Warum der Weg zum Bargeld in Deutschland länger wird

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Wer Bargeld abheben möchte, findet in Deutschland immer weniger klassische Anlaufstellen. Sowohl die Zahl der Geldautomaten als auch das Filialnetz der Banken schrumpfen weiter. Die neuesten Daten der Deutschen Bundesbank zeigen für 2025 erneut deutliche Rückgänge. Gleichzeitig ist Bargeld für einen großen Teil der Bevölkerung weiterhin vergleichsweise gut erreichbar. Gerade außerhalb der Städte werden die Wege jedoch häufiger länger.

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Die Bargeldversorgung in Deutschland befindet sich damit in einem schrittweisen Strukturwandel. Ursache ist nicht ein einzelner Faktor. Digitalisierung, Kostendruck, ein verändertes Kundenverhalten und die zunehmende Nutzung elektronischer Zahlungsmittel verändern das Bankgeschäft und damit auch die Infrastruktur für Bargeld.

Zahl der Geldautomaten fällt auf rund 48.000

Ende 2025 wurden in Deutschland noch rund 48.000 Geldautomaten mit Auszahlungsfunktion von deutschen Zahlungsdienstleistern betrieben. Das geht aus der im Juli 2026 veröffentlichten Zahlungsverkehrsstatistik der Deutschen Bundesbank hervor. Ende 2024 waren es noch rund 49.700. Innerhalb eines Jahres sank die Zahl damit um etwa 3 Prozent.

Der Rückgang setzt einen länger laufenden Trend fort. Für Ende 2023 hatte die Bundesbank noch rund 51.300 Geldautomaten ausgewiesen. Ende 2024 waren es rund 49.750. Damit sind innerhalb von zwei Jahren mehrere Tausend Automaten aus dem Netz verschwunden.

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Geldautomaten spielen für die Bargeldversorgung weiterhin eine zentrale Rolle. Nach einer repräsentativen Bundesbank-Erhebung nutzten 96 Prozent der Befragten, die Bargeld abhoben, dafür Geldautomaten. Auf diese entfielen 78 Prozent des insgesamt abgehobenen Bargeldbetrags.

Auch das Filialnetz schrumpft weiter

Parallel dazu schließen Banken weitere Geschäftsstellen. Nach der Bankstellenstatistik der Deutschen Bundesbank sank die Zahl der inländischen Zweigstellen im Verlauf des Jahres 2025 von 17.870 auf 16.799. Das entspricht einem Rückgang um 1.071 Standorte oder 6 Prozent innerhalb eines Jahres.

Bereits 2024 war das Filialnetz laut Bundesbank um 8,4 Prozent geschrumpft. Für 2025 fiel der prozentuale Rückgang damit etwas geringer aus, der langfristige Trend setzte sich aber fort. Die Bundesbank nennt ausdrücklich Digitalisierung, hohen Kostendruck und ein verändertes Kundenverhalten als wesentliche Gründe für die Ausdünnung des Filialnetzes.

Auch die Zahl der Kreditinstitute nimmt weiter ab. Ende 2025 gab es nach Bundesbank-Angaben noch 1.329 Institute in Deutschland. Ein Jahr zuvor waren es 1.368. Ein wesentlicher Grund für diesen Rückgang sind Zusammenschlüsse, insbesondere im genossenschaftlichen Bankensektor.

Bargeld bleibt wichtig, Kartenzahlungen nehmen aber zu

Die Entwicklung der Bargeldinfrastruktur fällt in eine Zeit, in der sich auch das Zahlungsverhalten deutlich verändert. Für ihre Studie zum Zahlungsverhalten befragte die Bundesbank zwischen September und Dezember 2025 insgesamt 6.070 Menschen ab 18 Jahren. Zusätzlich dokumentierten die Teilnehmer ihre Zahlungen in einem dreitägigen Tagebuch.

Bei den erfassten Einkäufen wurden 2025 erstmals 55 Prozent der Zahlungen bargeldlos abgewickelt. Auf Bargeld entfielen noch 45 Prozent. Damit lag die Summe der unbaren Zahlungsarten erstmals über dem Bargeldanteil. Bargeld blieb allerdings weiterhin ein sehr häufig genutztes einzelnes Zahlungsmittel.

Auch die Zahlungsverkehrsstatistik zeigt die wachsende Bedeutung der Karte. Im Jahr 2025 wurden mit Karten deutscher Zahlungsdienstleister rund 14,5 Milliarden Zahlungen durchgeführt. Das waren nach Angaben der Bundesbank 11 Prozent mehr als 2024.

Der Rückgang von Filialen fällt damit mit einer zunehmenden Verlagerung alltäglicher Bankgeschäfte und Zahlungen auf digitale Angebote zusammen. Für die Schließung einzelner Automaten lässt sich daraus jedoch nicht automatisch eine konkrete Ursache ableiten. Standortentscheidungen treffen die jeweiligen Betreiber.

17 Prozent empfinden den Weg zum Bargeld als schwierig

Trotz des Rückbaus bewertet die Bundesbank die Versorgung mit Bargeld insgesamt weiterhin als weitgehend gewährleistet. Allerdings zeigen die jüngsten Befragungsdaten eine Verschlechterung bei der subjektiven Erreichbarkeit.

In der Bundesbank-Studie zum Zahlungsverhalten 2025 bezeichneten 39 Prozent der Nutzer den Weg zu einem Geldautomaten oder Bankschalter als sehr einfach, weitere 44 Prozent als ziemlich einfach. 13 Prozent stuften ihn als ziemlich schwierig ein, 4 Prozent als sehr schwierig. Damit empfanden insgesamt 17 Prozent der Befragten den Zugang als schwierig.

Gegenüber der Befragung von 2023 sank insbesondere der Anteil der Menschen, die den Weg als sehr einfach einschätzten, um acht Prozentpunkte. Die Bundesbank nennt den Rückgang von Geldautomaten und Bankstellen als mögliche Erklärung für diese Entwicklung.

Auf dem Land sind die Wege länger

Wie groß die Unterschiede zwischen Stadt und Land bereits sind, zeigt eine räumliche Analyse der Bundesbank, die im März 2025 veröffentlicht wurde. Nach den dafür ausgewerteten Daten lebten 95,3 Prozent der Bevölkerung höchstens fünf Kilometer vom nächsten Geldautomaten oder Bankschalter eines Kreditinstituts entfernt. 99,7 Prozent hatten einen solchen Zugangspunkt innerhalb von zehn Kilometern.

Die Unterschiede zwischen Stadt und Land waren allerdings deutlich. In städtischen Regionen befand sich für 98,1 Prozent der Bevölkerung ein Geldautomat oder Bankschalter innerhalb von fünf Kilometern. In ländlichen Regionen lag der Anteil bei 90,3 Prozent. Die durchschnittliche Entfernung zum nächsten entsprechenden Abhebeort betrug bundesweit etwa 1,4 Kilometer, in Stadtregionen rund 1,1 Kilometer und auf dem Land rund 1,9 Kilometer.

Rund 3,6 Millionen Menschen lebten nach der damaligen Bundesbank-Auswertung zudem in einer Gemeinde ohne Geldautomaten oder Bankschalter und mussten für eine Bargeldabhebung die eigene Gemeinde verlassen. Insgesamt verfügten etwa 6.000 von knapp 11.000 Gemeinden über mindestens einen solchen Zugangspunkt. Dort lebten rund 96 Prozent der Bevölkerung.

Bargeld verschwindet nicht, die Infrastruktur verändert sich

Die offiziellen Zahlen belegen damit keinen flächendeckenden Mangel an Bargeldzugängen. Sie zeigen aber eine klare Entwicklung: Die Zahl der Geldautomaten und Bankfilialen sinkt, während ein wachsender Anteil der Zahlungen elektronisch erfolgt.

Möglichkeiten zur Bargeldauszahlung im Einzelhandel ergänzen das klassische Netz. Nach der Analyse der Bundesbank verändert diese Möglichkeit die geografische Erreichbarkeit jedoch nur begrenzt. Geldautomaten und Bankschalter bleiben deshalb insbesondere für die flächendeckende Versorgung wichtige Bestandteile der Infrastruktur.

Für die kommenden Jahre wird entscheidend sein, wie weit der Rückbau der klassischen Bankinfrastruktur fortschreitet und ob alternative Abhebemöglichkeiten die entstehenden Lücken ausgleichen. Die aktuellen Bundesbank-Daten zeigen jedenfalls bereits, dass der Weg zum Bargeld für einen Teil der Bevölkerung aufwendiger geworden ist.

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