Labor klärt Tod des Buckelwals aus dem Greifswalder Bodden

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Knapp sieben Wochen nach dem Fund eines toten Buckelwals in der deutschen Ostsee steht die Todesursache fest. Laboruntersuchungen haben bestätigt, dass das Tier an den Folgen einer bakteriellen Infektion starb. Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund veröffentlichte die Ergebnisse am Donnerstag, 1. Oktober 2026. Bei den Untersuchungen wurden zwei unterschiedliche Bakterienarten nachgewiesen. Bereits bei der Sektion im August hatten massive Abszesse auf eine schwere Infektion hingedeutet.

Der Buckelwal im Greifswalder Bodden war Mitte August tot entdeckt und anschließend in Stralsund untersucht worden. Wissenschaftler hatten schon damals einen schlechten Ernährungszustand und erhebliche krankhafte Veränderungen festgestellt. Die nun vorliegenden Laborwerte liefern erstmals einen gesicherten Befund zur Todesursache.

Zwei Bakterienarten im Buckelwal nachgewiesen

Nach Angaben des Deutschen Meeresmuseums wurden die Bakterien Streptococcus phocae und Bacteroides fragilis nachgewiesen. Beide Erreger können bei Meeressäugern vorkommen. Besonders bei einem geschwächten Immunsystem können sie jedoch schwere Erkrankungen auslösen.

Bei der Untersuchung des Wals waren an vier Stellen im Körper Abszesse entdeckt worden. Solche mit Eiter gefüllten Entzündungsherde können durch bakterielle Infektionen entstehen. Mehrere davon lagen im Bereich der Wirbelsäule. Bereits die ersten Untersuchungsergebnisse hatten deshalb den Verdacht nahegelegt, dass eine Infektion für den Tod des Tieres verantwortlich gewesen sein könnte.

Mit den Laborergebnissen ist dieser Verdacht nun bestätigt. Nicht eindeutig geklärt werden konnte dagegen, ob sich die Infektion zu einer Sepsis entwickelt hatte. Das Blut des bereits verendeten Tieres war durch unterschiedliche Verwesungsbakterien verunreinigt. Ein zweifelsfreier Nachweis war deshalb nicht mehr möglich.

Buckelwal war rund zehn Meter lang

Der tote Wal war am 13. August im Greifswalder Bodden nahe der Südspitze Rügens entdeckt worden. Zu diesem Zeitpunkt war das Tier nach Einschätzung der Fachleute bereits seit mehreren Stunden tot. Der Kadaver sank zunächst teilweise ab und wurde durch die während der Verwesung entstehenden Gase anschließend wieder aufgetrieben.

Nach der Bergung wurde das Tier zum Nautineum des Deutschen Meeresmuseums auf dem Dänholm bei Stralsund gebracht. Dort beteiligten sich zahlreiche Wissenschaftler an der Untersuchung. Der Buckelwal war etwa zehn Meter lang und wog rund sieben Tonnen.

Schon bei der ersten Untersuchung fiel auf, dass das Tier schlecht ernährt war. Äußere Verletzungen, die auf einen Zusammenstoß mit einem Schiff oder eine Verwicklung in Fischereigerät hingedeutet hätten, wurden nicht festgestellt.

Spätere Untersuchungen ergaben vier große Abszesse im Körper. Einer der Entzündungsherde erreichte eine Länge von mehr als einem Meter. Auch Veränderungen an der Wirbelsäule wurden festgestellt. Die Laboranalysen sollten anschließend klären, welche Krankheitserreger hinter diesen Veränderungen steckten.

Identität des zuvor gesichteten Wals nicht zweifelsfrei geklärt

In den Wochen vor dem Fund waren mehrfach Buckelwale beziehungsweise ein vermutlich identisches Tier entlang der deutschen und polnischen Ostseeküste beobachtet worden. Sichtungen gab es unter anderem vor Schleswig-Holstein, in der Kieler und Flensburger Förde, bei Wismar sowie später weiter östlich.

Auch auffällige Veränderungen der Haut waren auf Bildern des lebenden Wals zu erkennen. Fachleute hielten es deshalb für wahrscheinlich, dass der später im Greifswalder Bodden gefundene Kadaver zu diesem Tier gehörte. Eine zweifelsfreie Identifizierung war zunächst jedoch nicht bestätigt.

Damit sollte auch eine Verwechslung mit einem anderen Buckelwal vermieden werden, der im Frühjahr 2026 wochenlang in der westlichen Ostsee für Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Dieses Tier war mehrfach gestrandet, später von einer privaten Initiative Richtung Nordsee transportiert worden und wenige Tage nach seiner Freilassung tot vor der dänischen Insel Anholt gefunden worden.

Große Wale sind in der Ostsee ungewöhnliche Gäste

Buckelwale gehören nicht zu den regelmäßig in der Ostsee vorkommenden Meeressäugern. Ihr eigentlicher Lebensraum sind die Ozeane. Die Tiere legen im Laufe eines Jahres große Strecken zwischen ihren Nahrungsgebieten in kälteren Regionen und den Fortpflanzungsgebieten in wärmeren Gewässern zurück.

Einzelne Buckelwale gelangen dennoch immer wieder über die dänischen Meerengen in die Ostsee. Für die Tiere können die besonderen Bedingungen des Binnenmeeres problematisch werden. Die Ostsee ist vergleichsweise flach und weist einen deutlich geringeren Salzgehalt als der Atlantik oder die Nordsee auf.

Warum einzelne Wale weit in die Ostsee hineinschwimmen, lässt sich nicht für jeden Fall eindeutig bestimmen. Nahrungssuche kann ebenso eine Rolle spielen wie individuelle Wanderbewegungen. Aus einzelnen Sichtungen lässt sich deshalb nicht automatisch schließen, dass ein Tier krank oder orientierungslos ist.

Bei dem im August gefundenen Buckelwal gibt es nun jedoch einen klaren medizinischen Befund. Die bakterielle Infektion war so schwer, dass sie nach den Laboranalysen als Todesursache gilt. Ob eine zusätzliche Sepsis vorlag, konnte dagegen nicht mehr sicher festgestellt werden.

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