Continental steigert Reifenrendite und erhöht Jahresprognose für 2026

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Reifenhersteller Continental hat nach einem profitablen dritten Quartal seine Jahresprognose für 2026 angehoben. Obwohl der Umsatz zurückging, konnte das Unternehmen sein operatives Ergebnis steigern. Vor allem das Geschäft mit größeren und leistungsfähigeren Reifen entwickelte sich positiv. Gleichzeitig warnt der Konzern vor steigenden Rohstoffkosten, die das Ergebnis im Schlussquartal stärker belasten dürften. An der Börse wurden die am Mittwoch, 4. November 2026, veröffentlichten Geschäftszahlen mit deutlichen Kursgewinnen aufgenommen.

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Continental steigert operativen Gewinn um fast sieben Prozent

Im dritten Quartal 2026 erzielte Continental mit seinen fortgeführten Aktivitäten einen Umsatz von rund 3,5 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 3,9 Milliarden Euro gewesen. Der Rückgang hängt wesentlich mit dem Verkauf des Geschäftsfelds Original Equipment Solutions (OESL) Anfang Februar zusammen. Bereinigt um Wechselkurseffekte und Veränderungen des Konsolidierungskreises verringerte sich der Umsatz um 1,5 Prozent.

Trotz des geringeren Geschäftsvolumens verbesserte Continental seine Profitabilität. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erreichte 514 Millionen Euro. Gegenüber den 482 Millionen Euro des Vorjahresquartals entspricht dies einem Anstieg um 6,7 Prozent.

Die bereinigte operative Marge erhöhte sich von 13,9 auf 14,9 Prozent. Damit erzielte das Unternehmen einen größeren operativen Gewinn je Euro Umsatz als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

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Auch das Nettoergebnis entwickelte sich positiv. Einschließlich der fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten stand ein Gewinn von 349 Millionen Euro zu Buche. Im dritten Quartal 2025 hatte Continental noch einen Verlust von 756 Millionen Euro ausgewiesen. Damals hatten Sondereffekte im Zusammenhang mit der Abspaltung des Automobilzuliefergeschäfts Aumovio und dem bevorstehenden OESL-Verkauf das Ergebnis belastet.

Europa bleibt wichtigster Gewinnbringer im Reifengeschäft

Besonders erfolgreich verlief das dritte Quartal für Continental in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. In dieser als EMEA bezeichneten Region erwirtschaftete das Reifengeschäft einen Umsatz von rund 1,9 Milliarden Euro. Die bereinigte operative Marge stieg von 17,7 auf 18,7 Prozent.

Zu dieser Entwicklung trugen nach Unternehmensangaben insbesondere größere Hochleistungsreifen, das Winterreifengeschäft und Reifen für Lastkraftwagen bei. Europa bleibt damit eine zentrale Säule der Ertragskraft.

In Nord- und Südamerika fiel die Entwicklung schwächer aus. Dort verringerte sich der Umsatz um fünf Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro. Schwache Ersatzreifenmärkte belasteten das Geschäft. Die operative Marge verbesserte sich dennoch leicht von 8,5 auf 8,7 Prozent. Continental profitierte unter anderem von einem höheren Anteil leistungsfähiger Reifen und geringeren Zollbelastungen.

Im asiatisch-pazifischen Raum stieg der Umsatz dagegen um 4,7 Prozent auf 476 Millionen Euro. Die bereinigte Marge erreichte 18,6 Prozent nach 19,0 Prozent im Vorjahr. Besonders das Geschäft mit Automobilherstellern unterstützte das Umsatzwachstum.

Größere Reifen werden für Continental immer wichtiger

Continentals Reifengeschäft profitiert zunehmend von der Nachfrage nach sogenannten Ultra-High-Performance-Reifen. Dazu zählt der Konzern Reifen mit einem Durchmesser von mindestens 18 Zoll. Sie werden unter anderem bei größeren Fahrzeugen, leistungsstarken Modellen und Elektroautos eingesetzt.

Das Segment hat inzwischen erhebliches wirtschaftliches Gewicht. Nach Unternehmensangaben entfielen 2025 weltweit bereits 62 Prozent des Pkw-Reifenumsatzes der Marke Continental auf diese Produktgruppe. Im Jahr 2020 hatte der Anteil noch bei 49 Prozent gelegen.

Continental will sein Angebot deshalb weiter ausbauen. Bis Ende 2027 sollen mehr als 650 zusätzliche Reifendimensionen für Automobilhersteller und den Ersatzmarkt hinzukommen.

Der Ausbau ist Teil der strategischen Konzentration auf Reifen. Nach der Ausgliederung des Automobilzuliefergeschäfts und den weiteren Veränderungen im Konzernportfolio gewinnt die Entwicklung des Reifensegments für den wirtschaftlichen Erfolg von Continental weiter an Bedeutung.

Steigende Rohstoffkosten belasten das Schlussquartal

Trotz der verbesserten Geschäftszahlen steht Continental unter Kostendruck. Vor allem höhere Preise für Rohstoffe stellen den Reifenhersteller vor Herausforderungen.

Für die Produktion werden unter anderem synthetischer Kautschuk und weitere erdölbasierte Materialien benötigt. Veränderungen der Ölpreise wirken sich deshalb auf die Herstellungskosten aus, teilweise mit zeitlicher Verzögerung.

Finanzvorstand Roland Welzbacher erklärte im Zusammenhang mit der Zahlenvorlage, dass die gestiegenen Rohmaterialpreise bereits zunehmend auf die Ergebnisse durchschlügen. Für das vierte Quartal rechne das Unternehmen mit einer noch stärkeren Belastung.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte Welzbacher zudem, Continental kalkuliere für das Gesamtjahr inzwischen mit einem durchschnittlichen Ölpreis von mehr als 90 US-Dollar je Barrel. Im Mai hatte die entsprechende Annahme noch bei 85 Dollar gelegen. Dabei handelt es sich um eine unternehmensinterne Kalkulationsgrundlage und nicht um eine Prognose für den künftigen Ölpreis.

Neben den Rohstoffkosten bleibt auch die internationale Automobilkonjunktur ein Belastungsfaktor. Nach Angaben von Continental ging die weltweite Fahrzeugproduktion im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um etwa 1,6 Prozent zurück. In Nordamerika lag das Minus bei fünf Prozent, in China sechs Prozent. Die schwächere Produktion beeinträchtigt insbesondere das Geschäft mit Reifen für die Erstausrüstung neuer Fahrzeuge.

Continental hebt Gewinnprognose für 2026 deutlich an

Angesichts der verbesserten Rentabilität hat Continental seine finanziellen Ziele für das laufende Geschäftsjahr angehoben.

Für die fortgeführten Aktivitäten erwartet der Konzern nun eine bereinigte EBIT-Marge zwischen 13,4 und 14,0 Prozent. Zuvor hatte die Prognose bei 12,0 bis 13,5 Prozent gelegen.

Auch beim bereinigten Free Cashflow ist das Unternehmen optimistischer geworden. Hier rechnet Continental inzwischen mit 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro statt der zuvor erwarteten 700 Millionen bis 1,1 Milliarden Euro.

Die Umsatzprognose wurde dagegen eingegrenzt. Für 2026 erwartet der Konzern nun Erlöse zwischen 13,5 und 13,9 Milliarden Euro. Bislang hatte die Spanne von 13,2 bis 14,2 Milliarden Euro gereicht.

Der bereinigte Free Cashflow des dritten Quartals fiel allerdings niedriger aus als ein Jahr zuvor. Er sank von 99 auf 31 Millionen Euro. Die angehobene Jahresprognose bedeutet somit nicht, dass sich sämtliche Finanzkennzahlen bereits im dritten Quartal verbessert hätten.

ContiTech entwickelt sich schwächer als erwartet

Während das Reifengeschäft für höhere Gewinnerwartungen sorgt, fällt der Ausblick für den zur Veräußerung vorgesehenen Unternehmensbereich ContiTech zurückhaltender aus.

Continental erwartet für diesen Bereich 2026 inzwischen einen Umsatz zwischen 4,2 und 4,4 Milliarden Euro. Zuvor hatte die obere Grenze bei 4,8 Milliarden Euro gelegen. Die erwartete bereinigte operative Marge wurde von 7,0 bis 8,5 Prozent auf 6,5 bis 7,5 Prozent gesenkt.

ContiTech stellt unter anderem technische Produkte aus Gummi und Kunststoffen für verschiedene Industrien her. Das Unternehmen begründet die schwächere Entwicklung mit einer verhaltenen Nachfrage, einer langsamer als erwartet verlaufenden Markterholung und gestiegenen Rohstoffkosten.

Der geplante Verkauf ist Bestandteil der Neuordnung von Continental. Bereits seit August 2026 wird ContiTech nicht mehr in die Prognose für die fortgeführten Geschäftsaktivitäten einbezogen. Zum Zeitpunkt der Quartalsveröffentlichung war die Veräußerung noch nicht abgeschlossen.

Continental-Aktie legt nach Quartalszahlen deutlich zu

An der Börse sorgten die Geschäftszahlen und die angehobene Prognose am Mittwoch für eine positive Reaktion. Die Continental-Aktie gehörte zeitweise zu den stärkeren Werten im deutschen Leitindex DAX.

Am 4. November 2026 lag der Xetra-Schlusskurs nach Angaben von MarketScreener um 17:38 Uhr bei 70,42 Euro. Das entsprach einem Tagesgewinn von 5,20 Prozent gegenüber dem vorherigen Schlusskurs.

Die operative Entwicklung übertraf zudem die Erwartungen der Analysten. Nach Angaben von Reuters hatte der Marktkonsens für das dritte Quartal ein bereinigtes EBIT von rund 480 Millionen Euro vorgesehen. Tatsächlich erreichte Continental 514 Millionen Euro.

Die Kursreaktion spiegelte damit die positive Aufnahme der Geschäftszahlen und der höheren Gewinnerwartungen wider. Die Entwicklung des Aktienkurses über den Veröffentlichungstag hinaus lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.

Höhere Profitabilität trotz schwieriger Automärkte

Für Continental bleibt die weitere Entwicklung der internationalen Reifenmärkte entscheidend. Das Unternehmen setzt auf einen steigenden Anteil hochwertiger Reifen, um seine Rentabilität auch bei schwacher Nachfrage in einzelnen Regionen zu sichern.

Besonders Europa liefert derzeit hohe operative Margen. In Amerika besteht dagegen weiterhin Verbesserungsbedarf. Asien bleibt ein wichtiger Markt für die Zusammenarbeit mit etablierten und neuen Automobilherstellern.

Die neue Jahresprognose zeigt, dass Continental trotz der schwierigen Rahmenbedingungen mit einer höheren Profitabilität rechnet als bislang angenommen. Gleichzeitig verdeutlichen die steigenden Materialkosten, die schwache Automobilproduktion und die gesenkten Erwartungen für ContiTech, dass nicht alle Geschäftsbereiche gleichermaßen von der positiven Entwicklung profitieren.

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