
Ein Brand bei Leipa in Schwedt hat am Wochenende einen langwierigen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Das Feuer brach am Samstag, 29. August 2026, gegen 11 Uhr auf dem Gelände der Papierfabrik in Schwedt an der Oder aus. Betroffen war nach Angaben der Polizei der Bereich des Altpapierlagers. Wegen starken Windes breitete sich der Brand schnell aus. Zeitweise bestand die Gefahr, dass die Flammen auf angrenzende Gebäude übergreifen könnten.
Die Werkfeuerwehr begann mit der Brandbekämpfung. Zusätzlich rückten Kräfte der Feuerwehr Schwedt sowie Feuerwehren aus umliegenden Ortsteilen an. Am frühen Samstagnachmittag hatten die Einsatzkräfte das Feuer nach Polizeiangaben unter Kontrolle. Damit war der Einsatz jedoch nicht beendet. Die vollständige Brandbekämpfung sollte nach Einschätzung der Einsatzleitung bis Sonntag und möglicherweise noch darüber hinaus dauern.
Der Brand in der Papierfabrik Schwedt konzentrierte sich auf das Altpapierlager. Gerade dort befinden sich große Mengen brennbaren Materials. Wie groß die konkret vom Feuer erfasste Fläche war und welche Menge an Altpapier betroffen ist, war zunächst nicht offiziell beziffert.
Fest steht, dass die Wetterbedingungen den Einsatz erschwerten. Die Polizei führt die schnelle Ausbreitung des Feuers auch auf den starken Wind zurück. Dadurch bestand vorübergehend die Gefahr, dass angrenzende Werksgebäude erfasst werden könnten. Das konnte verhindert werden. Nach den vorliegenden Angaben blieben die benachbarten Gebäude vom Feuer verschont.
Eine genaue Zahl der eingesetzten Feuerwehrleute wurde zunächst nicht offiziell veröffentlicht. Gesichert ist, dass neben der Werkfeuerwehr weitere Feuerwehren in Schwedt und den Ortsteilen zur Unterstützung eingesetzt wurden. Die Schwedter Feuerwehr besteht aus hauptamtlichen Kräften und 16 Ortsfeuerwehren mit insgesamt rund 400 ehrenamtlichen Feuerwehrleuten. Wie viele davon bei diesem Einsatz beteiligt waren, lässt sich daraus nicht ableiten.
Bei dem Feuer auf dem Leipa-Gelände wurden nach Angaben der Polizei keine Menschen verletzt. Auch angrenzende Betriebsgebäude konnten geschützt werden. Damit blieb der Brand nach dem bislang bekannten Stand auf den betroffenen Lagerbereich begrenzt.
Zur Rauchentwicklung lagen zunächst keine detaillierten Messwerte oder Angaben zur Ausbreitungsrichtung vor. Die Polizei erklärte jedoch, dass für Einwohnerinnen und Einwohner von Schwedt zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden habe. Damit gibt es bislang auch keine bestätigten Hinweise auf gesundheitliche Folgen der Rauchentwicklung außerhalb des Werksgeländes.
Die Stadt verweist für Gefahrenlagen grundsätzlich auf Warnsysteme wie die Warn-App NINA. Eine konkrete Gefährdung der Bevölkerung durch den aktuellen Brand im Altpapierlager in Schwedt bestätigte die Polizei jedoch nicht.
Wie hoch der Sachschaden durch das Feuer ist, war am Sonntag zunächst offen. Die Polizei teilte in ihrem Wochenendbericht mit, dass die Höhe des entstandenen Schadens noch ermittelt werden müsse. Angaben zu beschädigten technischen Anlagen oder möglichen Auswirkungen auf die Papierproduktion lagen zunächst nicht gesichert vor.
Der Standort hat für die deutsche Papierindustrie erhebliche Bedeutung. Das Schwedter Werk gehört zur LEIPA-Gruppe und produziert Magazinpapier sowie sogenannte Liner für Verpackungen. Nach Unternehmensangaben verarbeitet die gesamte Gruppe jährlich mehr als 1,3 Millionen Tonnen Altpapier zu Papier- und Verpackungsprodukten. Das Unternehmen beschäftigt an seinen Standorten mehr als 1.500 Menschen und gibt ein Geschäftsvolumen von rund 800 Millionen Euro an.
Schwedt zählt zudem zu den bedeutenden deutschen Standorten der Papierindustrie. Das Unternehmen produziert dort auf Basis von Recyclingfasern. Die Geschichte des heutigen LEIPA-Standorts reicht bis zur Übernahme der Papierfabrik in Schwedt im Jahr 1992 zurück.
Die Brandursache bei Leipa in Schwedt war am Sonntag noch nicht geklärt. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung eingeleitet. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass bereits eine bestimmte Ursache oder eine Verantwortlichkeit festgestellt worden wäre. Die Ermittlungen dienen zunächst der Klärung, wie das Feuer entstanden ist.
Zu den konkreten Umständen der Entstehung des Brandes gab es zunächst keine gesicherten Angaben. Insbesondere ist nicht bestätigt, wodurch das Altpapier Feuer fing. Auch Angaben zu einer möglichen technischen Ursache oder einem menschlichen Fehlverhalten lagen zunächst nicht vor.
Brände in Altpapierbereichen hat es am Schwedter Standort bereits in früheren Jahren gegeben. So bestätigte LEIPA im Jahr 2023 einen Brand in einem Altpapierlager. Auch damals blieb die Ursache zunächst unbekannt. Der aktuelle Vorfall muss unabhängig davon untersucht werden und erlaubt keine Rückschlüsse aus früheren Ereignissen.
Für den aktuellen Einsatz war zunächst entscheidend, dass die Flammen am Samstag unter Kontrolle gebracht wurden und keine Menschen verletzt wurden. Die Nachlöscharbeiten erforderten wegen des betroffenen Materials jedoch einen deutlich längeren Einsatz. Ob sie im Laufe des Sonntags vollständig abgeschlossen werden konnten, war zunächst nicht offiziell bestätigt.
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