Boliviens Erzbischof Ricardo Centellas stirbt mit 63 Jahren

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Symbolfoto

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Der bolivianische Erzbischof Ricardo Ernesto Centellas Guzmán ist im Alter von 63 Jahren gestorben. Der Erzbischof von Sucre und Primas von Bolivien starb am Donnerstag, 24. September 2026, in der Stadt Oruro. Dort nahm er an einer Veranstaltung der Katholischen Universität Boliviens teil. Die Bolivianische Bischofskonferenz bestätigte seinen Tod noch am selben Tag.

Centellas gehörte seit vielen Jahren zu den einflussreichsten Vertretern der katholischen Kirche des südamerikanischen Landes. Von 2015 bis 2021 stand er an der Spitze der Bolivianischen Bischofskonferenz. Seit 2020 war er Erzbischof von Sucre. Mit der Verleihung des Primatialtitels an Sucre im Jahr 2021 wurde er zugleich Primas von Bolivien.

Centellas wurde in Oruro in ein Krankenhaus gebracht

Nach Angaben der Bolivianischen Bischofskonferenz befand sich Centellas bei einer akademischen Veranstaltung der Universidad Católica Boliviana in Oruro, als es ihm plötzlich schlecht ging. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Trotz medizinischer Bemühungen konnte er nicht wiederbelebt werden. Die Bischofskonferenz gab einen Herzstillstand als Todesursache an.

Centellas war zugleich Großkanzler der Universidad Católica Boliviana und damit eng mit der Hochschule verbunden. Die Universität erklärte nach seinem Tod, ihre Gemeinschaft trauere gemeinsam mit seiner Familie, der katholischen Kirche des Landes und dem Erzbistum Sucre. Die Bischöfe Boliviens hatten ihn im November 2024 zum Großkanzler gewählt.

Seine sterblichen Überreste wurden zunächst in Oruro aufgebahrt. Anschließend sollte der Leichnam nach Sucre überführt werden. Nach Angaben des Erzbistums sind die offiziellen Exequien für Dienstag in der Kathedrale von Sucre vorgesehen. Auch die Beisetzung soll dort erfolgen.

Vom Priester zum Erzbischof von Sucre

Ricardo Ernesto Centellas Guzmán wurde am 7. November 1962 in Chuquisaca geboren. Nach seiner theologischen Ausbildung wurde er am 11. August 1988 zum Priester geweiht. Später absolvierte er ein Studium der Spirituellen Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und übernahm verschiedene Aufgaben in der Kirche von Sucre.

Papst Benedikt XVI. ernannte ihn 2005 zum Weihbischof von Potosí. Vier Jahre später wurde Centellas zum Bischof von Potosí berufen. Dieses Amt übernahm er Anfang 2010. Im Februar 2020 ernannte Papst Franziskus ihn zum Erzbischof von Sucre und damit zum Nachfolger von Jesús Juárez Párraga.

Innerhalb der Bolivianischen Bischofskonferenz übernahm Centellas früh überregionale Verantwortung. Von 2012 bis 2015 war er Vizepräsident, anschließend wurde er zum Präsidenten gewählt und 2018 in diesem Amt bestätigt. Bis 2021 führte er die Bischofskonferenz.

Seit 2021 Primas von Bolivien

Eine besondere kirchengeschichtliche Bedeutung erhielt sein Amt in Sucre im Jahr 2021. Papst Franziskus verlieh der Metropolitankirche von Sucre den Status des Primatialsitzes von Bolivien. Der jeweilige Erzbischof von Sucre trägt damit während seiner Amtszeit den Titel Primas von Bolivien. Centellas war der erste Amtsinhaber nach dieser formellen Anerkennung.

Der Titel ist vor allem historischer und protokollarischer Natur. Er unterstreicht die besondere Stellung Sucres in der Geschichte der katholischen Kirche Boliviens, verleiht dem Erzbischof aber keine unmittelbare Leitungsgewalt über die anderen Diözesen des Landes.

Centellas trat während seiner Zeit an der Spitze der Bischofskonferenz auch zu gesellschaftlichen und politischen Fragen öffentlich auf. Wiederholt rief er angesichts sozialer und politischer Spannungen zu Dialog, Versöhnung und gesellschaftlichem Zusammenhalt auf. 2021 mahnte er etwa dazu, unterschiedliche politische Sichtweisen nicht zum Hindernis für ein gemeinsames Handeln im Land werden zu lassen.

Universität würdigt sein Engagement für Bildung

Neben seinen kirchlichen Aufgaben spielte Centellas eine wichtige Rolle für die katholische Hochschulbildung in Bolivien. Als Großkanzler der Universidad Católica Boliviana war er in deren kirchliche und strategische Leitung eingebunden. Noch im Juni 2026 nahm er an Sitzungen zur theologischen Ausbildung und zur Weiterentwicklung der Universität teil.

Die Universität erinnerte nach seinem Tod besonders an seinen Einsatz für Bildung, Glauben und gesellschaftliche Verantwortung. Mit seinem Tod verliert die katholische Kirche Boliviens einen früheren Vorsitzenden ihrer Bischofskonferenz, den amtierenden Erzbischof von Sucre und den Träger des Primatialtitels des Landes.

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