Arbeitslosigkeit sinkt im September unter drei Millionen

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September wieder unter die Marke von drei Millionen gesunken. Nach den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit waren 2,994 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 67.000 weniger als im August. Gegenüber September 2025 lag die Zahl allerdings noch um 40.000 höher. Die Arbeitslosenquote ging gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent zurück.

Damit setzt im Arbeitsmarkt im September 2026 die für diese Jahreszeit übliche Belebung ein. Der Rückgang allein bedeutet jedoch noch keine grundlegende Verbesserung der Lage. Im August waren noch 3,061 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet gewesen. Damals hatte die Arbeitslosenquote bei 6,5 Prozent gelegen. Die Bundesagentur hatte bereits Ende August darauf verwiesen, dass im September mit dem üblichen saisonalen Rückgang gerechnet werde.

67.000 Arbeitslose weniger als im August

Der September gehört traditionell zu den Monaten, in denen die Arbeitslosigkeit zurückgeht. Nach den Sommerferien nehmen Unternehmen wieder Einstellungen vor, Ausbildungen beginnen und saisonale Effekte verlieren an Bedeutung. Deshalb ist für die Beurteilung der Lage nicht nur der Vergleich mit dem August entscheidend.

Im Vorjahresvergleich fällt die Bilanz weniger günstig aus. Im September 2025 waren rund 2,955 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Ein Jahr später sind es rund 40.000 mehr. Auch die Arbeitslosenquote liegt mit 6,4 Prozent um 0,1 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahresmonats.

Der Abstand zum vergangenen Jahr hat sich allerdings deutlich verringert. Im September 2025 hatte die Zahl der Arbeitslosen noch um 148.000 über dem Stand von September 2024 gelegen. Damals hatte die Bundesagentur ebenfalls von einer schwachen Herbstbelebung gesprochen.

Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt verhalten

Auch die Zahl der bei der Bundesagentur gemeldeten freien Stellen liefert Hinweise auf die Verfassung des Arbeitsmarktes. Im September waren rund 660.000 Arbeitsstellen zur Vermittlung gemeldet. Das waren etwa 30.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Bereits im August hatte die Bundesagentur 656.000 gemeldete Arbeitsstellen gezählt und die Nachfrage der Unternehmen nach neuen Beschäftigten als weiterhin niedrig eingeordnet. Der leichte Anstieg im September verändert dieses Gesamtbild zunächst nur begrenzt.

Gleichzeitig zeigen andere Konjunkturindikatoren, dass der Arbeitsmarkt weiterhin unter dem schwachen wirtschaftlichen Umfeld leidet. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte Mitte September darauf hingewiesen, dass die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit im August leicht gestiegen war und die Erwerbstätigkeit zuletzt zurückgegangen war. Positive konjunkturelle Impulse wirkten sich demnach bislang nur verzögert auf den Arbeitsmarkt aus.

Beschäftigung war zuletzt rückläufig

Auch die Entwicklung der Erwerbstätigkeit spricht gegen eine vorschnelle Interpretation des September-Rückgangs als Trendwende. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes waren im Juli rund 45,48 Millionen Menschen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Das waren 223.000 oder 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Saisonbereinigt sank die Zahl gegenüber Juni leicht um 13.000.

Der Rückgang zieht sich bereits seit mehreren Monaten durch die Statistik. Im zweiten Quartal 2026 waren am Arbeitsort Deutschland rund 45,7 Millionen Menschen erwerbstätig. Gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres entsprach dies einem Minus von 212.000 Personen. Besonders das Verarbeitende Gewerbe und das Baugewerbe verzeichneten weniger Beschäftigte. Erstmals seit der Corona-Krise ging die Erwerbstätigkeit auch in den Dienstleistungsbereichen zurück.

Unterbeschäftigung bleibt auf hohem Niveau

Ein umfassenderes Bild als die reine Arbeitslosenzahl liefert die Unterbeschäftigung. Sie berücksichtigt neben registrierten Arbeitslosen unter anderem Menschen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und kurzfristig Arbeitsunfähige. Für September wurde saisonbereinigt ein Niveau von rund 3,615 Millionen Personen ausgewiesen. Damit bleibt die Unterbeschäftigung auf einem hohen Stand.

Zudem bezogen rund 1,082 Millionen Menschen Arbeitslosengeld. Das waren etwa 85.000 mehr als ein Jahr zuvor. In der Grundsicherung wurden rund 3,704 Millionen erwerbsfähige Leistungsberechtigte gezählt, rund 145.000 weniger als im Vorjahresvergleich.

Herbstbelebung bringt noch keine klare Trendwende

Die September-Zahlen zeigen damit zwei unterschiedliche Entwicklungen. Gegenüber dem August hat sich der Arbeitsmarkt sichtbar entspannt, und die Zahl der registrierten Arbeitslosen ist wieder knapp unter drei Millionen gefallen. Gegenüber dem Vorjahr bleibt die Arbeitslosigkeit jedoch erhöht, während die Beschäftigung zuletzt rückläufig war.

Auch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sieht weiterhin eine verhaltene Entwicklung. Sein Arbeitsmarktbarometer lag im September bei der Komponente Arbeitslosigkeit mit 99,9 Punkten knapp unter der neutralen Marke von 100. Die Beschäftigungskomponente sank auf 99,3 Punkte. Das deutet eher auf eine schwache Beschäftigungsentwicklung als auf einen kräftigen Aufschwung hin.

Die Marke von drei Millionen bleibt daher vor allem ein auffälliger statistischer Schwellenwert. Entscheidend für die weitere Entwicklung sind neben der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit vor allem Beschäftigung, Stellenangebot und wirtschaftliche Dynamik. Die September-Daten zeigen eine saisonale Entspannung, aber noch keinen breit getragenen Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt.

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