Merz stellt sich UniCredit-Übernahme der Commerzbank nicht entgegen

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Bundeskanzler Friedrich Merz hat die politische Haltung zur möglichen Übernahme der Commerzbank durch UniCredit präzisiert. Die Bundesregierung werde den Zusammenschluss nicht verhindern, lehne das Vorgehen der italienischen Großbank aber weiterhin ab.

Bundesregierung will Übernahme nicht politisch stoppen

Merz erklärte am 15. Juli 2026 vor Journalisten in Berlin, die Bundesregierung blockiere weder eine Fusion noch eine Übernahme der Commerzbank. Sie habe dies nach seinen Worten auch bislang nicht versucht.

Damit trennt der Bundeskanzler erstmals deutlich zwischen der politischen Kritik an UniCredit und der eigentlichen Eigentümerentscheidung. Berlin missbilligt weiterhin die Art, in der die italienische Bank ihren Einfluss auf die Commerzbank ausgebaut und das Übernahmeangebot vorangetrieben hat. Über die künftige Eigentümerstruktur hätten in einer Marktwirtschaft jedoch die Aktionäre zu entscheiden, nicht die Politik.

Merz äußerte zugleich Sorge um die künftige Rolle der Commerzbank bei der Finanzierung mittelständischer Unternehmen. Die Bundesregierung wolle verhindern, dass diese Funktion durch einen Zusammenschluss geschwächt werde. Konkrete Bedingungen oder neue politische Maßnahmen nannte der Kanzler nicht.

Bund behält seine Commerzbank-Aktien

Die neue Aussage bedeutet nicht, dass der Bund seine Beteiligung an der Commerzbank verkauft. Der deutsche Staat hält weiterhin rund zwölf Prozent der Aktien und hatte das Übernahmeangebot von UniCredit für seine eigenen Anteile abgelehnt. Er bleibt damit nach UniCredit der zweitgrößte Aktionär.

UniCredit hatte am 8. Juli eine rechnerische Gesamtposition von 47,59 Prozent des Commerzbank-Grundkapitals gemeldet. Darin enthalten sind 26,77 Prozent direkt gehaltene Aktien, Finanzinstrumente über weitere 3,22 Prozent sowie 17,60 Prozent der Aktien, die im Rahmen des Übernahmeangebots angedient wurden. Der Vollzug der angedienten Aktien steht jedoch weiterhin unter regulatorischen Bedingungen.

Die Äußerung von Merz verändert diese Beteiligungszahlen nicht. Sie ist vor allem ein politisches Signal: Der Bund bleibt Aktionär und kritisiert das Vorgehen von UniCredit, will eine Übernahme aber nicht grundsätzlich mit politischen Mitteln verhindern.

BaFin und EZB bleiben für die Verfahren zuständig

Die politische Haltung der Bundesregierung ersetzt keine aufsichtsrechtlichen Entscheidungen. Die BaFin überwacht im Übernahmeverfahren die Einhaltung des deutschen Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes. Ihre Prüfung der Angebotsunterlage ist von der bankaufsichtlichen Bewertung einer Beteiligung zu unterscheiden.

Für den Erwerb oder die Erhöhung einer bedeutenden Beteiligung an einer Bank ist die Europäische Zentralbank zuständig. Eine solche qualifizierte Beteiligung liegt grundsätzlich ab zehn Prozent des Kapitals oder der Stimmrechte vor. Weitere Prüfungen werden beim Überschreiten von Schwellen wie 20, 30 oder 50 Prozent erforderlich. Die EZB arbeitet dabei mit den nationalen Aufsichtsbehörden zusammen und bewertet unter anderem die finanzielle Solidität des Erwerbers sowie die Auswirkungen auf Kapital, Führung und Risikomanagement der Bank.

Merz hat somit keine regulatorische Freigabe erteilt. Seine Aussage zeigt lediglich, dass die Bundesregierung den möglichen Eigentümerwechsel trotz ihrer politischen Ablehnung nicht grundsätzlich blockieren will.

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