
Apple hat das vierte Geschäftsquartal 2026 mit einem Umsatzrekord abgeschlossen, erwartet für die kommenden Monate jedoch eine geringere Gewinnspanne. Der US-Technologiekonzern steigerte seinen Quartalsumsatz auf 114,5 Milliarden US-Dollar und profitierte insbesondere von starken iPhone-Verkäufen. Gleichzeitig belasten steigende Preise für Speicherchips die Geschäftsaussichten. Die Apple-Aktie reagierte nachbörslich mit Kursverlusten auf den Ausblick.
Die am Montag, 2. November 2026, veröffentlichten Apple Quartalszahlen zeigen ein deutliches Wachstum. Im vierten Geschäftsquartal, das am 26. September endete, erzielte der Konzern einen Umsatz von 114,5 Milliarden US-Dollar. Gegenüber den 102,5 Milliarden Dollar des Vorjahreszeitraums entspricht das einem Zuwachs von zwölf Prozent. Für ein Septemberquartal erreichte Apple damit einen neuen Höchstwert.
Der Nettogewinn stieg von 27,5 auf 30,7 Milliarden Dollar. Das verwässerte Ergebnis je Aktie verbesserte sich um 14 Prozent auf 2,10 Dollar. Darin enthalten war allerdings ein positiver Effekt von fünf Cent je Aktie durch Zollerstattungen.
Auch das gesamte Geschäftsjahr 2026 schloss Apple mit einem Rekord ab. Der Jahresumsatz erreichte 478,8 Milliarden Dollar nach 416,2 Milliarden Dollar im vorherigen Geschäftsjahr. Damit wuchs der Konzernumsatz innerhalb eines Jahres um rund 15 Prozent.
Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit dem iPhone. Die Smartphone-Sparte erwirtschaftete im Septemberquartal 57,6 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor waren es 49 Milliarden Dollar gewesen. Der Anstieg um rund 17 Prozent bedeutete ebenfalls einen neuen Rekord für ein Septemberquartal. Damit entfiel mehr als die Hälfte des gesamten Konzernumsatzes auf das iPhone.
Auch die Mac-Sparte legte kräftig zu. Hier stiegen die Erlöse um rund 24 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar. Das Dienstleistungsgeschäft mit Angeboten wie dem App Store, iCloud und Apple Music erreichte mit 31,6 Milliarden Dollar einen neuen Höchststand. Das Wachstum lag bei rund zehn Prozent.
Schwächer entwickelte sich dagegen das iPad-Geschäft. Die Umsätze gingen von knapp sieben Milliarden auf 6,2 Milliarden Dollar zurück. Auch die Sparte für Wearables, Heimgeräte und Zubehör verzeichnete mit 8,3 Milliarden Dollar geringere Erlöse als im Vorjahresquartal.
Deutliches Wachstum meldete Apple auch aus China. In der ausgewiesenen Geschäftsregion Greater China stieg der Umsatz von 14,5 auf 17,5 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von rund 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Vorstandschef John Ternus führte die Entwicklung in der Telefonkonferenz mit Analysten vor allem auf das iPhone-Geschäft zurück. Auch Mac-Computer hätten in der Region erheblich zum Wachstum beigetragen. Im gesamten Geschäftsjahr 2026 erhöhten sich die Umsätze in Greater China nach Unternehmensangaben um 28 Prozent.
Trotz dieser Steigerung lagen die Quartalserlöse unter den Erwartungen der Analysten. Nach Daten von Visible Alpha, die Reuters veröffentlichte, war zuvor mit rund 18,6 Milliarden Dollar gerechnet worden. Das tatsächliche Ergebnis unterschritt diese Prognose um gut eine Milliarde Dollar.
Während sich die Umsätze positiv entwickelten, gerät die Bruttomarge unter Druck. Im abgelaufenen Quartal lag sie bei 47,9 Prozent. Diese Kennzahl beschreibt, welcher Anteil des Umsatzes nach Abzug der unmittelbaren Umsatzkosten verbleibt.
Das Ergebnis profitierte allerdings von Zollerstattungen, die die Bruttomarge nach Apple-Angaben um ungefähr einen Prozentpunkt erhöhten.
Für das laufende Weihnachtsquartal rechnet der Konzern nur noch mit einer Bruttomarge zwischen 45 und 46 Prozent. Verantwortlich dafür seien vor allem höhere Kosten für Speicherchips. Hinzu kommen Belastungen durch die Einführung neuer Funktionen rund um Siri AI.
Vorstandschef Ternus erklärte während der Analystenkonferenz, die Preisentwicklung bei Speicherchips habe ein außergewöhnliches Ausmaß erreicht. Apple gehe davon aus, dass die Einkaufspreise auch über das Dezemberquartal hinaus weiter steigen könnten.
Der Konzern versucht, die Mehrkosten teilweise durch höhere Verkaufspreise, vorhandene Lagerbestände und Einsparungen bei anderen Bauteilen auszugleichen. Vollständig auffangen lassen sich die steigenden Speicherpreise damit nach der aktuellen Prognose jedoch nicht.
Trotz des erwarteten Margenrückgangs bleibt Apple beim Umsatzausblick zuversichtlich. Für das laufende Quartal, das im Dezember endet und zugleich das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 bildet, erwartet der Konzern ein Umsatzwachstum zwischen sieben und zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Damit könnte Apple nach eigener Prognose das umsatzstärkste Quartal seiner Unternehmensgeschichte erreichen. Das Weihnachtsgeschäft gehört traditionell zu den wichtigsten Verkaufsphasen für den Technologiekonzern.
Im Dienstleistungsbereich erwartet Apple für das Dezemberquartal ein Umsatzplus zwischen acht und neun Prozent. Gleichzeitig könnten Engpässe bei Speicherchips die Verfügbarkeit bestimmter Mac- und iPad-Modelle begrenzen. Das Unternehmen sieht hier weiterhin Schwierigkeiten, die Nachfrage vollständig zu bedienen.
Wie stark die höheren Produktionskosten das Konzernergebnis tatsächlich beeinflussen, hängt unter anderem von der weiteren Entwicklung der Komponentenpreise und der Nachfrage nach den aktuellen Geräten ab.
An der Börse fielen die Reaktionen auf die Geschäftszahlen verhalten aus. Obwohl Apple beim Umsatz und Gewinn die Erwartungen der Analysten übertraf, rückten während der Telefonkonferenz die steigenden Kosten und die niedrigere Margenprognose in den Vordergrund.
Die Apple-Aktie hatte den regulären US-Handel am Montag bei 338,32 Dollar beendet. Im nachbörslichen Handel notierte sie am Montag um 19.59 Uhr New Yorker Zeit, entsprechend Dienstag, 3. November 2026, um 1.59 Uhr mitteleuropäischer Zeit, bei 329,03 Dollar. Das entsprach einem Rückgang um 2,75 Prozent gegenüber dem regulären Schlusskurs. Grundlage sind Kursdaten des Finanzportals Stock Analysis.
Damit standen den positiven Geschäftszahlen zunehmende Sorgen über die künftige Profitabilität gegenüber. Apple bleibt zwar auf Wachstumskurs, muss im wichtigen Weihnachtsgeschäft aber steigende Kosten bewältigen.
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