Bundeswehr erneuert Verwundetenversorgung mit 149 Rettungsstationen

Bundeswehr erneuert Verwundetenversorgung mit 149 Rettungsstationen
Symbolfoto ©Bundeswehr/Marco Dorow

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Die Bundeswehr beschafft 149 zusätzliche mobile Rettungsstationen für die medizinische Erstversorgung verwundeter Soldatinnen und Soldaten. Den Auftrag erhielt die Rheinmetall Project Solutions GmbH. Die mobilen Rettungsstationen der Bundeswehr sollen ältere Systeme ersetzen, die seit Anfang der 2000er-Jahre genutzt werden. 112 der neu bestellten Einrichtungen erhalten einen ballistischen Schutz gegen Beschuss aus Handwaffen und gegen Splitter. Die Auslieferung und Ablösung der bisherigen Stationen soll schrittweise bis Ende 2029 erfolgen.

Bundeswehr bestellt Rettungsstationen bei Rheinmetall

Der neue Auftrag ist ein Abruf aus einem im Jahr 2024 geschlossenen Rahmenvertrag zwischen dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr und Rheinmetall Project Solutions. Mit dem Vertragsabschluss waren zunächst 16 Rettungsstationen verbindlich bestellt worden. Nun kommen weitere 149 Systeme hinzu. Der Haushaltsausschuss des Bundestages genehmigte den Abruf am 8. Juli 2026. Die Präsidentin des Beschaffungsamtes, Annette Lehnigk-Emden, erteilte dem Unternehmen am 13. Juli den entsprechenden Auftrag. Angaben zum finanziellen Umfang machte die Bundeswehr in ihrer Mitteilung nicht.

Mobile Sanitätseinrichtungen bestehen aus zwei Containern

Jede Station setzt sich aus zwei Containern, einem Verbindungselement und der erforderlichen Transportkomponente zusammen. Die benötigte medizinische Ausstattung wird direkt in den Einheiten mitgeführt. Dadurch können die Stationen kurzfristig an einen Einsatzort gebracht, aufgebaut, betrieben und anschließend erneut verlegt werden. Nach Angaben der Bundeswehr sollen die mobilen Einrichtungen den kämpfenden Verbänden möglichst unmittelbar folgen können. Rheinmetall beschreibt seine modularen Rettungssysteme als verlegbare Behandlungseinheiten, in denen unter anderem Blutungen gestillt, Patienten beatmet und Kreislaufzustände stabilisiert werden können.

Verwundetenversorgung der Bundeswehr beginnt nahe am Einsatzort

Die Rettungsstationen bilden die NATO-Behandlungsebene Role 1 ab. Sie schließen an die Selbst- und Kameradenhilfe sowie den Transport durch Sanitätskräfte an. Im Mittelpunkt stehen die notfallmedizinische Untersuchung, die Stabilisierung lebenswichtiger Körperfunktionen und die Vorbereitung auf den Weitertransport. Nach Angaben der Bundeswehr können außerdem begrenzte notfallchirurgische Maßnahmen wie die Behandlung von Wunden durchgeführt werden. In der militärischen Rettungskette folgt anschließend eine höhere Behandlungsebene mit erweiterten Möglichkeiten zur Diagnostik, Intensivversorgung und Chirurgie.

112 geschützte Sanitätscontainer sollen Personal absichern

Ein Großteil der neuen Systeme wird ballistisch geschützt. Insgesamt 112 der 149 bestellten Rettungsstationen sollen Schutz vor Geschossen aus Handwaffen und vor Splittern bieten. Damit reagiert die Bundeswehr auf die Anforderungen der Landes- und Bündnisverteidigung, bei der medizinische Einrichtungen auch in der Nähe von Kampfhandlungen eingesetzt werden müssen. Die übrigen 37 Systeme werden ohne diesen erweiterten Schutz beschafft. Die Bundeswehr verweist bei der Bedeutung einer mobilen und geschützten Verwundetenversorgung auch auf die Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine.

Alte Rettungsstationen werden bis 2029 ersetzt

Die derzeit eingesetzten Rettungsstationen stammen nach Angaben des Beschaffungsamtes überwiegend aus den frühen 2000er-Jahren. Sie sollen bis zum Ende des Jahres 2029 nach und nach durch die neuen Systeme ersetzt werden. Insgesamt umfasst die Bestellung aus dem Rahmenvertrag nun 165 fest beauftragte Rettungsstationen. Das Vorhaben ist Teil des Projekts „Modulare Sanitätseinrichtungen“, mit dem die Bundeswehr ihre mobilen medizinischen Kapazitäten erneuert. Dazu gehören neben den Rettungsstationen auch größere Einrichtungen für weiterführende Diagnostik, Operationen und die stationäre Behandlung von Verwundeten.

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