
Dacia stellt am Dienstag, 8. September 2026, die zweite Generation seines Elektro-Kleinwagens Spring vor. Das Modell wird vollständig neu entwickelt und künftig im Renault-Werk Novo Mesto in Slowenien gebaut. Für die zweite Generation wechselt die Produktion damit von China nach Europa. Für Dacia ist der Schritt mehr als eine Modellpflege: Der neue Dacia Spring soll die Rolle als besonders preisgünstiges Elektroauto in Europa verteidigen, während das Angebot kleiner Stromer deutlich wächst.
Technisch basiert der neue Spring auf der neuen kleinen Elektroplattform der Renault Group. Nach Herstellerangaben ist das Auto 18 Zentimeter breiter als der Vorgänger und bietet dadurch mehr Platz im Innenraum. Der Elektromotor leistet 60 kW beziehungsweise 80 PS und stellt 175 Newtonmeter Drehmoment bereit. Dacia nennt für den Sprint von 0 auf 100 km/h 12,1 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h.
Die nutzbare Kapazität der LFP-Batterie liegt nach Herstellerangaben bei 27,5 kWh. Dacia gibt eine kombinierte WLTP-Reichweite von bis zu 250 Kilometern an. Serienmäßig ist ein 6,6-kW-Wechselstromlader vorgesehen. Ein Schnellladepaket soll zusätzlich 11 kW Wechselstrom und bis zu 50 kW Gleichstrom ermöglichen. Für eine Ladung von 15 auf 80 Prozent nennt der Hersteller an einer geeigneten Gleichstromsäule 28 Minuten. Reichweite und Ladezeiten sind Herstellerwerte und können im Alltag abweichen.
Zur Ausstattung gehören laut Dacia in allen Versionen ein digitales 7-Zoll-Instrumentendisplay und Parksensoren hinten. Die höher positionierte Ausstattung Journey erhält unter anderem einen 10,1-Zoll-Touchscreen, Smartphone-Integration, vernetzte Navigation und eine Rückfahrkamera. Dacia plant nach Angaben von Reuters zwei Ausstattungslinien und vier Außenfarben.
Der Wechsel des Produktionsstandorts ist für die Marktposition des Spring besonders wichtig. Die bisherige Generation wird in China gebaut. In Frankreich, dem größten Markt der Marke, fällt der Spring deshalb aus einem staatlichen Förderprogramm für einkommensschwächere Käufer heraus, das chinesisch produzierte Elektroautos nicht berücksichtigt. Zudem unterliegen in China gebaute Elektroautos bei der Einfuhr in die EU zusätzlichen Zöllen.
Die zweite Generation entsteht dagegen in Novo Mesto in Slowenien. Dort nutzt sie eine technische Basis, die auch für weitere kleine Elektroautos des Renault-Konzerns vorgesehen ist. Dacia verbindet damit die Produktneuheit mit einer Verlagerung der Wertschöpfung nach Europa. Die ersten Auslieferungen sollen nach Reuters-Angaben Anfang 2027 beginnen.
Beim Preis verfolgt Dacia weiter eine Positionierung deutlich unter vielen größeren Elektroautos. Reuters nennt für die neue Generation einen angekündigten Einstiegspreis von 17.900 Euro. Ein deutscher Listenpreis für die zweite Generation war am Dienstag auf der deutschen Dacia-Seite zunächst noch nicht veröffentlicht.
Für das aktuell bestellbare Modell zeigt die deutsche Herstellerseite derzeit nur die Ausstattung Extreme mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 19.700 Euro zuzüglich Überführung. Ende 2025 hatte Dacia das Modelljahr 2026 noch mit einem Einstiegspreis von 16.900 Euro angekündigt. Die günstigere Ausstattung Essential ist auf der aktuellen deutschen Modellseite jedoch nicht mehr verfügbar. Ein zeitweise angebotener Dacia-Elektrobonus war laut den veröffentlichten Bedingungen bis zum 31. August 2026 befristet.
Noch vor dem Generationswechsel hatte Dacia den bisherigen Spring für das Modelljahr 2026 technisch deutlich überarbeitet. Die früheren Motoren mit 45 und 65 PS wurden durch Varianten mit 70 und 100 PS ersetzt. Gleichzeitig wechselte Dacia auf eine LFP-Batterie mit 24,3 kWh Kapazität.
Für diese Version nennt der Hersteller bis zu 225 Kilometer Reichweite im kombinierten WLTP-Zyklus. Der offizielle kombinierte Stromverbrauch liegt je nach Motorisierung bei 12,7 beziehungsweise 12,4 kWh pro 100 Kilometer. Optional ist eine Gleichstrom-Ladeleistung von bis zu 40 kW vorgesehen. Mit der nun vorgestellten zweiten Generation folgt damit bereits der nächste größere Schritt.
Auch die aktuellen Zulassungszahlen geben dem Modell neues Gewicht. Nach aufbereiteten Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes kamen im August 2026 in Deutschland 1.418 Dacia Spring neu auf die Straße. Damit war der Spring in diesem Monat das zulassungsstärkste Modell im KBA-Segment Minis. Im gesamten deutschen Markt für batterieelektrische Pkw lag er im August auf Rang 16.
Von Januar bis August 2026 summieren sich die monatlichen KBA-Werte auf 5.752 Neuzulassungen. Damit lag der Spring bereits nach acht Monaten über den 5.316 Neuzulassungen des gesamten Jahres 2025. Der Augustwert fiel zudem deutlich höher aus als zu Jahresbeginn, als im Januar 133 und im Februar 111 Fahrzeuge registriert wurden.
Dacia nennt für den Spring seit dem Marktstart 2021 mehr als 210.000 verkaufte Fahrzeuge in über 40 Ländern. Für 2025 meldete der Hersteller weltweit 35.034 Verkäufe, ein Plus von 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Dacia-Angaben war der Spring 2025 das meistverkaufte Elektroauto im europäischen A-Segment über alle Vertriebskanäle.
Gleichzeitig wird das Umfeld anspruchsvoller. In der Europäischen Union erreichten reine Elektroautos im ersten Halbjahr 2026 nach Angaben des Herstellerverbands ACEA einen Marktanteil von 20,7 Prozent. Mit dem wachsenden Markt steigt auch die Zahl kleiner und vergleichsweise günstiger Modelle. Für den Spring wird deshalb nicht nur der Preis entscheidend sein, sondern auch, wie sich Reichweite, Ladeleistung, Ausstattung und europäische Fertigung im direkten Vergleich mit neuen Konkurrenten behaupten.
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