Nach UN-Amtszeit: Baerbock übernimmt Professur in New York

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Die frühere Bundesaußenministerin Annalena Baerbock bleibt auch nach dem Ende ihrer Amtszeit bei den Vereinten Nationen in New York. Sie wechselt im Herbst an die Columbia University und übernimmt dort eine praxisorientierte Professur an der School of International and Public Affairs, kurz SIPA. Die Universität bestätigte den Personalwechsel inzwischen offiziell. Damit steht fest, wie Baerbocks beruflicher Weg nach ihrem einjährigen Amt als Präsidentin der UN-Generalversammlung weitergeht.

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Baerbock soll an der Hochschule den Titel Professor of Professional Practice tragen und zugleich als Co-Direktorin am Masterstudiengang Master of Public Administration in Global Leadership mitwirken. Nach Angaben der Columbia University wird sie außerdem drei neue Lehrveranstaltungen aus ihrem Fachgebiet anbieten. Die Universität setzt bei dieser Form der Professur ausdrücklich auf berufliche Erfahrung und praktische Expertise. Baerbock an der Columbia University ist damit vor allem als Wechsel von der internationalen Politik in eine praxisorientierte akademische Tätigkeit zu verstehen.

Baerbock übernimmt Aufgabe an der Columbia University

Die neue Position ist an der School of International and Public Affairs angesiedelt, einer auf internationale Politik, Verwaltung und globale Fragen spezialisierten Fakultät der Columbia University. Das Global-Leadership-Programm richtet sich vor allem an Berufstätige mit umfangreicher Führungserfahrung. Nach Angaben der Hochschule handelt es sich um einen zehnmonatigen Vollzeitstudiengang für Fach- und Führungskräfte, die in Politik, Wirtschaft, internationalen Organisationen oder im gemeinnützigen Bereich tätig sind.

Baerbock wird dort nicht nur lehren, sondern auch an der Leitung des Studienprogramms beteiligt sein. Als Co-Direktorin soll sie gemeinsam mit der bestehenden Programmleitung Verantwortung für die inhaltliche Ausrichtung übernehmen. Die Universität nennt ihre Erfahrungen in der deutschen und internationalen Politik ausdrücklich als Hintergrund für die Berufung.

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Die Bezeichnung Professor of Professional Practice unterscheidet sich dabei von einer klassischen Forschungsprofessur. Solche Positionen sind an US-amerikanischen Hochschulen häufig auf Personen ausgerichtet, die besondere berufliche Erfahrungen aus Politik, Wirtschaft, Recht oder anderen Praxisfeldern in die akademische Ausbildung einbringen. Eine traditionelle wissenschaftliche Laufbahn mit Promotion und langjähriger Forschungstätigkeit ist dafür nicht zwingend Voraussetzung.

UN-Amtszeit endet am 8. September

Baerbocks Amtszeit als Präsidentin der 80. UN-Generalversammlung endet offiziell am 8. September 2026. Die Sitzung hatte am 9. September 2025 begonnen. Die frühere Außenministerin war im Juni 2025 von der Generalversammlung gewählt worden und übernahm anschließend für ein Jahr die Leitung des wichtigsten Plenarorgans der Vereinten Nationen.

Das Amt der Präsidentin der UN-Generalversammlung ist nicht mit der Position des UN-Generalsekretärs vergleichbar. Die Präsidentin leitet die Sitzungen der Generalversammlung, koordiniert deren Arbeit und übernimmt repräsentative sowie diplomatische Aufgaben. Die 193 Mitgliedstaaten kommen dort zusammen, wobei jeder Staat grundsätzlich über eine Stimme verfügt.

Zu den Themen während Baerbocks Amtszeit gehörten unter anderem die Zukunft des multilateralen Systems, nachhaltige Entwicklung, Menschenrechte und die Vorbereitung des Auswahlprozesses für die Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres. Im Juni wurde bereits ihr Nachfolger für die nächste Sitzungsperiode gewählt. Khalilur Rahman aus Bangladesch übernimmt die Präsidentschaft der 81. UN-Generalversammlung.

Von der deutschen Politik nach New York

Der Wechsel an die Universität setzt Baerbocks berufliche Neuorientierung nach ihrem Ausscheiden aus der deutschen Bundespolitik fort. Von Dezember 2021 bis Mai 2025 war sie Bundesministerin des Auswärtigen. Zuvor und parallel dazu gehörte sie seit 2013 dem Deutschen Bundestag an. Ihr Bundestagsmandat endete im Juni 2025.

Baerbock hatte außerdem von 2018 bis 2022 gemeinsam mit Robert Habeck die Grünen geführt und war bei der Bundestagswahl 2021 Kanzlerkandidatin ihrer Partei. Nach dem Regierungswechsel im Mai 2025 schied sie aus dem Auswärtigen Amt aus. Wenige Wochen später wurde sie zur Präsidentin der UN-Generalversammlung gewählt.

Mit der neuen Tätigkeit bleibt ihr beruflicher Schwerpunkt auf internationalen Fragen ausgerichtet. Anders als während ihrer Zeit als Außenministerin oder an der Spitze der UN-Generalversammlung wird sie künftig jedoch keine staatliche oder zwischenstaatliche Spitzenfunktion ausüben. Ihre neue Aufgabe verbindet stattdessen politische Praxiserfahrung mit Lehre und der Ausbildung international ausgerichteter Führungskräfte.

Was das Global-Leadership-Programm vermittelt

Das Masterprogramm der Columbia University ist speziell für erfahrene Berufstätige konzipiert. Nach Angaben der Hochschule sollen Bewerber in der Regel über mindestens zehn Jahre zunehmender beruflicher Verantwortung verfügen. Inhaltlich verbindet das Studium globale politische Fragestellungen mit strategischem Denken, Management und Führung.

Die Studierenden können einen großen Teil ihres Lehrplans individuell zusammenstellen. Zum Angebot der School of International and Public Affairs gehören mehrere hundert Lehrveranstaltungen aus Bereichen wie internationale Beziehungen, Sicherheitspolitik, Wirtschaft, Klimapolitik, Technologie und öffentliche Verwaltung. Das Programm beginnt mit einer intensiven Sommerphase und wird anschließend während des Herbst- und Frühjahrssemesters fortgesetzt.

Die SIPA gehört zur Columbia University in New York und bildet seit Jahrzehnten Studierende und Berufstätige für Aufgaben in Regierungen, internationalen Institutionen, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen aus. Die Berufung von Praktikern aus Politik und öffentlichem Leben gehört zum Konzept der Fakultät. Baerbocks neuer Titel ist deshalb ausdrücklich auf professionelle Erfahrung ausgerichtet.

Columbia bestätigt den Wechsel offiziell

Erste Berichte über Baerbocks neuen Posten hatten sich zunächst auf informierte Kreise gestützt. Inzwischen besteht bei den wesentlichen Punkten keine entsprechende Unsicherheit mehr. Die Columbia University führte Baerbock am 25. August offiziell unter den neuen Lehrkräften für das akademische Jahr 2026 und 2027 auf.

Bestätigt sind ihre Position als Professor of Professional Practice, ihre Funktion als Co-Direktorin des Masterprogramms sowie drei geplante neue Lehrveranstaltungen. Damit ist auch klar, dass Baerbock nach dem Ende ihrer UN-Amtszeit zunächst in New York bleibt. Über weitere längerfristige berufliche oder politische Pläne machte die Universität keine Angaben.

Der Wechsel markiert damit einen weiteren Einschnitt in Baerbocks Laufbahn. Nach mehr als einem Jahrzehnt als Bundestagsabgeordnete, mehreren Jahren an der Spitze der Grünen, ihrer Amtszeit als deutsche Außenministerin und einem Jahr als Präsidentin der UN-Generalversammlung folgt nun eine Tätigkeit in der universitären Ausbildung. Ihr Schwerpunkt bleibt dabei eng mit internationaler Politik und globaler Führung verbunden.

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