Karl-May-Festspiele in Burgrieden: Insolvenz stoppt die Spielzeit 2027

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Symbolbild: Evan Wise

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Burgrieden. Die Karl-May-Festspiele in Burgrieden im baden-württembergischen Landkreis Biberach haben einen Insolvenzantrag gestellt. Die für 2027 geplante Spielzeit fällt aus. Geschäftsführerin Claudia Huitz begründet die finanzielle Krise mit wetterbedingt ausgefallenen Aufführungen und einem Streit über Versicherungsleistungen. Dabei hatten die Festspiele nach eigenen Angaben in der Saison 2026 rund 22.000 Besucher angezogen. Inzwischen hat das Amtsgericht Ravensburg einen vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt. Wie es mit der Freilichtbühne weitergeht, ist offen.

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Amtsgericht ordnet vorläufige Insolvenzverwaltung an

Den Insolvenzantrag für die Festspiele Burgrieden GmbH stellte Geschäftsführerin Claudia Huitz nach eigenen Angaben am Sonntag, 25. Oktober 2026. Sie hatte zuvor versucht, die Auseinandersetzung über die ausstehenden Versicherungsleistungen außergerichtlich zu klären.

Am 29. Oktober ordnete das Amtsgericht Ravensburg Sicherungsmaßnahmen für das Vermögen der Gesellschaft an. Unter dem Aktenzeichen 107 IN 799/26 wurde eine vorläufige Insolvenzverwaltung eingerichtet.

Die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über das Unternehmensvermögen liegt damit beim vorläufigen Insolvenzverwalter. Dieser soll die wirtschaftliche Situation untersuchen und prüfen, ob eine Fortführung möglich ist.

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Eine Entscheidung über die endgültige Eröffnung des Insolvenzverfahrens lag zunächst nicht vor.

Wetterbedingte Ausfälle und Streit mit der Versicherung

Ausgangspunkt der finanziellen Schwierigkeiten waren nach Darstellung der Geschäftsführerin mehrere wetterbedingte Absagen während der Spielzeit 2026. Aufgeführt wurde in diesem Sommer das Karl-May-Abenteuer „Der Schatz im Silbersee“.

In ihrer öffentlichen Erklärung vom 26. Oktober sprach Huitz von vier ausgefallenen Vorstellungen. Der Südwestrundfunk berichtete dagegen von fünf wetterbedingt ausgefallenen Aufführungen. Eine abschließende Erklärung für diese unterschiedlichen Zahlen lag zunächst nicht vor.

Für entsprechende Ausfälle hatte der Veranstalter nach Angaben von Huitz eine Versicherung abgeschlossen. Die erwarteten Leistungen seien jedoch nicht erbracht worden. Die Geschäftsführerin vertritt die Auffassung, dass der Fehler nicht bei der Festspielgesellschaft liege. Die rechtlichen Fragen sollen durch Anwälte und gegebenenfalls Gerichte geklärt werden.

Ob und in welchem Umfang tatsächlich ein Anspruch auf Versicherungsleistungen besteht, war zunächst nicht abschließend geklärt.

Trotz 22.000 Besuchern fällt die Saison 2027 aus

Die finanziellen Schwierigkeiten treffen die Festspiele nach einer gut besuchten Saison. Rund 22.000 Menschen kamen nach Angaben der Veranstalter 2026 zu den Aufführungen nach Burgrieden.

Für das kommende Jahr waren die Vorbereitungen bereits weit fortgeschritten. Mit „Old Shatterhand“ sollte ein neues Karl-May-Abenteuer auf die Freilichtbühne kommen. Ein neuer Hauptdarsteller war vorgesehen, das Plakat stand bereits fest. Auch an den weiteren künstlerischen Vorbereitungen wurde gearbeitet.

Die Spielzeit 2027 wurde nun abgesagt. Geschäftsführerin Huitz erklärte, sie könne unter den gegebenen wirtschaftlichen Bedingungen eine weitere Saison nicht verantworten.

Betroffen ist auch das Team hinter den Aufführungen. Nach Angaben der Geschäftsführerin wirken etwa 70 Menschen an den Festspielen mit. Ein kleinerer Teil arbeitet ganzjährig für den Betrieb, während zahlreiche weitere Beteiligte saisonal beschäftigt sind. Welche konkreten Folgen das Insolvenzverfahren für die Beschäftigten hat, stand zunächst nicht fest.

Auch andere Veranstaltungen stehen auf der Kippe

Neben den Karl-May-Aufführungen wird das Festspielgelände für weitere Veranstaltungen genutzt. Dazu gehören Feste, Festivals und private Feiern.

Nach Angaben der Geschäftsführung waren bereits Veranstaltungen für 2027 und 2028 vereinbart. Auch deren Durchführung ist durch die Insolvenz ungewiss geworden. Eine vollständige Absage sämtlicher Veranstaltungen wurde zunächst nicht bestätigt.

Offene Fragen gibt es außerdem für Menschen, die noch Gutscheine besitzen oder Veranstaltungen gebucht haben. Die Veranstalter hatten zunächst um Geduld gebeten und weitere Informationen zur Abwicklung angekündigt.

Die gerichtliche Anordnung zur vorläufigen Insolvenzverwaltung enthält keine allgemeine Regelung zur Rückzahlung bereits geleisteter Beträge. Ob und in welcher Form Ansprüche erfüllt werden können, hängt vom jeweiligen Vertragsverhältnis und dem weiteren Verfahren ab.

Karl-May-Festspiele gehören seit 2014 zum Kulturangebot

Die Karl-May-Festspiele in Burgrieden wurden 2014 gegründet. Auf der Freilichtbühne in Oberschwaben wurden seitdem verschiedene Abenteuer nach den Werken des deutschen Schriftstellers Karl May inszeniert.

Zum Repertoire gehörten unter anderem Geschichten um Winnetou und Old Shatterhand sowie die Stücke „Unter Geiern“ und „Old Surehand“. Die Aufführungen verbinden Schauspiel mit Reitszenen, Stunts und aufwendigen Bühnenbildern.

Damit gehört Burgrieden zu den deutschen Spielorten, an denen die Abenteuerwelt von Karl May regelmäßig als Freilichttheater umgesetzt wurde.

Die Insolvenz betrifft die Betreibergesellschaft in Burgrieden, nicht die Karl-May-Festspiele an anderen Standorten.

Ob in Burgrieden zu einem späteren Zeitpunkt wieder Aufführungen stattfinden können, ist derzeit nicht entschieden. Geschäftsführerin Huitz hat den Wunsch geäußert, dass die Bühne auch künftig für Theater und andere Veranstaltungen genutzt werden kann. Über die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür muss nun im weiteren Insolvenzverfahren entschieden werden.

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