
Die Commerzbank hat in den ersten neun Monaten 2026 so viel verdient wie noch nie in einem vergleichbaren Zeitraum. Das operative Ergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent auf rund vier Milliarden Euro. Auch der Nettogewinn legte kräftig zu. Die Frankfurter Großbank bestätigte am Donnerstag, 5. November 2026, ihre wichtigsten Jahresziele. Gleichzeitig schreitet die geplante Übernahme durch die italienische UniCredit voran.
Der operative Gewinn der Commerzbank erhöhte sich zwischen Januar und September auf 4,037 Milliarden Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 3,442 Milliarden Euro gewesen. Der Nettogewinn nach Steuern und Minderheiten stieg sogar um 41 Prozent auf 2,669 Milliarden Euro. Auch im dritten Quartal entwickelte sich das Geschäft positiv. Von Juli bis September erwirtschaftete die Bank einen Nettogewinn von 859 Millionen Euro, nach 591 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Das operative Quartalsergebnis verbesserte sich um 25 Prozent auf 1,312 Milliarden Euro.
Die Erträge des Konzerns erhöhten sich in den ersten neun Monaten um acht Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Besonders das Wertpapiergeschäft trug zur Entwicklung bei. Der Provisionsüberschuss stieg um rund acht Prozent auf 3,2 Milliarden Euro, während der Zinsüberschuss mit 6,2 Milliarden Euro ebenfalls leicht über dem Vorjahresniveau lag. Gleichzeitig profitierte das Institut von geringeren Rückstellungen für Rechtsrisiken bei seiner polnischen Tochtergesellschaft mBank. Beim Vergleich des Nettogewinns wirkten sich zudem Restrukturierungsaufwendungen aus, die das Vorjahresergebnis belastet hatten.
Besonders erfolgreich entwickelte sich das Geschäft mit Privat- und Unternehmerkunden in Deutschland. Dessen operatives Ergebnis stieg im dritten Quartal um 77 Prozent auf 485 Millionen Euro. Neben höheren Einnahmen aus dem Einlagengeschäft spielte die gestiegene Nachfrage nach Wertpapieranlagen eine wichtige Rolle.
Auch die polnische mBank verbesserte ihr operatives Quartalsergebnis um 25 Prozent auf 366 Millionen Euro. Im Firmenkundengeschäft fiel der Zuwachs dagegen geringer aus. Hier erhöhte sich das operative Ergebnis lediglich um zwei Prozent auf 539 Millionen Euro.
Die Kosten blieben im dritten Quartal mit rund 1,68 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Das Verhältnis von Kosten zu Erträgen verbesserte sich auf 52 Prozent einschließlich Pflichtbeiträgen. Die harte Kernkapitalquote, eine wichtige Kennzahl für die finanzielle Widerstandsfähigkeit einer Bank, lag Ende September bei 14,2 Prozent.
Die guten Geschäftszahlen fallen in eine entscheidende Phase für die Zukunft der Commerzbank. Die italienische Großbank UniCredit hat sich über ihr Übernahmeangebot Zugriff auf rund 48 Prozent der Commerzbank-Anteile gesichert. Am 15. Oktober erhielt UniCredit die Genehmigung der Europäischen Zentralbank, ihre Beteiligung über die Schwelle von 30 Prozent hinaus zu erhöhen. Weitere regulatorische Freigaben stehen allerdings noch aus.
UniCredit rechnet damit, den Übernahmeprozess gegen Ende 2026 oder Anfang 2027 abschließen und mit ungefähr der Hälfte der Stimmrechte die Kontrolle über die Commerzbank übernehmen zu können. Die Europäische Kommission prüft die Transaktion ebenfalls. Für die wettbewerbsrechtliche Vorprüfung war zuletzt der 16. November als Entscheidungsfrist vorgesehen.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hatte sich lange gegen eine Übernahme ausgesprochen. In der aktuellen Mitteilung betonte sie jedoch die Möglichkeit, gemeinsam mit UniCredit wirtschaftlichen Mehrwert zu schaffen. Der deutsche Staat hält weiterhin eine Beteiligung von rund 13,3 Prozent an der Commerzbank. Damit besitzt die Entwicklung auch eine wirtschaftspolitische Bedeutung. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Zukunft des Standorts Frankfurt, Arbeitsplätze und die Finanzierung deutscher Unternehmen.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Commerzbank weiterhin einen Nettogewinn von mindestens 3,4 Milliarden Euro. Die gesamten Erträge sollen rund 13,2 Milliarden Euro erreichen. Allerdings korrigierte die Bank ihre Prognose für den Zinsüberschuss leicht nach unten. Statt bislang 8,6 Milliarden Euro erwartet sie nun rund 8,5 Milliarden Euro. Als Grund nannte das Institut den zunehmenden Wettbewerb um Kundeneinlagen.
Für das Gesamtjahr plant die Commerzbank außerdem eine Kapitalrückgabe von rund 3,2 Milliarden Euro an ihre Aktionäre. Diese soll durch Aktienrückkäufe und Dividenden erfolgen. Bei einem Anfang September gestarteten Rückkaufprogramm über bis zu 1,2 Milliarden Euro waren nach Unternehmensangaben bereits rund 70 Prozent des vorgesehenen Volumens umgesetzt.
Die bestätigten Gewinnziele stärken die wirtschaftliche Ausgangslage der Commerzbank. Ob und wann UniCredit die Kontrolle tatsächlich übernehmen kann, hängt weiterhin von den noch ausstehenden Genehmigungen und dem Abschluss des Übernahmeverfahrens ab.
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