Hitze-Höhepunkt in Bayern: Am Samstag werden bis 38 Grad erwartet

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Die Hitze in Bayern am Wochenende erreicht nach der aktuellen Prognose des Deutschen Wetterdienstes am Samstag, 15. August, ihren Höhepunkt. Im Norden des Freistaats werden verbreitet 33 bis 38 Grad erwartet, die höchsten Temperaturen in Mainfranken. Im Süden Bayerns rechnet der DWD mit 31 bis 36 Grad. Damit steht Bayern ein sehr heißes Wochenende bevor, allerdings kein neuer Jahreshöchstwert. Gleichzeitig weitet der Wetterdienst seine Hitzewarnungen am Samstag deutlich aus. Ab der Nacht zum Sonntag nähert sich von Nordwesten eine Wetteränderung, die zunächst Schauer und Gewitter und anschließend niedrigere Temperaturen bringt.

DWD warnt am Samstag in weiten Teilen Frankens vor Hitze

Für Freitag hat der DWD wegen starker Wärmebelastung zunächst den bayerischen Untermain im Blick. Betroffen sind die Stadt Aschaffenburg sowie die Landkreise Aschaffenburg und Miltenberg. Die Hitzewarnungen beziehen sich auf den Tageszeitraum von 11 bis 19 Uhr. Am Samstag wird das Warngebiet erheblich größer. Dann gilt die Warnung vor starker Wärmebelastung in insgesamt 32 bayerischen Städten und Landkreisen.

In Unterfranken umfasst das Warngebiet unter anderem Aschaffenburg, Bad Kissingen, Haßberge, Kitzingen, Main-Spessart, Miltenberg, Rhön-Grabfeld sowie Stadt und Landkreis Schweinfurt und Stadt und Landkreis Würzburg. In Mittelfranken gehören Ansbach, Erlangen, Fürth, Nürnberg, Schwabach sowie die Landkreise Erlangen-Höchstadt, Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Nürnberger Land, Roth und Weißenburg-Gunzenhausen dazu. Hinzu kommen Bamberg und Forchheim in Oberfranken, Amberg, Amberg-Sulzbach und Neumarkt in der Oberpfalz, Donau-Ries in Schwaben sowie Eichstätt in Oberbayern.

Dabei handelt es sich um die DWD-Warnung vor starker Wärmebelastung, nicht um die höhere Kategorie extreme Wärmebelastung. Der Wetterdienst bewertet dafür nicht allein die gemessene Lufttemperatur. Entscheidend sind unter anderem die gefühlte Temperatur sowie die nächtliche Abkühlung. Eine extreme Wärmebelastung setzt nach dem DWD-Konzept eine noch höhere thermische Belastung voraus. Die üblichen Wetterwarnstufen für Sturm oder Gewitter dürfen deshalb nicht mit den beiden Hitzewarnkategorien verwechselt werden.

Mainfranken wird heißester Teil Bayerns

Die regionalen Unterschiede sind deutlich. Für Nordbayern erwartet der DWD bereits am Freitag Höchstwerte zwischen 31 und 37 Grad. Am Samstag sollen dort vielerorts 33 bis 38 Grad erreicht werden. Den heißesten Bereich sieht der Wetterdienst in Mainfranken. Damit dürften insbesondere Unterfranken und die warmen Tallagen am Main den Schwerpunkt der Hitze bilden.

In Schwaben und Oberbayern bleibt es ebenfalls heiß, die Spitzenwerte liegen nach der DWD-Prognose aber etwas niedriger. Für Südbayern werden am Samstag 31 bis 36 Grad erwartet. Richtung Alpen und in höheren Lagen dämpft die Höhenlage die Temperaturen zusätzlich. Am westlichen Alpenrand steigt bereits am Samstagabend das Risiko einzelner Gewitter leicht an.

Damit entsteht innerhalb Bayerns ein ausgeprägtes Temperaturgefälle. Während Mainfranken nahe an die 38-Grad-Marke gelangen kann, liegen Teile des Alpenraums mehrere Grad darunter. Auch die Hitzewarnungen spiegeln dieses Muster wider. In Franken ist das Warngebiet am Samstag großflächig, während in Schwaben zunächst nur Donau-Ries und in Oberbayern Eichstätt in der aktuellen Warnliste stehen. Für München bestand am Freitagvormittag keine DWD-Hitzewarnung dieser Kategorie.

38 Grad wären kein neuer Temperaturrekord

Die erwarteten 38 Grad bedeuten trotz der außergewöhnlichen Augusthitze keinen neuen bayerischen Jahresrekord. Der bislang höchste Wert des Jahres 2026 wurde nach DWD-Angaben bereits am 26. Juni in Kitzingen registriert. Dort stieg die Temperatur auf 40,8 Grad. Der Wert bedeutete zugleich einen neuen bayerischen Temperaturrekord.

Die für Samstag prognostizierten Höchstwerte bleiben damit fast drei Grad unter dieser Marke. Ein neuer absoluter Temperaturrekord für Bayern ist nach der aktuellen DWD-Prognose nicht in Sicht. Der außergewöhnliche Charakter des Wochenendes ergibt sich vielmehr aus der flächigen und verbreiteten Hitze Mitte August sowie den hohen Werten in mehreren Regionen. Die Formulierung vom heißesten Wochenende des Jahres ist deshalb nicht mit dem heißesten einzelnen Tag des Jahres gleichzusetzen.

Verantwortlich für die Wetterlage ist nach Angaben des DWD sehr warme und trockene Luft aus südwestlichen Richtungen. Deutschland liegt zwischen hohem Luftdruck über dem östlichen Europa und tieferem Luftdruck westlich des Landes. Von Nordwesten nähert sich zugleich eine Front, die die stabile heiße Wetterlage im Laufe des Wochenendes beendet.

Gewitter erreichen Bayern ab der Nacht zum Sonntag

Der Wetterwechsel beginnt nicht überall gleichzeitig. Für Samstag erwartet der DWD zunächst noch verbreitet ruhiges und heißes Wetter. Allerdings können im Norden Deutschlands sowie in einem Streifen von West nach Ost und in den südlichen Bergregionen bereits einzelne kräftige Gewitter entstehen. Dabei sind nach dem Warnlagebericht lokal Starkregen um 20 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit, Sturmböen und vereinzelt schwere Sturmböen möglich. Kleinräumig schließt der DWD noch stärkere Entwicklungen mit etwa 30 Litern Regen pro Quadratmeter in kurzer Zeit nicht aus.

Für Bayern steigt das Gewitterrisiko zunächst am westlichen Alpenrand und in der Nacht zum Sonntag auch in Unterfranken. Am Sonntag breiten sich die Schauer und Gewitter weiter aus. In Nordbayern sind einzelne Gewitter möglich. Im Süden entstehen sie zunächst an den Alpen und greifen im Tagesverlauf auf das Alpenvorland über. Niederbayern dürfte nach der aktuellen Prognose länger trocken bleiben. Die Tageshöchstwerte sinken am Sonntag in Bayern auf etwa 26 bis 32 Grad.

Der DWD sieht am Sonntag vor allem in der südöstlichen Hälfte Deutschlands die Möglichkeit kräftiger Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und kleinem Hagel. Lokal sind auch unwetterartige Entwicklungen durch heftigen Starkregen oder größeren Hagel nicht ausgeschlossen. Konkrete Landkreiswarnungen dafür werden kurzfristiger herausgegeben. Am Freitagvormittag handelte es sich noch um eine Gefahrenprognose und nicht um eine flächendeckende amtliche Unwetterwarnung für Sonntag.

Waldbrandgefahr bleibt in Teilen Bayerns hoch

Die Hitze fällt in eine Phase ausgeprägter Trockenheit. Das zeigt auch der Waldbrandgefahrenindex des DWD. An mehreren bayerischen Messstationen erreicht der Index am Freitag und Samstag Stufe 4 von 5 und damit eine hohe meteorologische Waldbrandgefahr. Dazu gehören nach der aktuellen DWD-Berechnung beispielsweise Stationen bei Augsburg, Günzburg, Hof und in Teilen der Rhön. Für München-Stadt steigt der Index von Stufe 3 am Freitag auf Stufe 4 am Samstag. In Sandberg in Unterfranken weist die Prognose für Sonntag sogar Stufe 5 aus.

Der Waldbrandgefahrenindex ist allerdings keine behördliche Anordnung und keine örtliche Waldbrandsperre. Der DWD berechnet damit ausschließlich das meteorologisch bedingte Gefahrenpotenzial anhand von Faktoren wie Temperatur, Niederschlag, Luftfeuchte und Wind. Über konkrete Einschränkungen in Wäldern oder lokale Schutzmaßnahmen entscheiden die zuständigen Behörden.

Auch bei der Wasserversorgung zeigen sich regional Folgen der anhaltenden Trockenheit. Die Stadt Weilheim in Oberbayern kündigte am 12. August an, sieben öffentliche Brunnen vorübergehend abzuschalten. Als Grund nannte die Stadt die anhaltende Trockenheit und die Belastung der natürlichen Wasserressourcen. Zugleich rief sie dazu auf, Trinkwasser unter anderem beim Bewässern von Gärten und beim Befüllen privater Becken sparsam einzusetzen. Die Maßnahme zeigt, dass mögliche Einschränkungen derzeit vor allem kommunal und abhängig von der örtlichen Wassersituation erfolgen.

Warme Nächte erhöhen die Belastung zusätzlich

Neben den Tageshöchstwerten berücksichtigt der DWD bei seinen Hitzewarnungen auch die Abkühlung während der Nacht. Besonders in dicht bebauten Städten und warmen Tallagen kann die Temperatur nachts nur langsam zurückgehen. Von einer Tropennacht wird gesprochen, wenn die Temperatur während der gesamten Nacht nicht unter 20 Grad fällt. Flächendeckend sind solche Nächte für ganz Bayern nicht angekündigt, örtlich können die Tiefstwerte in besonders warmen Lagen jedoch in die Nähe dieser Marke gelangen.

Für den DWD ist eine geringe nächtliche Abkühlung deshalb ein eigener Bestandteil der Bewertung der Wärmebelastung. Die Auswirkungen der Hitze können sich dadurch über mehrere Tage summieren, selbst wenn die Tageshöchsttemperatur unter früheren Rekordwerten bleibt. Mit dem Wetterwechsel am Sonntag nimmt diese Belastung in vielen Regionen ab.

Behörden empfehlen Schutz vor direkter Sonne und Belastung

Der DWD empfiehlt bei starker Wärmebelastung, direkte Sonneneinstrahlung möglichst zu vermeiden, körperlich anstrengende Tätigkeiten nach Möglichkeit in die kühleren Tageszeiten zu verlegen und ausreichend zu trinken. Räume sollten vor starker Sonneneinstrahlung geschützt und möglichst dann gelüftet werden, wenn es draußen kühler ist. Auch leichte Kleidung und der Verzicht auf zusätzliche körperliche Belastungen gehören zu den amtlichen Empfehlungen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt nach Informationen des Bundesgesundheitsportals älteren und pflegebedürftigen Menschen, Säuglingen und Kindern sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen. Hohe Temperaturen können insbesondere bestehende Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen zusätzlich belasten. Hilfsorganisationen wie die Malteser weisen außerdem darauf hin, dass Menschen mit Demenz bei Hitze besondere Unterstützung benötigen können, weil Durst oder körperliche Belastung nicht immer zuverlässig wahrgenommen oder mitgeteilt werden.

Für Veranstaltungen im Freien kommt ab Samstagabend und vor allem am Sonntag zusätzlich das Gewitterrisiko hinzu. Maßgeblich sind dann die kurzfristigen Warnungen des DWD für den jeweiligen Veranstaltungsort. Eine bayernweite hitzebedingte Einschränkung von Veranstaltungen ergibt sich aus den aktuellen amtlichen Warnungen nicht.

Kommende Woche beginnt wechselhafter

Am Sonntag ist die größte Hitze in weiten Teilen Bayerns bereits gebrochen. Bei 26 bis 32 Grad bleibt es sommerlich warm, gleichzeitig nehmen Wolken, Schauer und Gewitter zu. In der Nacht zum Montag rechnet der DWD von Westen her häufiger mit schauerartigem, teilweise gewittrigem Regen.

Auch am Montag besteht vor allem im Südosten noch ein geringes Risiko einzelner kräftiger Gewitter. Für Dienstag sieht die mittelfristige Gefahrenprognose des DWD derzeit keine markanten Wettergefahren. Am Mittwoch und Donnerstag können erneut einzelne starke Gewitter auftreten, wobei eine genaue regionale Eingrenzung mehrere Tage im Voraus noch nicht möglich ist.

Eine erneute Spitze von 38 Grad zeichnet sich damit in der aktuellen amtlichen Prognose für die ersten Tage der kommenden Woche nicht ab. Statt der stabilen trockenen Hitze setzt sich zunächst wechselhafteres Wetter durch. Wie stark die Gewitter ausfallen und welche Regionen tatsächlich größere Regenmengen erhalten, lässt sich erst kurzfristiger bestimmen.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu