
Der 1. FC Köln muss seine Offensive nach zwei Verletzungen neu sortieren. Thijs Dallinga und Ragnar Ache haben sich am Samstag, 3. Oktober 2026, im Test gegen Viktoria Köln verletzt. Noch am Abend standen die Diagnosen fest: Bei Dallinga wurde nach Angaben des Bundesligisten eine Verletzung am Kreuzband festgestellt, Ache erlitt eine Muskelverletzung. bundesliga.com veröffentlichte die Nachricht unter Berufung auf den 1. FC Köln. Dallinga werde „für längere Zeit fehlen“, Ache falle „ebenfalls vorerst aus“. Einen konkreten Rückkehrtermin nannte der Verein für keinen der beiden Mittelstürmer.
Damit verliert Köln vorerst seine beiden etatmäßigen Kandidaten für das Sturmzentrum. Der 26 Jahre alte Dallinga ist Niederländer und spielt seit August für den FC. Der 28-jährige Ache gehört bereits seit dem Sommer 2025 zum Kölner Kader. Beide waren in der laufenden Bundesligasaison regelmäßig zum Einsatz gekommen.
Der von Sport Bild am Samstagabend gemeldete Kreuzbandriss betrifft tatsächlich Thijs Dallinga. Das Medium schrieb um 19.13 Uhr ausdrücklich von einem „Kreuzbandriss“ des Kölner Angreifers. Der Verein selbst formulierte zurückhaltender und bestätigte eine „Verletzung am Kreuzband“. Ob es sich um einen vollständigen Kreuzbandriss handelt und welches Kreuzband genau betroffen ist, ging aus der veröffentlichten Vereinsangabe zunächst nicht hervor. Sport Bild zufolge werde Dallinga lange ausfallen.
WDR berichtete unter Berufung auf den FC, Dallinga werde für Monate fehlen. Eine genaue Zahl von Wochen oder Monaten veröffentlichte der Verein zunächst jedoch nicht. Bei Ache blieb die Dauer noch offener. Bestätigt ist lediglich die Muskelverletzung und dass der Angreifer vorerst ausfällt.
Dallinga hatte sich nach einem Zweikampf in der ersten Hälfte des Tests das rechte Knie verdreht und konnte anschließend nicht weiterspielen. Ache kam für ihn in die Partie, griff sich wenig später an den Oberschenkel und blieb nach der Pause ebenfalls draußen. Beide Spieler wurden noch während der Begegnung zu weiteren Untersuchungen in die MediaPark Klinik gebracht.
Trainer René Wagner hatte unmittelbar nach der Partie die Tragweite eines möglichen Doppelausfalls beschrieben: „Es wäre super bitter, wenn beide ausfallen. Gerade, wenn zwei Spieler auf derselben Position ausfallen, ist das immer schwer.“ Zu diesem Zeitpunkt lagen die abschließenden Untersuchungsergebnisse noch nicht vor.
Dallinga war erst am 17. August 2026 vom italienischen Erstligisten FC Bologna nach Köln gewechselt. Der FC lieh den Mittelstürmer für eine Saison aus. Nach Angaben des WDR verfügt Köln anschließend über eine Kaufoption. Eine offizielle Höhe dieser Option wurde nicht genannt. Express berichtete von einer Kaufoption über mehr als zehn Millionen Euro. Diese Summe ist bislang nicht vom Verein bestätigt.
Geschäftsführer Thomas Kessler hatte bei der Verpflichtung besonders das Profil des Stürmers hervorgehoben. Dallinga erweitere mit seiner Erfahrung „unsere Möglichkeiten im Angriff“, erklärte Kessler damals. Der Niederländer hatte zuvor für Bologna gespielt und dort in zwei Spielzeiten nach WDR-Angaben 80 Pflichtspiele absolviert, zwölf Tore erzielt und acht Treffer vorbereitet. In der Serie-A-Saison 2025/26 kam er laut kicker auf 21 Einsätze und zwei Tore, in der Europa League auf elf Partien und drei Treffer.
In Köln fand Dallinga schnell sportlich Anschluss. In seinen bislang drei Bundesliga-Einsätzen der Saison 2026/27 erzielte er zwei Tore. Beide Treffer gelangen ihm bei seinem Ligadebüt für den FC gegen die TSG Hoffenheim. Damit hatte er sich unmittelbar als ernsthafte Alternative für die zentrale Angriffsposition etabliert.
Ragnar Ache wechselte im Sommer 2025 vom 1. FC Kaiserslautern nach Köln und unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2029. Der Verein veröffentlichte damals keine Ablösesumme. Nach Informationen des kicker verfügte Ache in Kaiserslautern über eine Ausstiegsklausel zwischen vier und fünf Millionen Euro.
Kessler bezeichnete die Besetzung der Sturmposition bei Aches Verpflichtung als „ein zentrales Ziel“ der damaligen Kaderplanung. Der Angreifer kam mit der Empfehlung von 18 Toren in 30 Zweitliga-Partien der Saison 2024/25 aus Kaiserslautern. In seiner ersten Bundesligasaison für Köln folgten laut kicker 29 Ligaspiele und sieben Treffer. Seine Spielzeit endete im April 2026 vorzeitig wegen einer Muskelverletzung.
In der laufenden Saison steht Ache bislang bei vier Bundesliga-Einsätzen und einem Tor. Damit hatten sich Dallinga und Ache die Rolle im Sturmzentrum in den ersten Saisonwochen geteilt.
Für René Wagner bleiben mehrere Möglichkeiten, die Position vorübergehend anders zu besetzen. Zum Profikader gehören mit Marius Bülter und Imad Rondic zwei weitere Spieler, die der Verein offiziell als Stürmer führt. Bülter ist 33 Jahre alt und wurde in dieser Saison bereits in fünf Bundesligapartien eingesetzt. Rondic ist 27 und wurde Anfang September wieder vollständig in das Mannschaftstraining integriert, nachdem er zuvor individuell gearbeitet hatte.
Gerade Rondics Situation bekommt durch die Verletzungen eine neue Bedeutung. Der bosnisch-herzegowinische Angreifer war im Sommer zunächst nicht für die reguläre Trainingsgruppe vorgesehen. Nach Ende der Transferperiode nahm der FC diese Entscheidung zurück. Kessler begründete die Wiedereingliederung mit Rondics Leistungen, Einsatz und positiver Haltung im individuellen Training. Sein Vertrag in Köln läuft bis 2029.
Auch Bülter kann im Zentrum spielen. Beim Test gegen Viktoria erzielte er den Treffer zum 2:2. Express nennt darüber hinaus Jan Thielmann als mögliche Variante für die Sturmspitze. Diese Rolle ist für den 24-Jährigen nicht völlig neu: Der FC setzte ihn bereits in früheren Spielzeiten als Mittelstürmer ein. Thielmann selbst hatte 2024 erklärt, dass ihm die Position aus der Jugend und aus früheren Profi-Einsätzen vertraut sei. Im aktuellen Kader wird er allerdings als Mittelfeldspieler geführt.
Darüber hinaus stehen Wagner mit Luca Waldschmidt und Malek El Mala weitere nominelle Angreifer zur Verfügung, während Said El Mala, Linton Maina, Mikey Moore und Reigan Heskey vor allem zusätzliche Optionen für die offensiven Positionen hinter oder neben einer zentralen Spitze darstellen. Die Kaderliste des Vereins führt Dallinga, Ache, Rondic, Bülter, Waldschmidt und Malek El Mala in der Kategorie Sturm.
Der doppelte Ausfall verändert damit die Ausgangslage im Kölner Angriff deutlich. Bei Ache hängt die weitere Planung davon ab, wie lange ihn die Muskelverletzung außer Gefecht setzt. Bei Dallinga steht bereits fest, dass der FC wesentlich länger ohne den ausgeliehenen Bologna-Stürmer planen muss. Die weitergehende Diagnose Kreuzbandriss stammt bislang von Sport Bild. Offiziell bestätigt ist eine Verletzung am Kreuzband und eine längere Zwangspause.
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