders kritisch äußerte sie sich zum Volksbegriff der AfD. Niemand dürfe einteilen, wer „das Volk“ sei und wer angeblich nicht dazugehöre. Jeder deutsche Staatsbürger sei Teil des Volkes, sagte Merkel beim WDR Europaforum. Demokratische Parteien sollten sich nach ihrer Einschätzung nicht zu stark über die AfD definieren, sondern eigene Antworten und eigene Pläne für Deutschland entwickeln.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Umgang mit künstlicher Intelligenz. Merkel forderte klare Regeln für KI-generierte Inhalte in sozialen Medien. Das Thema treibe sie nach eigenen Worten stark um. Sie warnte davor, dass Menschen sonst immer schwerer unterscheiden könnten, was echt und was künstlich erzeugt sei. Auch möglichen Druck aus den USA gegen stärkere Regeln wies sie zurück. Meinungsfreiheit dürfe nicht mit einem völlig unregulierten Internet gleichgesetzt werden. Gerade für demokratische Gesellschaften werde es entscheidend, ob digitale Inhalte künftig nachvollziehbar, einordbar und als künstlich erzeugt erkennbar seien.
Beim WDR Europaforum stellte sich Angela Merkel auch den Fragen junger Menschen. Im Gespräch mit dem WDR-News-Podcast 0630 erklärte sie, dass sie nicht Bundespräsidentin werden wolle. Dieses Amt brauche jemanden, der mehr Kraft habe, sagte die frühere Kanzlerin. Damit erteilte Merkel entsprechenden Spekulationen eine klare Absage. Zugleich zeigte ihr Auftritt, dass sie sich weiterhin zu grundlegenden politischen Fragen äußert, ohne selbst in ein neues Amt zu drängen. Ihre Aussagen betrafen zentrale Konfliktlinien der Gegenwart: Krieg und Diplomatie, Demokratie und Populismus, digitale Öffentlichkeit und europäische Handlungsfähigkeit.
Der Auftritt beim Merkel WDR Europaforum machte deutlich, dass Angela Merkel ihre außenpolitische Grundhaltung weiterhin mit zwei Begriffen verbindet: Stärke und Gesprächsbereitschaft. Einerseits befürwortet sie militärische Unterstützung für die Ukraine und eine glaubwürdige Abschreckung gegenüber Russland. Andererseits hält sie diplomatische Kanäle für unverzichtbar. Diese Kombination aus Härte und Verhandlungsbereitschaft prägte bereits viele Jahre ihrer Kanzlerschaft. In Berlin verband Merkel diese Linie nun mit einer Mahnung an Europa: Die Europäische Union müsse sich zusammenschließen, weil kein einzelnes europäisches Land allein gegen die Machtpolitik großer Staaten bestehen könne.
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