
Auf der Baustelle des Netzboosters von TransnetBW in Kupferzell im baden-württembergischen Hohenlohekreis ist am frühen Freitagmorgen, 6. November 2026, ein Feuer ausgebrochen. Betroffen war ein Baustromkabel in einem Kabelkanal vor dem Betriebsgebäude der geplanten Batteriespeicheranlage. Verletzt wurde niemand. Nach bisherigen Erkenntnissen blieben die Batteriezellen und die übrigen Komponenten des Netzboosters von dem Brand verschont. Die Polizei geht vorläufig von einem technischen Defekt aus. Die genaue Ursache und die Höhe des Sachschadens stehen noch nicht fest.
Der Brand auf der Netzbooster-Baustelle in Kupferzell ereignete sich gegen 3 Uhr nachts. Polizei und Feuerwehr rückten zu dem Gelände aus, auf dem TransnetBW einen großen Batteriespeicher zur Stabilisierung des Stromnetzes errichtet. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Heilbronn entstand das Feuer im Bereich eines Baustromkabels, das durch einen Kabelkanal führte.
Nachdem die Stromversorgung des betroffenen Baustromverteilers abgeschaltet worden war, erlosch das Feuer von selbst. Die Feuerwehr musste deshalb keine aktiven Löscharbeiten durchführen. Das bestätigten sowohl die Polizei als auch der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW.
Während des Vorfalls kam es offenbar auch zu erheblichen elektrischen Entladungen. Der Hohenloher Kreisbrandmeister Torsten Rönisch schilderte gegenüber dem Südwestrundfunk Lichtbögen, die eine Höhe von ungefähr sechs Metern erreicht hätten. Zudem seien Knallgeräusche wahrgenommen worden. Nach seiner Darstellung gab es einen leichten Flammenschein und Rauch, jedoch keinen ausgedehnten offenen Brand.
Die Ermittlungen zur genauen Entstehung des Feuers dauern an. Das Polizeipräsidium Heilbronn teilte am Freitagmittag mit, dass nach dem bisherigen Kenntnisstand ein technischer Defekt als Ursache angenommen werde. Welcher Fehler konkret zu dem Brand führte, war zunächst nicht abschließend geklärt.
TransnetBW erklärte, Fachleute des Unternehmens würden die zuständigen Sicherheitsbehörden bei der Untersuchung unterstützen. Weitere Einzelheiten zur technischen Ursache wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Unklar ist auch, wie hoch der wirtschaftliche Schaden tatsächlich ausfällt. Am frühen Freitagmorgen war zunächst eine Schadensschätzung von rund 500.000 Euro bekannt geworden. Das Polizeipräsidium Heilbronn stellte am Mittag jedoch ausdrücklich klar, dass sich der Sachschaden derzeit noch nicht beziffern lasse.
Auch TransnetBW konnte zunächst keine belastbare Summe nennen. Der Betreiber untersucht weiterhin die Auswirkungen des Vorfalls. Damit ist die zunächst genannte Schadenshöhe nicht bestätigt.
Eine zentrale Frage nach dem Feuer betraf die Batteriespeichertechnik des Netzboosters. TransnetBW erklärte, dass nach aktuellem Kenntnisstand weder die Batteriezellen noch andere Komponenten der geplanten Anlage beschädigt worden seien. Auch die Polizei bestätigte diese vorläufige Einschätzung.
Der Brand ereignete sich demnach im Bereich der Baustromversorgung und nicht innerhalb der eigentlichen Batteriespeicher. Eine Ausbreitung des Feuers auf die Speichermodule wurde nicht gemeldet.
Für die Stromversorgung hatte der Vorfall nach Angaben von TransnetBW keine Folgen. Der Netzbetreiber erklärte am Freitag, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Versorgungssicherheit der Region oder darüber hinaus bestanden habe.
Der Netzbooster befindet sich weiterhin im Bau und erfüllt seine vorgesehene Funktion im Übertragungsnetz noch nicht. Der Zwischenfall betrifft somit eine Anlage, deren reguläre Inbetriebnahme erst für einen späteren Zeitpunkt vorgesehen ist.
Der Netzbooster in Kupferzell gehört zu den Pilotprojekten für eine leistungsfähigere Stromversorgung in Deutschland. TransnetBW errichtet dort eine Batteriespeicheranlage mit einer geplanten Leistung von 250 Megawatt. Sie soll diese Leistung bei Bedarf für eine Stunde bereitstellen können. Das entspricht einer gespeicherten Energiemenge von 250 Megawattstunden.
Anders als ein gewöhnlicher Batteriespeicher, der beispielsweise Strom für den späteren Verbrauch aufnimmt, soll der Netzbooster vor allem das Übertragungsnetz absichern. Bei einem plötzlichen Ausfall einer Stromleitung kann die Anlage innerhalb weniger Sekunden zusätzliche elektrische Energie einspeisen. Dadurch sollen Überlastungen anderer Leitungen verhindert werden.
Hintergrund ist die zunehmende Belastung des deutschen Stromnetzes durch den Energietransport zwischen Nord- und Süddeutschland. Insbesondere bei hoher Windstromproduktion im Norden müssen große Strommengen über weite Entfernungen transportiert werden.
Nach Angaben von TransnetBW soll der Standort Kupferzell insbesondere dazu beitragen, stark beanspruchte Stromleitungen zwischen Kupferzell und Grafenrheinfeld vor Überlastungen zu schützen. Die geplante Anlage hat damit eine Bedeutung, die über den Hohenlohekreis hinausreicht.
Der Einsatz solcher Batteriespeicher kann es ermöglichen, bestehende Leitungen stärker auszulasten, ohne die Anforderungen an die Netzsicherheit zu verringern.
Die Anlage entsteht auf einer Fläche von rund fünf Hektar in unmittelbarer Nähe des Umspannwerks Kupferzell. Geplant ist eine modulare Bauweise mit mehreren voneinander getrennten Einheiten. Die Batteriezellen werden in einzelnen Containern untergebracht, die mit eigenen Sicherheitsvorrichtungen ausgestattet sind.
TransnetBW setzt auf Lithium-Eisenphosphat-Batterien. Diese Batterietechnologie gilt gegenüber verschiedenen anderen Lithium-Ionen-Zellchemien als thermisch stabiler. Nach Angaben des Unternehmens werden die Batteriezellen kontinuierlich überwacht, damit technische Auffälligkeiten frühzeitig erkannt werden können.
Zum Schutzkonzept gehören außerdem räumliche Abstände zwischen den Anlagenbestandteilen sowie gesonderte Sicherheits- und Löscheinrichtungen. Die örtliche Feuerwehr wird nach Angaben des Netzbetreibers auf die Besonderheiten der Anlage vorbereitet.
Das Feuer vom Freitag betraf nach bisherigen Feststellungen allerdings nicht diese Batteriespeichertechnik. Es entstand an einem Baustromkabel außerhalb der eigentlichen Speichermodule.
Trotz des Zwischenfalls plant TransnetBW eine rasche Fortsetzung der Arbeiten. Nach Angaben des Unternehmens sollen die Bauarbeiten voraussichtlich bereits am Samstag, 7. November 2026, wieder aufgenommen werden.
Die reguläre Inbetriebnahme des Netzboosters ist nach den zuletzt veröffentlichten Planungen für 2027 vorgesehen. Ursprünglich war ein früherer Betriebsbeginn im Jahr 2025 angestrebt worden.
Ob das Feuer Auswirkungen auf den weiteren Zeitplan haben könnte, war am Freitag noch offen. Gegenüber dem SWR erklärte TransnetBW, dass mögliche Folgen für die Inbetriebnahme noch geprüft würden.
Damit stehen nach dem Einsatz vor allem die abschließende Klärung der Brandursache, die Schadensbewertung und die weiteren Arbeiten an der Anlage im Mittelpunkt. Eine Beeinträchtigung der regionalen Stromversorgung wurde durch TransnetBW ausgeschlossen.
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