Chip-Ausverkauf erreicht Deutschland: Infineon und Aixtron verlieren

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der weltweite Kursrutsch bei Halbleiteraktien hat am Dienstag, 13. Oktober 2026, auch den deutschen Aktienmarkt erreicht. Nach deutlichen Verlusten bei führenden Chipherstellern in Südkorea und anderen asiatischen Ländern gerieten Infineon, Aixtron und SUSS MicroTec unter Verkaufsdruck. Hintergrund sind unter anderem technologische Fortschritte eines chinesischen Speicherchipherstellers und zunehmende Zweifel an der Wirtschaftlichkeit umfangreicher Investitionen in künstliche Intelligenz.

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Infineon-Aktie verliert zum Handelsstart deutlich

Bereits vor der regulären Börseneröffnung zeichneten sich Verluste bei deutschen Halbleiterwerten ab. Nach Angaben von dpa-AFX vom Dienstag um 8.18 Uhr lag die Infineon-Aktie im vorbörslichen Tradegate-Handel rund 1,5 Prozent unter ihrem vorherigen Xetra-Schlusskurs. Aixtron verlor zu diesem Zeitpunkt 1,6 Prozent, SUSS MicroTec gab um 2,4 Prozent nach.

Nach Handelsbeginn verstärkte sich der Druck auf Infineon. Um 9.30 Uhr notierte die Aktie laut Investing.com mit einem Minus von 4,5 Prozent. Sie gehörte damit zu den schwächsten Werten im DAX. Der deutsche Leitindex selbst behauptete sich zu diesem Zeitpunkt mit einem Plus von 0,18 Prozent bei 25.323,86 Punkten.

Südkoreanische Chipkonzerne besonders stark betroffen

Deutlich größer fielen die Verluste zuvor an den asiatischen Börsen aus. Der südkoreanische Leitindex Kospi verlor nach Angaben von Investing.com am Dienstagvormittag rund 5,5 Prozent. Die Aktien der Halbleiterkonzerne Samsung Electronics und SK Hynix standen besonders unter Druck und verzeichneten zwischenzeitlich Verluste im hohen einstelligen Prozentbereich.

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Auch japanische und taiwanesische Technologiewerte gaben nach. Bereits am Montag hatten amerikanische Halbleiteraktien Verluste verzeichnet. Die Verkaufswelle erfasste damit innerhalb kurzer Zeit mehrere wichtige Standorte der internationalen Chipindustrie.

Chinesischer Chiphersteller CXMT kündigt Fortschritte an

Ein wesentlicher Auslöser der Verunsicherung sind Ankündigungen des chinesischen Speicherchipproduzenten ChangXin Memory Technologies, kurz CXMT.

Das Unternehmen erklärte, Fortschritte bei einer neuen Architektur für DRAM-Speicherzellen erzielt zu haben. Die als 4F² bezeichnete Technologie soll eine höhere Speicherdichte ermöglichen. CXMT plant nach eigenen Angaben, bis Ende 2026 ein entsprechendes Speicherprodukt für Server auf den Markt zu bringen. Eine unabhängig bestätigte großflächige Serienproduktion dieser neuen Architektur war damit zunächst nicht nachgewiesen.

Für etablierte Speicherchiphersteller wie Samsung, SK Hynix und den amerikanischen Konzern Micron könnte eine erfolgreiche Kommerzialisierung zusätzlichen Wettbewerb bedeuten. Anleger befürchten insbesondere Auswirkungen auf künftige Marktanteile, Verkaufspreise und Gewinnmargen.

Zweifel an milliardenschweren KI-Investitionen wachsen

Neben dem chinesischen Wettbewerb belastet die Diskussion über die Finanzierung des weltweiten KI-Ausbaus die Branche.

Broadcom-Chef Hock Tan hatte am Montag bei einer Veranstaltung in Singapur erklärt, dass künftig vor allem die Verfügbarkeit von Kapital zu einem Engpass für das weitere Wachstum der KI-Industrie werden könnte. Zugleich kritisierte er überzogene Erwartungen einzelner Investoren.

Die Unsicherheit betrifft insbesondere Unternehmen, deren Geschäft stark von Investitionen in Rechenzentren und leistungsfähige Halbleiter abhängt. Hohe Ausgaben für KI-Infrastruktur haben die Nachfrage nach bestimmten Chips erheblich gesteigert. An den Börsen wird nun verstärkt hinterfragt, ob sich diese Investitionen langfristig im erwarteten Umfang auszahlen.

Warum auch deutsche Halbleiterwerte betroffen sind

Auch in Deutschland stehen Chipaktien unter Druck, obwohl die betroffenen Unternehmen unterschiedliche Geschäftsmodelle verfolgen. Infineon ist insbesondere bei Leistungs- und Automobilhalbleitern aktiv. Aixtron produziert Anlagen zur Herstellung spezieller Halbleiter, während SUSS MicroTec Ausrüstung für verschiedene Fertigungsprozesse anbietet.

Die angekündigte Speicherchiptechnologie von CXMT stellt deshalb nicht für alle deutschen Unternehmen eine unmittelbare Konkurrenz dar. Dennoch wirkt sich die allgemeine Unsicherheit über die künftige Entwicklung der Chipindustrie auf die Börsenbewertungen aus.

Neue Hinweise zur Geschäftsentwicklung großer Branchenunternehmen werden bereits in dieser Woche erwartet. Der niederländische Halbleiterausrüster ASML will am Mittwoch, 14. Oktober, Geschäftszahlen veröffentlichen. Für Donnerstag, 15. Oktober, sind Ergebnisse des taiwanesischen Auftragsfertigers TSMC angekündigt.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu