
George Clooney ist bei den 83. Internationalen Filmfestspielen von Venedig mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Der 65 Jahre alte US-Schauspieler, Regisseur und Produzent erhielt die Ehrung am Mittwoch zum Auftakt des Festivals auf dem Lido. Die Entscheidung hatte der Verwaltungsrat der Biennale di Venezia auf Empfehlung von Festivaldirektor Alberto Barbera getroffen.
Die Laudatio auf Clooney hielt die Oscarpreisträgerin Laura Dern. Die beiden standen zuletzt gemeinsam für Noah Baumbachs Film „Jay Kelly“ vor der Kamera, der 2025 im Wettbewerb von Venedig gezeigt worden war. Die Biennale hatte Derns Auftritt bereits vor Beginn des Festivals angekündigt.
Die Ehrung knüpft an eine außergewöhnlich lange Verbindung zwischen Clooney und dem Filmfestival an. Sein erster Festivalauftritt mit einem Film reicht bis 1998 zurück. Damals wurde Steven Soderberghs „Out of Sight“ mit Clooney und Jennifer Lopez in Venedig präsentiert. Seither kehrte der US-Amerikaner immer wieder mit großen Produktionen auf den Lido zurück.
Besonders bedeutend war das Jahr 2005. Clooney präsentierte in Venedig „Good Night, and Good Luck“, bei dem er Regie führte, am Drehbuch mitschrieb und eine Rolle übernahm. Das Drama über den US-Journalisten Edward R. Murrow lief im Wettbewerb und erhielt später sechs Oscar-Nominierungen. Clooney selbst wurde dafür erstmals für den Regie-Oscar nominiert.
Weitere Filme mit Clooney feierten in den folgenden Jahren in Venedig Premiere oder gehörten zum Festivalprogramm. Dazu zählen „Michael Clayton“, „Burn After Reading“, sein Politdrama „The Ides of March“ und Alfonso Cuaróns Weltraumfilm „Gravity“. 2024 kam Clooney gemeinsam mit Brad Pitt für „Wolfs“ nach Venedig, ein Jahr später folgte „Jay Kelly“.
Clooney zählt seit Jahrzehnten zu den international bekanntesten amerikanischen Filmschaffenden. Den Oscar als bester Nebendarsteller erhielt er 2006 für seine Rolle in „Syriana“. Einen zweiten Oscar gewann er als Produzent von „Argo“, der 2013 als bester Film ausgezeichnet wurde.
Seine Karriere beschränkt sich dabei längst nicht auf die Schauspielerei. Neben „Good Night, and Good Luck“ inszenierte Clooney unter anderem „The Ides of March“, „The Monuments Men“, „Suburbicon“ und „The Midnight Sky“. Die Biennale begründet die Ehrung entsprechend mit seinem Gesamtwerk als Schauspieler, Regisseur und Produzent.
Clooney hatte nach Bekanntgabe der Auszeichnung erklärt, Venedig sei für ihn ein besonders bedeutendes Festival. Die Ehrung bezeichnete er als große Ehre und verband seine Reaktion zugleich mit einem selbstironischen Hinweis auf sein Alter.
Am Tag der Preisverleihung äußerte sich Clooney zudem zu aktuellen Veränderungen in Filmindustrie und Medien. Bei seinem Auftritt in Venedig warnte er vor den Folgen immer leistungsfähigerer künstlicher Intelligenz. Insbesondere Deepfakes könnten nach seiner Einschätzung dazu beitragen, dass authentische Bilder und Informationen schwerer von manipulierten Inhalten zu unterscheiden seien.
Clooney sprach außerdem über die zunehmende Konzentration von Medienbesitz und über Veränderungen in Hollywood. Seine Äußerungen standen nicht in direktem Zusammenhang mit der Begründung für den Goldenen Löwen, zeigten aber, dass der Schauspieler seinen Festivalauftritt nicht allein für einen Rückblick auf seine Karriere nutzte.
Die 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig dauern vom 2. bis zum 12. September 2026. Nach der Eröffnungszeremonie stand am Mittwoch die Weltpremiere von Danny Boyles „Ink“ auf dem Programm.
Neben Clooney erhält in diesem Jahr auch die amerikanische Schauspielerin Ellen Burstyn einen Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk. Die Auszeichnung für die Oscarpreisträgerin soll ebenfalls während des Festivals vergeben werden.
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