
Auf der Insel Rügen müssen sich Autofahrer ab Montagabend, 26. Oktober 2026, auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Die Bundesstraße 196 wird zwischen Süllitz und Lancken-Granitz an insgesamt fünf Nächten vollständig gesperrt. Betroffen ist eine wichtige Straßenverbindung in Richtung der Halbinsel Mönchgut. Während die Strecke tagsüber befahrbar bleibt, ist die Durchfahrt nachts zwischen 20 und 6 Uhr nicht möglich. Auch im Busverkehr gelten Einschränkungen.
Nach Angaben des Straßenbauamtes Stralsund vom 20. Oktober 2026 beginnen die Asphaltarbeiten am Montag, 26. Oktober, um 20 Uhr. Die Arbeiten sind bis zum Morgen des 1. November vorgesehen. In diesem Zeitraum wird die Bundesstraße während fünf einzelner Nächte vollständig gesperrt.
Die Vollsperrungen gelten vom 26. auf den 27. Oktober, vom 27. auf den 28. Oktober, vom 28. auf den 29. Oktober und vom 29. auf den 30. Oktober. Eine weitere Sperrung ist für die Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November geplant. Jede Sperrung beginnt um 20 Uhr und endet planmäßig am folgenden Morgen um 6 Uhr.
Eine Ausnahme gibt es in der Nacht von Freitag, 30. Oktober, auf Samstag, 31. Oktober. Dann finden keine Asphaltarbeiten statt und die Strecke bleibt befahrbar. Tagsüber ist der Verkehr grundsätzlich in beiden Fahrtrichtungen möglich, allerdings mit reduzierter Geschwindigkeit.
Der eigentliche Bauabschnitt ist knapp 700 Meter lang. Er beginnt an der Kreuzung der B 196 mit der Landesstraße 29 in Richtung Putbus und erstreckt sich von Süllitz in Richtung Lancken-Granitz. Die Strecke liegt im Landkreis Vorpommern-Rügen.
Besonders betroffen sind damit Autofahrer, die über die Bundesstraße in Richtung Sellin, Baabe, Göhren und Mönchgut unterwegs sind oder von dort zurückfahren möchten.
Eine zusätzliche Einschränkung betrifft die Landesstraße 29. Deren Einmündung in die B 196 bleibt während der Bauarbeiten sowohl tagsüber als auch nachts gesperrt. Für den Verkehr aus Putbus sieht die offizielle Verkehrsführung eine Strecke über die L 301 nach Bergen und anschließend über die B 196 nach Serams vor.
Diese Umleitung ersetzt allerdings keine durchgehende Umfahrung des nachts gesperrten Bauabschnitts in Richtung Mönchgut. Eine geeignete örtliche Ausweichstrecke für den regulären Autoverkehr steht nach Angaben des Straßenbauamtes nicht zur Verfügung.
Grund für die Arbeiten ist der beschädigte Fahrbahnbelag. Auf dem betroffenen Abschnitt müssen sowohl die Deckschicht als auch die darunterliegende Binderschicht erneuert werden.
Eine Sanierung bei halbseitig aufrechterhaltenem Verkehr ist während der Hauptarbeiten nach Angaben der Straßenbaubehörde nicht möglich. Die vorhandene Fahrbahnbreite reicht dafür nicht aus.
Hinzu kommt, dass umliegende Straßen aufgrund ihrer Breite und Tragfähigkeit nicht als reguläre Umleitung genutzt werden können. Auch eine provisorische Umfahrung scheidet wegen des vorhandenen Alleenbestands aus.
Verantwortlich für die Maßnahme ist das Straßenbauamt Stralsund. Die Arbeiten übernimmt die ASA Bau GmbH aus Greifswald. Die Gesamtkosten beziffert die Behörde auf rund 900.000 Euro, finanziert durch die Bundesrepublik Deutschland.
Die Sanierung wurde bewusst in eine verkehrsärmere Zeit außerhalb der touristischen Hauptsaison gelegt. Damit sollen die Auswirkungen auf den Verkehr sowie auf Unternehmen und Urlaubsgäste begrenzt werden.
Auch Fahrgäste der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) müssen während der Sperrungen umplanen. Das Unternehmen hat bereits am 19. Oktober Änderungen für mehrere Buslinien angekündigt.
Auf der Linie 20 wird zwischen Serams Wendeplatz und Sellin Schule ein Ersatzkleinbus eingesetzt. An beiden Endpunkten bestehen nach Angaben der VVR Anschlüsse an die regulären Linienbusse. Die begrenzte Größe des Ersatzfahrzeugs bringt allerdings eine deutliche Einschränkung mit sich: Insgesamt stehen maximal 17 Sitz- und Stehplätze zur Verfügung.
Diese Kapazität soll nach dem Wunsch des Verkehrsunternehmens vorrangig Berufstätigen zugutekommen. Fahrgäste werden gebeten, in diesem Zeitraum auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten.
Für Fahrten in Richtung Göhren und Klein Zicker sind weitere Umstiege vorgesehen. An der Haltestelle Sellin Schule besteht ein Anschluss nach Göhren Heimatmuseum und dort an die Linie 21 in Richtung Klein Zicker.
Daneben entfallen einzelne Fahrten der Linie 25 zwischen Sellin und Baabe. Auf der Regiobuslinie mv86 sind die letzten vorgesehenen Fahrten ab Sassnitz um 16.41 Uhr und ab Klein Zicker um 18.29 Uhr angesetzt. Spätere Fahrten dieser Linie werden laut VVR gestrichen.
Auch frühe Verbindungen der Linie 20 sind betroffen. Für Fahrten vor 6 Uhr gibt es ebenfalls einen Ersatzkleinbus. Ein Fahrradanhänger kann bei den betroffenen Ersatzfahrten nicht mitgeführt werden.
Für Kranken- und Rettungsverkehre wurden nach Angaben des Straßenbauamtes besondere Lösungen vereinbart. Damit gibt es für diese Fahrzeuge abweichende Regelungen während der nächtlichen Vollsperrung.
Die Einzelheiten dieser Sonderregelungen wurden nicht öffentlich erläutert. Eine allgemeine Durchfahrtserlaubnis für Anlieger wurde ebenfalls nicht bekanntgegeben.
Der Radweg, der parallel zur Bundesstraße verläuft, bleibt nach Angaben der Behörde nutzbar. Lediglich beim Anschluss des Gehwegs an die Bushaltestelle kann es vorübergehend zu Einschränkungen kommen.
Für die Rügensche BäderBahn, die unter dem Namen Rasender Roland zwischen Putbus und Göhren verkehrt, ist im Zusammenhang mit dieser Straßensanierung keine besondere Fahrplanänderung veröffentlicht. Der Betreiber führt für den 26. Oktober weiterhin Zugverbindungen über Binz und Sellin nach Göhren auf.
Mit der voraussichtlichen Freigabe am Sonntagmorgen, 1. November, sind die gesamten Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen. Ab Montag, 2. November, folgen nach Angaben des Straßenbauamtes weitere Maßnahmen.
Dazu zählen der Rückbau des Baumschutzes, die Herrichtung der Warteflächen an Bushaltestellen und abschließende Arbeiten. Diese sollen voraussichtlich bis zum 30. November dauern. Währenddessen ist tagsüber eine halbseitige Verkehrsführung vorgesehen.
Die zuständige Behörde plant, die Gesamtmaßnahme bis Ende November abzuschließen. Weitere Abschnitte der B 196 sollen in den kommenden Jahren saniert werden.
Allerdings ist der angekündigte Zeitplan von der Witterung abhängig. Das Straßenbauamt weist darauf hin, dass sich die nächtlichen Sperrzeiten kurzfristig verschieben können. Autofahrer werden aufgefordert, im Baustellenbereich aufmerksam und mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren.
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