Maffay legt im öffentlichen Streit mit Gloria von Thurn und Taxis nach

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
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Die öffentliche Auseinandersetzung zwischen Peter Maffay und Gloria von Thurn und Taxis hat mehrere Wochen nach den Regensburger Schlossfestspielen ein neues Kapitel bekommen. Maffay äußerte sich in einem am Sonntag, 30. August 2026, veröffentlichten Interview ausführlicher zu einem Video, in dem die Regensburger Schlossherrin seinen Auftritt und seine damalige Botschaft für Toleranz und gegen extremistische Positionen nachgeahmt hatte.

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Ausgangspunkt war Maffays Konzert am 16. Juli 2026 auf Schloss St. Emmeram. Zu Beginn des Auftritts erklärte der Musiker, der Spielort sei trotz seiner Schönheit durch Äußerungen und Haltungen belastet, die er und sein Umfeld nicht teilten. Anschließend bekannte er sich zum Grundgesetz, zur Menschenwürde und zu einem friedlichen Umgang miteinander. Radikale, rassistische und menschenverachtende Positionierungen lehnte er unabhängig davon ab, aus welcher politischen Richtung sie kämen.

Peter Maffay hatte seine Position schon vor dem Konzert erklärt

Maffays Haltung war keine spontane Reaktion auf der Bühne. Bereits vor seinem Konzert hatte er öffentlich erläutert, weshalb er trotz der politischen Kontroversen um Gloria von Thurn und Taxis in Regensburg auftreten werde. Sein Konzert sei eine öffentliche Veranstaltung. Es sei möglich, dass sich unter den Besuchern Menschen mit politischen Auffassungen befänden, die er nicht teile. Ein Fernbleiben hielt er dennoch nicht für den richtigen Weg.

Nach dem Konzert veröffentlichte Maffays Team die Ansprache nochmals auf seiner offiziellen Internetseite. Damit ist der Inhalt seiner damaligen Positionierung unmittelbar dokumentiert. Die Thurn und Taxis Schlossfestspiele fanden 2026 vom 10. bis 19. Juli statt. Maffays Auftritt am 16. Juli gehörte zum offiziellen Programm.

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Gloria von Thurn und Taxis parodierte die Ansprache

Wochen später wurde ein Video öffentlich, in dem Gloria von Thurn und Taxis Teile von Maffays Auftritt nachahmte. Die Aufnahme erschien auf dem Instagram-Account ihres Bruders Carl von Schönburg-Glauchau und wurde anschließend von mehreren Medien aufgegriffen. Darin imitierte sie unter anderem Maffays Sprechweise und griff seine Formulierungen über den Spielort, Toleranz und Diversität auf.

Damit war nachvollziehbar, dass sich die Szene auf Maffays Auftritt bezog. Über die Beweggründe von Gloria von Thurn und Taxis für die Aufnahme gab es dagegen keine gesicherten Angaben. Eine ausführliche öffentliche Erklärung von ihr zu Maffays politischer Botschaft war zunächst nicht bekannt.

Maffay weist die Reaktion nun deutlich zurück

In einem am 30. August veröffentlichten Interview mit t-online erklärte Maffay, er habe das Video wahrgenommen und halte eine weitere Auseinandersetzung darüber nicht für sinnvoll. Seine Positionierung in Regensburg verteidigte er erneut. Er habe dort nicht für Gloria von Thurn und Taxis gespielt, sondern für sein Publikum. Seine Aussagen auf der Bühne seien Ausdruck der politischen und gesellschaftlichen Werte gewesen, für die er auch bei anderen Konzerten eintrete.

Maffay äußerte in dem Gespräch außerdem den persönlichen Eindruck, bei der Aufnahme des Videos könne Alkohol eine Rolle gespielt haben. Für diese Vermutung gibt es keine unabhängige Bestätigung. Sie beruht ausschließlich auf Maffays Einschätzung. Gesicherte Angaben über einen möglichen Alkoholkonsum von Gloria von Thurn und Taxis lagen zunächst nicht vor. Eine Reaktion von ihr auf diese konkrete Aussage Maffays war zunächst ebenfalls nicht bekannt.

Politische Kontroversen begleiten die Schlossfestspiele länger

Der Konflikt steht im Zusammenhang mit einer seit Jahren geführten Debatte über politische Äußerungen und Kontakte von Gloria von Thurn und Taxis. Besonders große Aufmerksamkeit erhielt 2025 ihre private Einladung der AfD-Politikerin Alice Weidel zu den Schlossfestspielen. Sängerin Vicky Leandros hatte damals öffentlich erklärt, Weidel bei ihrem Konzert nicht im Publikum haben zu wollen. Gloria von Thurn und Taxis erklärte seinerzeit, sie kenne Weidel persönlich und die Einladung sei privater Natur gewesen.

Auch bei den Schlossfestspielen 2026 gab es Kritik aus Teilen der Öffentlichkeit. Maffay entschied sich dennoch für den Auftritt und begründete dies damit, seine eigene Haltung gerade an einem solchen Ort sichtbar machen zu wollen. Seine Erklärung auf der Bühne richtete sich ausdrücklich gegen Extremismus, Rassismus und Menschenverachtung unabhängig von der politischen Richtung.

Gloria von Thurn und Taxis prägt Schloss St. Emmeram seit Jahrzehnten

Gloria von Thurn und Taxis wurde 1960 in Stuttgart geboren und steht nach Angaben des Fürstenhauses seit dem Tod ihres Mannes Johannes von Thurn und Taxis im Jahr 1990 an der Spitze des Hauses. Schloss St. Emmeram in Regensburg ist der zentrale Sitz der Familie. Zu ihren Aktivitäten gehören die Öffnung des Schlosses für Besucher, kulturelle Veranstaltungen und die seit 2003 veranstalteten Schlossfestspiele.

Der aktuelle Konflikt dreht sich damit nicht um die Durchführung des Festivals selbst, sondern um politische Positionierungen im Umfeld eines Kulturereignisses und den anschließenden persönlichen Umgang zweier prominenter Beteiligter miteinander. Während Maffays Aussagen bei seinem Konzert und seine aktuelle Reaktion dokumentiert sind, bleibt seine Vermutung über die Umstände der Videoaufnahme eine persönliche Einschätzung. Eine unabhängige Bestätigung dafür liegt nicht vor.

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