Bryan Adams veröffentlicht Protestsong gegen Trumps Umbenennung des Ontariosees

Symbolbild: Mikrofon auf einer Bühne
Lestat (Jan Mehlich), CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons

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Der kanadische Rockmusiker Bryan Adams hat mit „Lake Ontario“ einen politisch geprägten Song veröffentlicht, der sich gegen die Umbenennung eines der fünf Großen Seen Nordamerikas durch US-Präsident Donald Trump richtet. Die Single erschien am Mittwoch, 28. Oktober 2026, über das Label BAD Records. Der Titel verbindet die Geschichte des Ontariosees mit Kritik an der amerikanischen Regierung und gehört zum kommenden Studioalbum „How’s It Goin'“, das am 6. November erscheinen soll.

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Donald Trumps Umbenennung des Ontariosees als politischer Auslöser

Hinter dem neuen Lied steht ein politischer Konflikt zwischen den USA und Kanada. Donald Trump hatte am 27. August 2026 eine Präsidentenverfügung unterzeichnet, mit der der Ontariosee für die US-Bundesverwaltung den Namen „Lake America“ erhalten soll.

Die Executive Order 14422 beauftragt das amerikanische Innenministerium, die Umbenennung gemeinsam mit der zuständigen Behörde für geografische Namen umzusetzen. Auch staatliche Karten, Dokumente und weitere Veröffentlichungen des Bundes sollen entsprechend angepasst werden.

Als Begründung verwies die amerikanische Regierung auf die wirtschaftliche und historische Bedeutung des Sees für die Vereinigten Staaten. Die Verfügung betrifft allerdings die amerikanische Verwaltung und legt nicht fest, welchen Namen Kanada verwenden muss.

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Der Ontariosee liegt an der Grenze zwischen dem US-Bundesstaat New York und der kanadischen Provinz Ontario. Er gehört zu den fünf Großen Seen Nordamerikas und ist über den Sankt-Lorenz-Strom mit dem Atlantik verbunden.

Kanadas Premierminister Mark Carney widersprach der amerikanischen Namensänderung bereits am Tag ihrer Bekanntgabe. Er verwies darauf, dass die Bezeichnung Ontario seit mehr als 400 Jahren verwendet werde und damit älter sei als die staatliche Unabhängigkeit der USA und die Gründung des kanadischen Bundesstaates. Kanada werde weiterhin am bisherigen Namen festhalten.

Lake Ontario verbindet Geschichte mit Kritik an Trump

Bryan Adams greift diesen Streit in seinem neuen Lied auf. Der Song beginnt mit einem Rückblick auf die Entstehung und Geschichte des Sees. Dabei geht es um seine landschaftliche Entwicklung, die indigene Bevölkerung Nordamerikas und die spätere europäische Besiedlung.

Besonders deutlich wird der politische Charakter durch die Beschäftigung mit dem ursprünglichen Namen. Adams stellt die historische und kulturelle Bedeutung des Ontariosees der Entscheidung der amerikanischen Regierung gegenüber.

Die Bezeichnung Ontario hat tatsächlich indigene Wurzeln. Nach Angaben der kanadischen Regierung geht sie auf das irokesische Wort „kanadario“ zurück, das mit funkelndem Wasser übersetzt wird.

Im weiteren Verlauf wird der Song deutlich politischer. Adams spielt auf den Konflikt mit dem Iran und die Diskussion über Dokumente im Zusammenhang mit dem verstorbenen US-Finanzier Jeffrey Epstein an.

Dabei deutet der Musiker die Umbenennung des Sees als mögliches Ablenkungsmanöver von anderen politischen Kontroversen. Diese Verbindung ist Teil seiner Kritik im Song und kein nachgewiesener Zusammenhang zwischen den genannten Ereignissen.

Trump wird im Lied nicht ausdrücklich beim Namen genannt. Die Bezüge zur amerikanischen Politik und zur Verfügung über den Ontariosee machen jedoch deutlich, gegen welche Entscheidung sich die Kritik richtet.

Musikalisch bleibt Adams seinem bekannten Rockstil verbunden. Die Aufnahme setzt auf einen geradlinigen, gitarrenorientierten Klang, während der Text stärker als bei vielen seiner früheren Hits auf aktuelle politische Ereignisse eingeht.

Zu der Single wurde auch ein Musikvideo veröffentlicht. Darin ist Adams unter anderem in einem Ruderboot auf dem Wasser zu sehen.

Neues Bryan-Adams-Album erscheint am 6. November

„Lake Ontario“ ist Bestandteil des neuen Studioalbums „How’s It Goin'“, das am Freitag, 6. November 2026, über BAD Records veröffentlicht werden soll.

Die Platte beschäftigt sich mit Kanada, seiner Geschichte, seinen Landschaften und den Menschen des Landes. Nach Angaben von Adams entstand die Idee während der Arbeit an einem Lied für die Dokumentation „Canada’s Wild Eastern Edge“. Die Beschäftigung mit diesem Thema habe ihn dazu gebracht, weitere Stücke über seine Heimat zu schreiben.

Musikalisch verbindet das Projekt Elemente aus Rock, Folk und Country. Damit erweitert Adams den Klang seiner klassischen Rockproduktionen um Einflüsse, die zur geografischen und kulturellen Ausrichtung des Albums passen.

Die regulären Ausgaben auf CD und Vinyl sollen zwölf Titel enthalten. Für die digitale Veröffentlichung sind 13 Stücke vorgesehen, da „Lake Ontario“ dort als zusätzlicher Bonustrack aufgenommen wird.

Zu den weiteren Songs gehören „The Ballad of Terry Fox“, „The Battle of Lundy’s Lane“, „Highway 16“ und „51st State“. Sie beschäftigen sich mit historischen Persönlichkeiten, Ereignissen und unterschiedlichen Aspekten kanadischer Identität.

BAD Records kündigte neben der regulären CD verschiedene Vinylvarianten sowie eine besondere Buchausgabe an, die das Album mit weiteren Bildern und Texten verbindet.

Bryan Adams kritisierte Trumps Kanada-Politik bereits im Juli

Mit „Lake Ontario“ veröffentlicht Adams nicht zum ersten Mal einen Song, der sich auf politische Auseinandersetzungen zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten bezieht.

Bereits am 1. Juli 2026, dem kanadischen Nationalfeiertag, erschien seine Single „51st State“. Der Titel nimmt Bezug auf Trumps wiederholte Äußerungen, Kanada könne zum 51. Bundesstaat der USA werden.

In dem Lied bezieht Adams Position für die Eigenständigkeit Kanadas und gegen entsprechende Vorstellungen einer Eingliederung in die Vereinigten Staaten.

Zur Veröffentlichung erklärte der Musiker, er habe ein Stück über seine Heimat schreiben wollen. Dabei betonte er die Gemeinsamkeiten innerhalb der kanadischen Gesellschaft und seine Verbundenheit mit dem Land.

Die politische Ausrichtung von „Lake Ontario“ setzt diesen thematischen Schwerpunkt fort. Während „51st State“ die kanadische Souveränität behandelt, steht nun ein konkreter Konflikt über die Benennung eines gemeinsamen Gewässers im Mittelpunkt.

Bryan Adams setzt seine Veröffentlichungsserie fort

Die Veröffentlichung erfolgt nur wenige Wochen nach einer weiteren Single aus dem kommenden Album. Am 9. Oktober 2026 erschien bereits der Titelsong „How’s It Goin'“.

Das Stück beschäftigt sich auf musikalisch deutlich unbeschwertere Weise mit verschiedenen Regionen Kanadas. Im Mittelpunkt stehen landschaftliche und gesellschaftliche Eigenheiten des Landes.

Adams hatte zudem am 29. August 2025 sein Studioalbum „Roll With The Punches“ veröffentlicht. Es war sein 16. Studioalbum und das erste vollständige Album mit neuen Songs auf seinem eigenen unabhängigen Label BAD Records.

Auch live bleibt der Musiker aktiv. Auf seiner offiziellen Internetseite sind für den 30. und 31. Oktober 2026 Konzerte in Las Vegas aufgeführt. Für den 6. November, den angekündigten Erscheinungstag des neuen Albums, ist ein Auftritt im spanischen Murcia vorgesehen. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Veröffentlichung von „Lake Ontario“ und einer eigens dafür geplanten Konzerttour wurde nicht angekündigt.

Mit seinem neuen Protestsong verknüpft Bryan Adams seine musikalische Rückbesinnung auf Kanada mit einem aktuellen politischen Streit. Der Ontariosee wird dabei zum Symbol für die historische und kulturelle Identität seines Heimatlandes. Zugleich zeigt die Single, dass politische Themen innerhalb des kommenden Albums einen deutlich größeren Raum einnehmen als bei vielen seiner früheren Veröffentlichungen.

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