Mehr als drei Millionen Arbeitslose: Arbeitsmarkt bleibt schwach

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im August 2026 weiter gestiegen und den zweiten Monat in Folge über der Marke von drei Millionen geblieben. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im August bundesweit 3,061 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 54.000 mehr als im Juli 2026 und 36.000 mehr als im August 2025.

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Die Arbeitslosenquote stieg im August 2026 gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent. Im August 2025 hatte sie bei 6,4 Prozent gelegen. Die Arbeitsmarktzahlen August 2026 zeigen damit weiterhin eine verhaltene Entwicklung, wobei ein Teil des Anstiegs auf die übliche Sommerentwicklung zurückgeht.

Saisonbereinigt fällt die Veränderung deutlich geringer aus. Nach Herausrechnung der regelmäßig wiederkehrenden jahreszeitlichen Effekte nahm die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Juli 2026 um 4.000 zu. Damit entwickelte sich der bundesweite Arbeitsmarkt etwas günstiger als von den im Vorfeld von Reuters befragten Analysten erwartet. Diese hatten saisonbereinigt mit einem Plus von 5.000 gerechnet.

Bundesagentur sieht weiterhin wenig Dynamik

Die Bundesagentur bewertet die Lage am Arbeitsmarkt weiterhin zurückhaltend. BA-Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles erklärte bei der Veröffentlichung der August-Zahlen, dass auch abseits der saisonüblichen Entwicklung nur wenig Bewegung zu erkennen sei. Damit setze sich die schwache Entwicklung der vergangenen Monate fort.

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Auch die Unterbeschäftigung deutet nicht auf eine deutliche Trendwende hin. Sie umfasst neben registrierten Arbeitslosen unter anderem Menschen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen oder kurzfristig Arbeitsunfähige. Saisonbereinigt sank die Unterbeschäftigung im August 2026 gegenüber Juli allerdings um 3.000. Insgesamt lag sie im August bei 3,674 Millionen Menschen und damit um 33.000 über dem Stand von August 2025.

Bei der Beschäftigung bleibt die Entwicklung ebenfalls gedämpft. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg nach Hochrechnung der Bundesagentur von Mai auf Juni 2026 saisonbereinigt lediglich um 1.000 Personen. Im Juni 2026 waren 34,81 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gegenüber Juni 2025 waren das 73.000 weniger.

Das Statistische Bundesamt ermittelte für Juli 2026 insgesamt 45,66 Millionen Erwerbstätige nach dem Inlandskonzept. Saisonbereinigt waren das 14.000 weniger als im Juni 2026 und 226.000 weniger als im Juli 2025.

656.000 offene Stellen bei der Bundesagentur gemeldet

Bei der Nachfrage nach neuen Arbeitskräften sind erste Verbesserungen bei den absoluten Stellenzahlen zu erkennen, eine kräftige Belebung lässt sich daraus bislang jedoch nicht ableiten. Im August 2026 waren bei der Bundesagentur 656.000 offene Arbeitsstellen registriert. Im Juli 2026 waren es 653.000 gewesen. Damit stieg der Bestand innerhalb eines Monats um 3.000 Stellen.

Gegenüber August 2025 waren im August 2026 rund 25.000 Stellen mehr gemeldet. Die Bundesagentur bezeichnet die Arbeitskräftenachfrage dennoch weiterhin als schwach.

Auch der BA-Stellenindex BA-X, der neben dem Bestand an gemeldeten Stellen auch neu eingehende Angebote berücksichtigt, spricht noch nicht für einen starken Aufschwung. Er lag im August 2026 unverändert zum Juli bei 103 Punkten. Gegenüber August 2025 war der Index vier Punkte höher.

Dabei bildet der bei der Bundesagentur gemeldete Stellenbestand nicht sämtliche freien Arbeitsplätze in Deutschland ab, da Unternehmen ihre Vakanzen nicht vollständig bei der Behörde melden.

Kurzarbeit steigt gegenüber Mai, liegt aber unter Vorjahr

Bei der konjunkturellen Kurzarbeit liegen die Daten zur tatsächlichen Nutzung erst mit zeitlicher Verzögerung vor. Für Juni 2026 weist die Bundesagentur nach vorläufiger Hochrechnung rund 140.000 Beschäftigte aus, die konjunkturelles Kurzarbeitergeld erhielten.

Das waren im Juni 2026 etwa 8.000 Kurzarbeiter mehr als im Mai 2026. Gegenüber Juni 2025 ging die Zahl dagegen um rund 55.000 zurück. Die Bundesagentur stuft die Nutzung der Kurzarbeit weiterhin als etwas erhöht ein.

Für den laufenden August gibt es bislang lediglich Anzeigen der Unternehmen über einen möglichen Arbeitsausfall. Vom 1. bis einschließlich 24. August 2026 wurde für rund 14.000 Beschäftigte konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Eine solche Anzeige bedeutet noch nicht, dass für alle Betroffenen später tatsächlich Kurzarbeitergeld gezahlt wird.

Ökonomen sehen vorsichtige Signale einer Stabilisierung

Neben den offiziellen Arbeitsmarktdaten gibt es Hinweise darauf, dass sich die Lage in den Unternehmen zumindest allmählich stabilisieren könnte. Das ifo Beschäftigungsbarometer stieg im August 2026 von 93,0 Punkten im Juli auf 94,8 Punkte. Damit erreichte der Indikator seinen höchsten Wert seit Mai 2025.

Nach Einschätzung des ifo-Konjunkturchefs Timo Wollmershäuser deutet dies auf eine leichte Verbesserung am Arbeitsmarkt hin. Zugleich planen die Unternehmen insgesamt weiterhin eher einen Stellenabbau als einen Beschäftigungsaufbau. Besonders in der Industrie hat der Abbau nach der ifo-Umfrage zwar an Tempo verloren, in zahlreichen Branchen bleiben die Personalpläne jedoch zurückhaltend.

Für die kommenden Monate ergibt sich deshalb ein gemischtes Bild. Die offiziellen August-Zahlen zeigen weder einen kräftigen Beschäftigungseinbruch noch eine deutliche Erholung. Saisonbereinigt nahm die Arbeitslosigkeit nur geringfügig zu, gleichzeitig liegt die Zahl der Arbeitslosen über dem Vorjahresniveau und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung unter dem Stand von Mitte 2025.

Der August ist zudem regelmäßig von saisonalen Einflüssen geprägt. Schulferien, das Ende von Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnissen sowie spätere Neueinstellungen führen in dieser Zeit häufig zu einem Anstieg der registrierten Arbeitslosigkeit. Ob die übliche Herbstbelebung 2026 stärker ausfällt, hängt wesentlich davon ab, ob die konjunkturelle Erholung in Deutschland auch zu zusätzlichen Einstellungen führt.

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