Chinas Außenhandel wächst trotz Konflikten mit EU und USA

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Chinas Außenhandel ist im August 2026 erneut deutlich gewachsen. Die Ausfuhren der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt legten nach Angaben der chinesischen Zollbehörde im Vergleich zum Vorjahresmonat um 25,0 Prozent zu. Damit beschleunigte sich das Wachstum gegenüber Juli, als die Exporte auf Dollarbasis um 23,9 Prozent gestiegen waren. Auch die Einfuhren entwickelten sich kräftig und nahmen um 28,2 Prozent zu.

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Der Handelsüberschuss Chinas lag im August bei 119,09 Milliarden US Dollar. Im Juli waren es noch 112,5 Milliarden US Dollar gewesen. Für die ersten acht Monate des Jahres summierte sich der Überschuss auf 805,51 Milliarden US Dollar. Die neuen Zahlen zeigen damit, dass der Außenhandel für die chinesische Wirtschaft trotz anhaltender Handelskonflikte mit den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union ein wichtiger Wachstumsträger bleibt.

Chinas Exporte im August wachsen stärker als im Juli

Besonders deutlich entwickelte sich der Handel mit technologieintensiven Produkten. In den ersten acht Monaten des Jahres stieg der Wert der chinesischen Ausfuhren von Hightechprodukten auf Dollarbasis um 42,9 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Eine wichtige Rolle spielten Halbleiter. Der Wert der Chipausfuhren hat sich in den ersten acht Monaten mehr als verdoppelt. Die ausgeführte Menge nahm dagegen lediglich um 4,1 Prozent zu. Damit spiegeln die hohen Exportwerte nicht allein größere Liefermengen wider. Auch die Entwicklung der Preise und die internationale Nachfrage nach Komponenten für Rechenzentren und Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz spielen eine Rolle.

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Ebenfalls deutlich nahmen die Fahrzeugexporte zu. Sowohl ihr Wert als auch die ausgeführte Menge lagen in den ersten acht Monaten jeweils mehr als 50 Prozent über dem Vorjahresniveau. China hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der weltweit wichtigsten Exporteure von Autos entwickelt. Besonders Hersteller von Elektroautos und Hybridfahrzeugen bauen ihr Geschäft außerhalb des Heimatmarktes aus.

Handel mit den USA nimmt trotz Spannungen zu

Auch der Warenverkehr mit den Vereinigten Staaten legte im August deutlich zu. Chinas Exporte in die USA stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 34,4 Prozent. Die chinesischen Importe aus den USA erhöhten sich um 17,8 Prozent. Der chinesische Handelsüberschuss mit den Vereinigten Staaten wuchs von rund 28 Milliarden US Dollar im Juli auf 29,18 Milliarden US Dollar im August.

Die Entwicklung fällt in eine Phase weiterhin angespannter Handelsbeziehungen. Washington und Peking streiten unter anderem über Zölle, den Zugang zu Hochtechnologie und Exportbeschränkungen. Trotz einer weiterhin bestehenden handelspolitischen Verständigung zwischen beiden Ländern bleiben die Bedingungen für Unternehmen deshalb von politischen Entscheidungen abhängig.

Zu den sensiblen Bereichen gehören Halbleiter und andere fortgeschrittene Technologien sowie kritische Rohstoffe. China gehört bei zahlreichen dieser Produkte zu den wichtigsten Herstellern oder Verarbeitern weltweit. Handelsbeschränkungen können deshalb auch Lieferketten außerhalb der beiden Länder betreffen.

Auch mit der EU bleiben Handelsfragen ungelöst

Parallel dazu dauern die wirtschaftspolitischen Spannungen zwischen China und der Europäischen Union an. Ein zentraler Streitpunkt ist das große Ungleichgewicht im gegenseitigen Warenhandel. Nach Daten von Eurostat lag das Defizit der EU im Warenhandel mit China allein im zweiten Quartal 2026 bei 103 Milliarden Euro. Es war damit so hoch wie seit dem dritten Quartal 2022 nicht mehr.

Brüssel und Peking haben Ende Juni neue Gespräche über ihre Handelsbeziehungen begonnen. Dabei geht es unter anderem um ein ausgeglicheneres Verhältnis bei Handel und Investitionen, Exportkontrollen, geistiges Eigentum und die Reform der Welthandelsorganisation.

Gleichzeitig setzt die EU weiterhin handelspolitische Schutzinstrumente gegenüber bestimmten Produkten aus China ein. Dazu gehören Maßnahmen gegen staatlich geförderte Elektroautos aus chinesischer Produktion sowie Antidumpingverfahren in weiteren Produktbereichen. Für einzelne Hersteller und Modelle sind inzwischen auch Vereinbarungen über Mindestpreise möglich.

Die hohe Exportdynamik Chinas dürfte die Debatte über die Handelsungleichgewichte zusätzlich prägen. Die Volksrepublik liefert erheblich mehr Waren in die EU, als europäische Unternehmen nach China exportieren.

Außenhandel stützt eine schwächere Binnenwirtschaft

Die starken Ausfuhren stehen zugleich einer verhalteneren Entwicklung in Teilen der chinesischen Binnenwirtschaft gegenüber. Das Wirtschaftswachstum hatte sich im zweiten Quartal 2026 auf 4,3 Prozent abgeschwächt. Zu Beginn des dritten Quartals verloren unter anderem Industrieproduktion und Einzelhandel an Dynamik. Auch der seit Jahren unter Druck stehende Immobilienmarkt bleibt ein Belastungsfaktor.

Damit gewinnt die Nachfrage aus dem Ausland zusätzlich an Bedeutung. Neben Fahrzeugen und klassischen Industrieprodukten profitieren chinesische Unternehmen derzeit besonders von der internationalen Nachfrage nach Elektronik, Chips und anderen technischen Komponenten.

Dass gleichzeitig auch die Importe kräftig wachsen, zeigt allerdings, dass China selbst große Mengen von Vorprodukten und Rohstoffen benötigt. Gerade der Technologiesektor ist weiterhin auf internationale Lieferketten angewiesen.

Die Augustzahlen zeigen deshalb zwei Entwicklungen gleichzeitig. Chinas Außenhandel wächst mit hohen Raten und erzielt weiterhin große Überschüsse. Zugleich verschärft die starke Exportorientierung die Diskussion mit wichtigen Handelspartnern über Marktzugang, staatliche Förderung und die Verteilung der globalen Industrieproduktion.

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