BMW setzt auf KI und baut seine Unternehmensstrukturen grundlegend um

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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BMW will künstliche Intelligenz künftig in nahezu allen Unternehmensbereichen einsetzen und damit Kosten senken, Entscheidungen beschleunigen und Arbeitsabläufe vereinfachen. Besonders im Einkauf übernehmen intelligente Softwareagenten bereits eigenständig Aufgaben. Gleichzeitig plant der Münchner Autobauer einen umfassenden Umbau seiner Organisation. Bis Mitte 2027 sollen zahlreiche Managementfunktionen wegfallen. Damit reagiert BMW auf den zunehmenden wirtschaftlichen Druck in der internationalen Automobilindustrie.

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KI-Agenten übernehmen bereits Aufgaben im Einkauf

Eine zentrale Rolle spielt das KI-System AIconic, das BMW im Einkauf und Lieferantennetzwerk einsetzt. Die Software verbindet unterschiedliche Datenquellen und kann mehrere Aufgaben selbstständig bearbeiten.

Ein konkretes Beispiel ist die Verwaltung von rund 250.000 Spezialwerkzeugen, die weltweit bei Zulieferern eingesetzt werden. KI-Agenten erstellen Inventuraufträge, verschicken Anfragen an Lieferanten, kontrollieren deren Rückmeldungen und geben unkomplizierte Vorgänge automatisch frei. Beschäftigte greifen weiterhin ein, wenn fachliche Entscheidungen oder zusätzliche Prüfungen erforderlich sind.

Auch im Flottengeschäft der BMW-Tochter Alphabet wird künstliche Intelligenz eingesetzt. Nach Unternehmensangaben automatisiert ein intern entwickelter KI-Agent dort rund 90 Prozent der zuvor manuell ausgeführten Arbeitsschritte bei der Bearbeitung komplexer Kundenanfragen. Die abschließende inhaltliche Kontrolle bleibt bei den Beschäftigten.

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BMW will 20 Prozent seiner Managementstrukturen reduzieren

Der technologische Umbau ist Bestandteil einer umfassenderen Neuorganisation. Nach den Ende September vorgestellten Plänen will BMW bis Mitte 2027 die Zahl seiner Unternehmensbereiche und der zugeordneten Managementfunktionen um 20 Prozent reduzieren. Auch darunterliegende Organisationsebenen sind von der Umstrukturierung betroffen.

Bereits im Juli hatte sich der Konzern mit dem Betriebsrat auf ein Personalstrukturprogramm verständigt. Dazu gehört ein freiwilliges Abfindungsprogramm. Die Neuordnung betrifft insbesondere indirekte Unternehmensfunktionen.

In welchem Umfang der Einsatz von KI unmittelbar zum Wegfall einzelner Arbeitsplätze führt, hat BMW nicht konkret beziffert. Die Automatisierung soll vor allem wiederkehrende Tätigkeiten verringern und interne Abläufe vereinfachen.

Auch Zulieferer werden in digitale Prozesse eingebunden

Die Veränderungen betreffen nicht ausschließlich BMW selbst. Durch die stärkere Automatisierung des Einkaufs werden auch die Geschäftsabläufe mit Zulieferunternehmen digitalisiert.

Bereits heute verarbeitet das KI-System AIconic Rückmeldungen von Lieferanten und unterstützt die Kontrolle umfangreicher Bestandsdaten. Dadurch sollen Inventuren und Abstimmungen schneller abgewickelt werden.

BMW plant darüber hinaus, seine internationalen Lieferketten widerstandsfähiger aufzustellen. Besonders bei kritischen Rohstoffen, Halbleitern und anderen wichtigen Bauteilen setzt der Konzern auf zusätzliche Partnerschaften und eine engere Zusammenarbeit innerhalb Europas.

Konkrete Änderungen bei Lieferverträgen oder Einkaufspreisen allein aufgrund der KI-Einführung hat das Unternehmen bislang nicht angekündigt.

Milliarden durch KI bislang nicht konkret beziffert

Hinter dem Umbau steht auch die wirtschaftlich angespannte Situation des Autobauers. Für 2026 erwartet BMW im Automobilgeschäft eine operative Gewinnmarge von lediglich ein bis drei Prozent. Im zweiten Quartal lag diese bei 2,3 Prozent.

Bis 2028 soll die operative Marge wieder auf drei bis fünf Prozent steigen. Zu Beginn des kommenden Jahrzehnts strebt BMW erneut acht bis zehn Prozent an. Dafür setzt der Konzern neben künstlicher Intelligenz auf eine veränderte Modellstrategie, effizientere Entwicklungsprozesse und schlankere Strukturen.

Eine konkrete Summe, die BMW ausschließlich durch KI-Anwendungen einsparen will, wurde bislang nicht offiziell beziffert. Auch ein verbindlicher Termin, zu dem sämtliche Unternehmensprozesse vollständig durch KI-Agenten gesteuert werden sollen, ist nicht genannt.

Wettbewerb mit China erhöht den Veränderungsdruck

Der Umbau findet vor dem Hintergrund erheblicher Veränderungen auf den internationalen Automobilmärkten statt. Besonders in China stehen europäische Hersteller unter starkem Wettbewerbsdruck durch einheimische Marken. Hinzu kommen Handelszölle, hohe Entwicklungskosten und die Umstellung auf elektrische Antriebe.

BMW will deshalb auch die Fahrzeugentwicklung stärker automatisieren. Gemeinsam mit dem französischen KI-Unternehmen Mistral arbeitet der Konzern unter anderem an KI-Anwendungen für Crashsimulationen.

Der verstärkte Einsatz künstlicher Intelligenz soll Entwicklungszeiten verkürzen und die Kostenbasis verbessern. Damit wird KI für BMW zunehmend zu einem Bestandteil der Unternehmensorganisation und nicht mehr nur zu einem Werkzeug für einzelne technische Aufgaben.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu