
Der Bitcoin-Kurs hat am Dienstag, 25. August 2026, die Marke von 80.000 US-Dollar überschritten und damit den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten erreicht. Um 06:03 Uhr UTC notierte Bitcoin laut Google-Finanzdaten bei 80.715,31 US-Dollar. Gegenüber dem dort ausgewiesenen Vortagesschluss entsprach das einem Plus von rund 2,2 Prozent. Reuters hatte zuvor um 05:19 Uhr UTC gemeldet, dass die größte Kryptowährung im asiatischen Handel zeitweise bis auf 81.237,94 Dollar gestiegen war und zuletzt bei 80.323,24 Dollar lag. Damit erreichte Bitcoin den höchsten Stand seit Mitte Mai.
Der Bitcoin-Kurs heute steht damit vor allem im Zeichen der Rückkehr über eine psychologisch auffällige runde Marke. Die Kursbewegung fiel zugleich stärker aus, wenn nicht der vorherige Tagesschluss, sondern ein rollierender 24-Stunden-Zeitraum betrachtet wird. CoinMarketCap zeigte am Dienstagmorgen bei einem Kurs von rund 80.646 Dollar ein Plus von etwa 4,6 Prozent binnen 24 Stunden. Das dort ausgewiesene Tageshoch lag bei rund 81.235 Dollar. Unterschiede zwischen den Prozentangaben ergeben sich daraus, dass Kursanbieter unterschiedliche Referenzzeitpunkte und Berechnungsmethoden verwenden.
Am Markt wurde der Anstieg unter anderem mit der Entwicklung des US-Dollars in Verbindung gebracht. Reuters zufolge hatte der Dollar in den vergangenen Tagen nachgegeben, nachdem das US-Finanzministerium Maßnahmen angekündigt hatte, mit denen der Druck am Markt für länger laufende Staatsanleihen begrenzt werden soll. Finanzminister Scott Bessent hatte Pläne für umfangreichere Rückkäufe langlaufender US-Staatsanleihen vorgestellt. Marktbeobachter werteten dies als Faktor, der Belastungen vom Anleihemarkt teilweise auf den Dollar verlagern könne.
Ein schwächerer Dollar kann in internationalen Märkten Vermögenswerte unterstützen, die in Dollar gehandelt werden. Reuters verwies in diesem Zusammenhang sowohl auf Bitcoin als auch auf Gold. Analyst Tony Sycamore von IG erklärte den jüngsten Nachfrageanstieg mit einer wieder stärkeren Debatte über eine mögliche langfristige Entwertung klassischer Währungen. Diese Einordnung ist eine Markteinschätzung und keine gesicherte Ursache für einzelne Käufe oder Verkäufe.
Am Dienstagmorgen zeigte sich der Dollar allerdings nicht durchgehend schwach. Im breiteren Devisenhandel legte die US-Währung zeitweise wieder zu. Reuters führte dies unter anderem auf geopolitische Risiken und eine erhöhte Nachfrage nach Dollar zurück. Der Euro verlor gegen 01:26 Uhr UTC leicht auf 1,1656 Dollar. Das verdeutlicht, dass der Bitcoin-Anstieg nicht mit einer einfachen tagesaktuellen Gegenbewegung zum Dollar erklärt werden kann.
Daneben richtet sich die Aufmerksamkeit der Finanzmärkte auf die weitere Geldpolitik der US-Notenbank. Fed-Chef Kevin Warsh wird am Freitag beim Notenbanktreffen in Jackson Hole erwartet. Marktteilnehmer hoffen nach Angaben von Reuters auf Hinweise darauf, wie lange die Federal Reserve an ihrem aktuellen Zinsniveau festhalten könnte und unter welchen Bedingungen sie ihren geldpolitischen Kurs verändern würde.
Von einer bereits feststehenden Zinssenkung kann deshalb nicht gesprochen werden. Die Erwartungen an die künftige Geldpolitik beeinflussen jedoch Risikoanlagen und den Devisenmarkt. Niedrigere Marktzinsen oder die Aussicht auf eine lockerere Geldpolitik können die Attraktivität nicht verzinslicher Vermögenswerte verändern. Welche Signale Warsh tatsächlich geben wird, war am Dienstagmorgen noch offen.
Zusätzliche Unterstützung erhielt der Kryptomarkt zuletzt durch Zuflüsse in börsengehandelte Bitcoin-Produkte in den USA. Daten von Farside Investors zeigen für Montag, 24. August, Nettozuflüsse von insgesamt 337,6 Millionen US-Dollar in US-Spot-Bitcoin-ETFs. Allein der iShares Bitcoin Trust von BlackRock kam demnach auf 208,9 Millionen Dollar.
Bereits in den fünf Handelstagen vom 17. bis 21. August hatten die von Farside erfassten Produkte an jedem Tag Nettozuflüsse verbucht. Am Donnerstag, 20. August, summierten sie sich auf 606,3 Millionen Dollar. Am Freitag kamen weitere 307,5 Millionen Dollar hinzu. Die Daten zeigen damit, dass die Nachfrage nach den US-Produkten auch unmittelbar vor dem Sprung über 80.000 Dollar anhielt.
Aus den Zuflüssen lässt sich allerdings nicht ableiten, dass sie allein für die Kursbewegung verantwortlich waren. Der Bitcoin-Handel findet weltweit rund um die Uhr auf zahlreichen Börsen und Handelsplattformen statt. ETF-Ströme bilden deshalb nur einen Teil des Gesamtmarktes ab.
Die Aufwärtsbewegung blieb am Dienstagmorgen nicht auf Bitcoin beschränkt. CoinMarketCap bezifferte die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarktes beim Abruf auf rund 2,7 Billionen Dollar. Das entsprach einem Anstieg von etwa 3,4 Prozent innerhalb von 24 Stunden. Bitcoin dominierte den Gesamtmarkt mit einem Anteil von knapp 60 Prozent.
Ethereum notierte zum selben Abrufzeitraum bei rund 2.500 Dollar und lag auf 24-Stunden-Sicht etwa 2,1 Prozent im Plus. XRP gewann rund 3,1 Prozent auf etwa 1,52 Dollar. Solana zeigte eine deutlich stärkere Bewegung und lag laut CoinMarketCap am Dienstagmorgen bei rund 101,85 Dollar, ein Plus von gut 8 Prozent binnen 24 Stunden. BNB stieg auf etwa 716 Dollar und gewann rund 2,6 Prozent.
Damit war der Anstieg über 80.000 Dollar Teil einer breiteren positiven Bewegung am Kryptomarkt. Bitcoin selbst blieb trotz des Dreimonatshochs deutlich unter seinem bisherigen Rekord. CoinMarketCap beziffert das Allzeithoch vom 6. Oktober 2025 auf gut 126.000 Dollar. Für den Handel am Dienstag steht jedoch zunächst eine andere Marke im Mittelpunkt: Erstmals seit Mitte Mai wird Bitcoin wieder oberhalb von 80.000 Dollar gehandelt.
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