
Citroën bringt einen seiner bekanntesten Klassiker in die elektrische Zukunft. Auf dem Pariser Autosalon 2026 präsentiert der französische Hersteller das Citroën 2CV Concept, eine moderne Interpretation der legendären Ente. Aus der Studie soll bis 2028 ein erschwingliches Elektroauto entstehen. Als Einstiegspreis strebt Citroën rund 15.000 Euro an. Zusätzlich zeigt die Marke eine elektrische Kastenwagenstudie, die an den früheren 2CV Fourgonnette erinnert.
Mit der Neuauflage will Citroën den Markt für preiswerte Elektrofahrzeuge erweitern. Die neue Ente soll zwischen dem elektrischen Kleinstfahrzeug Ami und dem größeren ë-C3 positioniert werden. Im Mittelpunkt stehen eine einfache Konstruktion, geringes Gewicht und niedrige Kosten. Einen verbindlichen Verkaufspreis oder einen genauen Marktstart hat der Hersteller allerdings noch nicht bekannt gegeben.
Das auf dem Pariser Autosalon vom 12. bis 18. Oktober vorgestellte Konzeptfahrzeug ist 3,76 Meter lang und damit sogar etwas kürzer als die ursprüngliche Ente. Die Karosserie übernimmt zahlreiche charakteristische Merkmale des historischen Modells. Dazu gehören freistehende runde Scheinwerfer, geschwungene Kotflügel, eine steil stehende Windschutzscheibe und ein Stofffaltdach.
Die Front kombiniert klassische Formen mit einer modernen LED-Lichtsignatur. Auch die Motorhaube, die sichtbar angeordneten Scheibenwischer und die großen Stahlräder erinnern an das historische Fahrzeug. Am Heck setzt Citroën auf eine weit nach unten reichende schwarze Heckklappe und kompakte Rückleuchten.
Im Innenraum verfolgt der Hersteller einen ungewöhnlich einfachen Ansatz. Statt einer umfangreichen Instrumententafel besitzt die Studie eine kompakte zentrale Bedieneinheit und ein Fahrerdisplay. Hinzu kommen ein acht Zoll großer Touchscreen, herausnehmbare Ablagekörbe und ein tragbares Audiosystem namens Radioën.
Besonders auffällig ist die herausnehmbare vordere Sitzbank. Sie soll sich auch außerhalb des Fahrzeugs verwenden lassen. Ob dieses Detail in die spätere Serienversion übernommen wird, ist nicht bestätigt.
Die wichtigste Ankündigung betrifft den Preis. Citroën verfolgt mit dem geplanten Serienmodell das Ziel, ein vollwertiges Elektroauto für rund 15.000 Euro anzubieten. Damit würde die neue Ente zu den besonders günstigen elektrischen Pkw auf dem europäischen Markt gehören.
Die angestrebte Preisgestaltung hängt eng mit dem technischen Konzept zusammen. Das Fahrzeug soll möglichst leicht, einfach aufgebaut und kostengünstig herzustellen sein. Citroën nennt ein Zielgewicht von ungefähr einer Tonne. Dadurch könnte eine vergleichsweise kleine Batterie ausreichen, um eine alltagstaugliche Reichweite zu erzielen.
Auch bei der Karosserie setzt der Hersteller auf möglichst unkomplizierte Lösungen. Einzelne Stoßfängerelemente sollen separat austauschbar sein. Solche Konstruktionen können sowohl die Produktion als auch spätere Reparaturen vereinfachen.
Konkrete Angaben zur Batteriekapazität, Motorleistung, Ladegeschwindigkeit und Reichweite fehlen bislang. Citroën hat außerdem noch nicht mitgeteilt, wo die Serienversion gebaut werden soll. Bestätigt ist lediglich das Ziel einer europäischen Produktion.
Der geplante Einstiegspreis von 15.000 Euro ist noch kein verbindlicher deutscher Listenpreis. Auch die Serienausstattung steht nicht fest.
Die Serienversion der elektrischen Ente soll nach den Plänen von Citroën bis 2028 vorgestellt werden und das Modellangebot erweitern. Ein konkreter Bestellbeginn oder Auslieferungstermin wurde nicht genannt.
Das Jahr 2028 hätte zugleich historische Bedeutung. Dann wäre es genau 80 Jahre her, dass Citroën den ursprünglichen 2CV erstmals auf dem Pariser Autosalon präsentierte. Das 1948 vorgestellte Fahrzeug entwickelte sich über mehrere Jahrzehnte zu einem der bekanntesten europäischen Kleinwagen. Die Produktion endete 1990.
Der neue 2CV soll diese Tradition nicht mit einem Verbrennungsmotor fortsetzen. Vorgesehen ist ausschließlich ein elektrischer Antrieb. Gleichzeitig will Citroën möglichst viele Eigenschaften des ursprünglichen Konzepts erhalten, insbesondere die einfache Bedienung und eine vielseitige Nutzung.
Wie nah das spätere Serienfahrzeug optisch und technisch an der jetzt präsentierten Studie liegen wird, ist noch offen. Das Ausstellungsfahrzeug ist nicht für den Straßenverkehr zugelassen und wird nicht verkauft.
Neben dem Personenwagen präsentiert Citroën auf dem Autosalon eine zweite Interpretation des Klassikers. Das 2CV Fourgonnette Concept erinnert an die frühere Kastenwagenversion der Ente, die insbesondere von Handwerkern, kleinen Geschäften und Lieferdiensten genutzt wurde.
Die neue Studie verbindet das Erscheinungsbild des historischen Nutzfahrzeugs mit einem elektrischen Antrieb. Sie ist als Nutzfahrzeugvariante des 2CV Concept gestaltet und soll zeigen, wie ein kompakter Lieferwagen mit einfacher Ausstattung und vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten heute aussehen könnte.
Anders als beim Personenwagen gibt es für die Fourgonnette allerdings keine konkrete Serienankündigung. Citroën bezeichnet das Fahrzeug ausdrücklich als freie Designstudie. Eine kurzfristige Einführung eines entsprechenden Elektrotransporters ist nicht vorgesehen.
Damit unterscheiden sich die Perspektiven der beiden Fahrzeuge deutlich. Während der Personenwagen einen Ausblick auf ein geplantes Serienmodell gibt, bleibt die Fourgonnette zunächst ein gestalterisches Experiment. Auch Preise, Nutzlast und technische Eckdaten einer möglichen späteren Nutzfahrzeugversion wurden nicht veröffentlicht.
Mit dem angekündigten Preisziel würde Citroën in einem Marktsegment antreten, in dem bereits mehrere Hersteller vergleichsweise günstige Elektroautos anbieten.
Der Dacia Spring gehört dazu. Für das Modelljahr 2026 hatte Dacia einen Einstiegspreis von 16.900 Euro in Deutschland angekündigt. Der elektrische Renault Twingo E-Tech wird in Deutschland ab 19.990 Euro angeboten. Auch Citroën selbst verkauft mit dem ë-C3 Urban Range bereits ein Elektroauto, dessen Listenpreis bei 19.990 Euro beginnt.
Die neue Ente würde mit dem angestrebten Einstiegspreis von rund 15.000 Euro unter diesen Listenpreisen liegen. Allerdings handelt es sich bislang um ein Entwicklungsziel. Ein direkter Vergleich der Ausstattung, Reichweite und Ladeleistung ist deshalb noch nicht möglich.
Der Wettbewerb beschränkt sich zudem nicht auf europäische Marken. Auf dem Pariser Autosalon 2026 sind zahlreiche chinesische Hersteller vertreten, die ihre Präsenz auf dem europäischen Markt ausbauen. Für die europäischen Autobauer wächst damit der Druck, insbesondere im unteren Preissegment wettbewerbsfähige elektrische Fahrzeuge anzubieten.
Eine wichtige Rolle bei Citroëns Planungen spielen die künftigen europäischen Vorschriften für kleine Elektroautos. Die Europäische Kommission hatte im Dezember 2025 eine neue Fahrzeugkategorie für erschwingliche elektrische Pkw vorgeschlagen.
Die sogenannte M1E-Kategorie soll Elektrofahrzeuge mit einer Länge von höchstens 4,20 Metern umfassen. Vorgesehen sind regulatorische Vereinfachungen, die Entwicklung und Herstellung kostengünstiger machen sollen. Für kleine Elektroautos aus europäischer Produktion sind außerdem besondere Vorteile bei der Berechnung der Flottenemissionen vorgesehen.
Mit seinen 3,76 Metern würde das Citroën 2CV Concept die geplante Längengrenze deutlich unterschreiten. Citroën richtet die Entwicklung ausdrücklich auf diese neue Fahrzeugklasse aus. Die endgültigen regulatorischen Voraussetzungen hängen allerdings von der weiteren Ausgestaltung der EU-Regeln ab.
Für Citroën eröffnet das Projekt damit die Möglichkeit, eine historische Modellidee mit dem wachsenden Angebot günstiger Elektroautos zu verbinden. Ob sich das Ziel eines Verkaufspreises von rund 15.000 Euro tatsächlich erreichen lässt, wird sich erst mit der Entwicklung der Serienversion zeigen. Entscheidend werden dabei unter anderem die Batteriekosten, die Ausstattung und die endgültigen Produktionsbedingungen sein.
Fest steht bislang, dass die elektrische Ente bis 2028 das Modellprogramm ergänzen soll. Das Citroën 2CV Concept zeigt auf dem Pariser Autosalon, wie der Hersteller einen besonders einfachen und erschwinglichen Elektro-Kleinwagen gestalten möchte.
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