BASF macht Agrarsparte fit für die Börse

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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BASF kommt mit dem geplanten Börsengang seines Agrargeschäfts einen weiteren Schritt voran. Der Chemiekonzern hat vier internationale Investmentbanken mit der Vorbereitung der Transaktion beauftragt. Citi, Deutsche Bank, Goldman Sachs und J.P. Morgan sollen als globale Koordinatoren den Prozess für Agricultural Solutions begleiten. BASF strebt weiterhin an, die Sparte bis Mitte 2027 börsenreif zu machen. Eine Notierung ist an der Frankfurter Wertpapierbörse vorgesehen.

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Damit wird aus der bereits länger angekündigten Neuordnung des Agrargeschäfts ein zunehmend konkretes Kapitalmarktprojekt. Der Börsengang von BASF Agricultural Solutions gehört zu den zentralen Portfolioentscheidungen des Ludwigshafener Konzerns. BASF will allerdings nicht vollständig aus dem Geschäft aussteigen. Vorgesehen ist ein Teilbörsengang, nach dem der Konzern Mehrheitsaktionär bleiben soll. Wann Aktien der Agrarsparte tatsächlich erstmals gehandelt werden könnten, steht noch nicht fest. Die angestrebte Börsenreife bis Mitte 2027 ist deshalb nicht mit einem verbindlichen Termin für den Börsengang gleichzusetzen.

Vier Großbanken bereiten den BASF-Börsengang vor

Mit der Berufung der Investmentbanken beginnt eine wichtige Phase der Vorbereitung. Globale Koordinatoren übernehmen bei großen Börsengängen typischerweise zentrale Aufgaben bei Strukturierung, Investorenansprache und Platzierung. BASF hat mit Citi, Deutsche Bank, Goldman Sachs und J.P. Morgan vier Institute ausgewählt, die regelmäßig internationale Kapitalmarkttransaktionen begleiten.

Die geplante Gesellschaft soll als Societas Europaea, kurz SE, an die Börse gebracht werden. Frankfurt steht bereits als vorgesehener Handelsplatz fest. BASF hatte die grundsätzliche Absicht eines Teilbörsengangs erstmals im Zuge seiner neuen Konzernstrategie konkretisiert und arbeitet seitdem daran, Agricultural Solutions organisatorisch stärker vom übrigen Konzern zu trennen. Dazu gehören eine eigenständige Unternehmensstruktur und separate IT- und Steuerungsprozesse.

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Agrargeschäft gehört zu den ertragsstarken BASF-Sparten

Agricultural Solutions ist für BASF ein bedeutendes Geschäft. Die Sparte erzielte 2025 mit externen Kunden einen Umsatz von 9,587 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg trotz des Umsatzrückgangs gegenüber dem Vorjahr um 7,4 Prozent auf 2,081 Milliarden Euro. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 19,8 auf 21,7 Prozent. Zum Portfolio gehören chemische und biologische Pflanzenschutzmittel, Saatgut, Saatgutbehandlung, Pflanzeneigenschaften sowie digitale Angebote für die Landwirtschaft.

Auch im laufenden Jahr bleibt Agricultural Solutions ein milliardenschwerer Geschäftsbereich. Im ersten Halbjahr 2026 erreichte die Sparte einen Umsatz von 5,315 Milliarden Euro. Das waren 1,6 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das EBITDA vor Sondereinflüssen sank um 4,4 Prozent auf 1,550 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal allein stieg der Umsatz dagegen leicht um 0,6 Prozent auf 2,210 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA legte in diesem Zeitraum um 7,5 Prozent auf 448 Millionen Euro zu.

BASF will eigenständigen Agrarkonzern schaffen

Der geplante Schritt an den Kapitalmarkt ist Teil einer umfassenderen Neuordnung von BASF. Unter der Konzernstrategie Winning Ways sollen einzelne Geschäfte stärker nach ihren eigenen Marktbedingungen gesteuert werden. Agricultural Solutions soll sich dabei zu einem eigenständigen, ausschließlich auf den Agrarmarkt ausgerichteten Unternehmen entwickeln. BASF verspricht sich davon eine klarere Bewertung des Geschäfts am Kapitalmarkt und größere unternehmerische Eigenständigkeit für die Sparte.

Die organisatorischen Vorbereitungen laufen bereits seit längerem. BASF arbeitet an der rechtlichen Abgrenzung des Geschäfts und an einem eigenen branchenspezifischen ERP-System. Für Agricultural Solutions wurde zudem eine eigene Führungsstruktur aufgebaut. Das Management Board der Sparte wird von Livio Tedeschi geleitet. Diese Schritte sollen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass das Unternehmen künftig unabhängig von den übrigen BASF-Geschäften geführt und als eigenständige börsennotierte Gesellschaft organisiert werden kann.

BASF will nach einem IPO die Kontrolle behalten

Ein vollständiger Verkauf des Agrargeschäfts ist nach den bisherigen Planungen nicht vorgesehen. BASF will bei einem möglichen Börsengang lediglich eine Minderheitsbeteiligung am Kapitalmarkt platzieren und anschließend Mehrheitseigentümer bleiben. Dadurch könnte der Konzern einerseits externe Investoren unmittelbar am Agrargeschäft beteiligen und andererseits weiter an dessen Entwicklung teilhaben.

Für BASF ist die Agrarsparte auch international von erheblicher Bedeutung. Das Geschäft konkurriert auf den weltweiten Märkten für Pflanzenschutz, Saatgut und landwirtschaftliche Technologien unter anderem mit großen Anbietern wie Bayer, Corteva und Syngenta. 2025 entfielen knapp 40 Prozent des Umsatzes von Agricultural Solutions auf Kunden in Nordamerika. Europa stand für knapp 26 Prozent, während Südamerika, Afrika und der Nahe Osten zusammen fast 24 Prozent ausmachten. Damit hängt die Entwicklung der Sparte stark von globalen Agrarmärkten, Wechselkursen, Anbauzyklen und der Nachfrage der Landwirtschaft ab.

Börsenreife bis Mitte 2027 bleibt das nächste Ziel

Mit der Auswahl der vier Investmentbanken rückt nun die technische und finanzielle Vorbereitung der Transaktion in den Mittelpunkt. Bis Mitte 2027 soll Agricultural Solutions nach den aktuellen BASF-Plänen grundsätzlich für einen Börsengang bereit sein. Damit hat der Konzern einen zeitlichen Zielpunkt für die internen Vorbereitungen gesetzt, aber noch keinen festen Handelstag für die Aktien angekündigt.

Der tatsächliche Zeitpunkt einer Platzierung dürfte deshalb erst zu einem späteren Zeitpunkt konkretisiert werden. Für BASF ist zunächst entscheidend, die rechtliche und operative Verselbstständigung abzuschließen und die neue Gesellschaft kapitalmarktfähig aufzustellen. Die jetzt erfolgte Mandatierung der Banken zeigt, dass die Vorbereitung des geplanten Teilbörsengangs inzwischen deutlich über eine strategische Absicht hinausgeht.

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