
In der Gemeinde Meckenbeuren im Bodenseekreis steht eine längere Straßensperrung bevor. Die L 329 in Brochenzell wird am Donnerstag, 12. November 2026, ab 9 Uhr an der Schussenbrücke vollständig für den motorisierten Verkehr gesperrt. Grund ist der Abriss der bestehenden Brücke und der anschließende Neubau am selben Standort. Nach Angaben des Regierungspräsidiums Tübingen soll die Gesamtmaßnahme im Herbst 2027 fertiggestellt werden. Bis dahin bleibt die großräumige Umleitung eingerichtet.
Betroffen ist der Abschnitt der Landesstraße unmittelbar an der Brücke über die Schussen, die Meckenbeuren mit dem Ortsteil Brochenzell verbindet. Die Sperrung ist nicht auf einzelne Nächte oder Wochenenden begrenzt. Sie wird für die Dauer des Ersatzneubaus benötigt. Ein genauer Tag für die Wiederfreigabe ist noch nicht genannt. Als Zieltermin gilt Herbst 2027.
Mit der Sperrung beginnen am 12. November die Abbrucharbeiten an dem 1961 errichteten Bauwerk. Die vorbereitenden Maßnahmen laufen bereits seit September. Dabei wurden Versorgungsleitungen aus dem Brückenbereich verlegt und eine vorübergehende Querung für Menschen zu Fuß und mit dem Fahrrad eingerichtet. Für Autofahrer ist diese Querung nicht nutzbar.
Die offizielle Ausweichroute verläuft aus Richtung Meckenbeuren zunächst über die B 30 nach Buch und Kehlen. Von dort führt die Strecke über die Kreisstraße 7725 nach Hirschlatt und Ailingen. Anschließend geht es über die L 328a bei Blankenried zurück zur L 329 in Richtung Brochenzell. In der Gegenrichtung gilt die entsprechende Streckenführung.
Damit wird der Verkehr nicht unmittelbar neben der Baustelle über die Schussen geführt, sondern über das umliegende Straßennetz umgeleitet. Die Route bleibt laut Regierungspräsidium während der gesamten Brückenbaumaßnahme bestehen. Die Gemeinde rechnet auch auf örtlichen Ausweichstrecken mit zusätzlichem Verkehr. Für solche Wege außerhalb geschlossener Ortschaften kündigt sie Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 60 Kilometer pro Stunde an.
Für den Fuß- und Radverkehr bleibt eine Querungsmöglichkeit in der Nähe der bisherigen Brücke erhalten. Der rund 40 Meter lange und etwa 2,5 Meter breite Behelfssteg wurde am 20. Oktober eingesetzt und ist nach Mitteilung des Regierungspräsidiums inzwischen nutzbar. Er liegt unmittelbar neben dem bisherigen Bauwerk und soll die Verbindung während der Bauarbeiten sichern.
Die Gemeinde empfiehlt Radfahrern, auf dem Steg abzusteigen und auf andere Nutzer Rücksicht zu nehmen. Damit können Fußgänger und Radfahrer die Schussen weiterhin am bisherigen Verbindungsbereich überqueren, während Fahrzeuge die ausgewiesene Umleitung nehmen müssen.
Auch Fahrgäste müssen sich auf Änderungen einstellen. Für die Haltestelle Brochenzell Schussen entsteht eine Ersatzhaltestelle auf Höhe der Säntisstraße. Die Haltestellen Brochenzell Ettenkircher Straße und Brochenzell Kirche werden nach Angaben des Regierungspräsidiums weiterhin bedient, allerdings mit angepassten Fahrplänen.
Für den Schülerverkehr zwischen Tettnang, Brochenzell und Ettenkirch sieht die Gemeinde einen Ersatzverkehr auf der Linie 238 vor. In Richtung Tettnang fahren Schüler zunächst bis Buch Schule und steigen dort in reguläre Anschlussbusse um. Auf der Rückfahrt erfolgt der Wechsel von den regulären Linien 238 beziehungsweise 226 in den Ersatzverkehr ebenfalls in Buch. Fahrpläne und Netzpläne werden über die Schulen bereitgestellt und an Haltestellen ausgehängt.
Bei der Linie 239 ist die Zahl der Plätze begrenzt. Wegen einer Gewichtsbeschränkung von 3,5 Tonnen auf der Ausweichstrecke soll dort ein Fahrzeug mit acht Fahrgastplätzen eingesetzt werden. Die Gemeinde nennt hierfür ausschließlich die Schüler, die bislang schon an den Haltestellen Ettenkirch und Weiler Wendeplatte zugestiegen sind. Für den Busverkehr im Bereich der Ersatzhaltestelle sind zudem Halteverbote in der Säntisstraße, Neuhaldenstraße und Altmannstraße vorgesehen.
Das Bauwerk aus dem Jahr 1961 weist nach Angaben des Regierungspräsidiums Defizite bei der Tragfähigkeit auf. Hinzu kommen sein allgemeiner Zustand sowie Spannstähle, die als anfällig für Spannungsrisskorrosion eingestuft sind. Eine Sanierung wurde aus wirtschaftlichen Gründen verworfen. Deshalb entsteht die neue Brücke an derselben Stelle.
Der Neubau soll auch den Hochwasserabfluss verbessern. Die Konstruktion wird in der Brückenmitte rund 1,20 Meter und an den Widerlagern etwa 50 Zentimeter höher liegen als bisher. Die Gehwege auf beiden Seiten sollen jeweils 2,55 Meter breit sein. Vorgesehen sind außerdem Anpassungen an der Landesstraße und barrierefreie Busbuchten.
Zunächst wird die bestehende Brückenkonstruktion abschnittsweise entfernt. Nach dem Abbau des Überbaus und der Widerlager werden die Baugruben durch Spundwände zur Schussen hin gesichert. Bohrpfähle bilden anschließend die Tiefgründung für den Neubau. Darauf folgen die Betonarbeiten an Fundamenten und Widerlagern sowie die Montage vorgefertigter Spannbetonteile für den Überbau.
Zum Abschluss sind weitere Straßenarbeiten vorgesehen. Dazu zählt die Erneuerung der Fahrbahn auf der L 329 zwischen dem Bahnhofplatz in Meckenbeuren und der Andreas-Hofer-Straße, der K 7731, in Brochenzell. Die Kosten für den Brückenersatzneubau beziffert das Regierungspräsidium auf rund drei Millionen Euro. Baden-Württemberg übernimmt die Finanzierung.
Am Tag des Sperrbeginns, dem 12. November, lädt die Gemeinde für 16 Uhr zu einem öffentlichen Bürgerdialog am Zugang zum Behelfssteg auf der Meckenbeurer Seite ein. Angekündigt sind dort unter anderem Vertreter des Regierungspräsidiums, der Rettungskräfte, des Nahverkehrs und der Straßenverkehrsbehörde. Thematisiert werden die Bauarbeiten und ihre Folgen für den Alltag vor Ort.
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