DAX schließt mit Gewinnen, während die Ölpreise deutlich fallen

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Montag, 2. November 2026, von den Verlusten zum Ende der vergangenen Woche erholt. Der DAX schloss an der Frankfurter Börse im Plus, während die internationalen Ölpreise zeitweise um mehr als sechs Prozent nachgaben. Auslöser waren neue diplomatische Signale im Konflikt zwischen dem Iran und den USA. Die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten sorgte für Bewegung an den Finanzmärkten. Eine Einigung zwischen den Konfliktparteien war allerdings noch nicht erreicht.

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DAX beendet den Handel bei 25.981 Punkten

Der deutsche Leitindex DAX legte zum Wochenauftakt um rund 0,6 Prozent zu und beendete den Xetra-Handel bei 25.981,09 Punkten. Das geht aus der Schlussbilanz von n-tv vom Montag um 17.37 Uhr hervor. Am Freitag hatte der Index noch 0,85 Prozent verloren und bei 25.818,21 Punkten geschlossen. Damit konnte der DAX einen Teil seiner jüngsten Verluste wieder ausgleichen.

Die Entwicklung an der Frankfurter Börse verlief zunächst zurückhaltend. Zum Handelsbeginn hatte der DAX zeitweise nachgegeben. Im weiteren Tagesverlauf stabilisierten sich die Kurse, bevor sie am Nachmittag deutlicher anzogen. Der niedrigere Ölpreis wirkte sich dabei positiv auf die Stimmung aus.

Auch andere europäische Aktienmärkte profitierten von der Entspannung an den Energiemärkten. Der EuroStoxx 50, der wichtige Unternehmen aus dem Euroraum abbildet, legte zum Handelsschluss um etwa 0,8 Prozent auf rund 6.181 Punkte zu. Die Kursgewinne erfolgten trotz der schwachen Vorgaben amerikanischer Technologiewerte vom Freitag.

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Unter den deutschen Einzelwerten waren unter anderem Aktien des Gesundheitskonzerns Fresenius gefragt. Das Unternehmen hatte eine Entwicklungsvereinbarung mit dem chinesischen Biotechnologieunternehmen WuXi Biologics bekannt gegeben. Auch Technologiewerte wie Infineon erholten sich von ihren vorherigen Verlusten.

Ölpreise für Brent und WTI brechen um rund sechs Prozent ein

Noch deutlicher als die Aktienmärkte reagierte der internationale Ölhandel auf die Nachrichten aus dem Nahen Osten. Sowohl die europäische Referenzsorte Brent als auch das amerikanische Rohöl West Texas Intermediate (WTI) verloren am Montag erheblich an Wert.

Nach Kursdaten der Nachrichtenagentur Reuters vom 2. November, 14.57 Uhr deutscher Zeit, verbilligte sich Brent um 6,0 Prozent auf 106,65 US-Dollar je Barrel. Die amerikanische Rohölsorte WTI kostete zum selben Zeitpunkt 97,75 Dollar und lag damit 6,1 Prozent unter ihrem vorherigen Abrechnungspreis. Eine Einheit entspricht rund 159 Litern.

Im Tagesverlauf fielen die Preise zeitweise noch weiter. Brent erreichte laut Reuters vorübergehend 105,86 Dollar, während WTI bis auf 97,12 Dollar sank. Bei diesen Angaben handelt es sich um Zwischenstände des laufenden Rohstoffhandels und nicht um endgültige Tagesabrechnungspreise.

Der deutliche Rückgang folgte auf einen Monat mit steigenden Ölpreisen. Ende Oktober hatte Brent den höchsten Stand seit etwa sechs Monaten erreicht. Hintergrund waren Befürchtungen, dass die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten erneut eskalieren und die Energieversorgung weiter beeinträchtigen könnten.

Iran signalisiert Bereitschaft zu weiteren Verhandlungen

Im Mittelpunkt der Entwicklung stehen diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran. Iranische Vertreter hatten in Katar mehrere Tage lang Gespräche mit Vermittlern geführt. Dabei wurde nach Angaben eines mit den Verhandlungen vertrauten Regierungsvertreters ein Entwurf für eine mögliche Vereinbarung ausgetauscht. Auch ein weiteres Treffen wurde erörtert.

Der iranische Präsident Masoud Peseschkian erklärte am Montag nach Angaben staatlicher Medien, dass das oberste religiöse und politische Staatsoberhaupt, Ajatollah Modschtaba Chamenei, der Regierung bestimmte Befugnisse für Friedensgespräche eingeräumt habe. Teheran wolle versuchen, die bestehenden Probleme durch Dialog zu lösen. Welche konkreten Handlungsmöglichkeiten die Regierung dadurch erhält, wurde zunächst nicht näher erläutert.

Zudem stellte der Iran einen Vorschlag vor, nach dem die strategisch wichtige Straße von Hormus innerhalb von zwei Tagen wieder für den Schiffsverkehr geöffnet werden könnte. Voraussetzung wäre allerdings, dass Washington mehrere iranische Forderungen erfüllt. Dazu gehört unter anderem die Aufhebung der amerikanischen Blockade iranischer Häfen.

Eine Zustimmung der US-Regierung zu diesem Vorschlag lag zunächst nicht vor. Auch direkte Verhandlungen zwischen amerikanischen und iranischen Regierungsvertretern waren nicht bestätigt. Die diplomatischen Kontakte liefen weiterhin über Vermittler.

Straße von Hormus bleibt entscheidend für die Energieversorgung

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und gehört zu den bedeutendsten Transportwegen für Erdöl weltweit. Ein erheblicher Teil der Ölversorgung aus den Golfstaaten wird über diese Meerenge abgewickelt.

Seit Beginn des Krieges Ende Februar 2026 ist die Schifffahrt dort erheblich beeinträchtigt. Angriffe auf Handelsschiffe und Risiken für die Transportwege haben die Energieversorgung belastet. Gleichzeitig haben die Einschränkungen dazu beigetragen, dass weltweit größere Mengen aus bestehenden Ölvorräten entnommen werden mussten.

Nach Angaben des Vorstandschefs des staatlichen Energiekonzerns ADNOC aus Abu Dhabi wurden seit Beginn der kriegsbedingten Unterbrechungen weltweit nahezu eine Milliarde Barrel aus Lagerbeständen verbraucht. Diese Einschätzung verdeutlicht, welche wirtschaftliche Bedeutung die anhaltenden Einschränkungen für die Energiemärkte haben.

Eine dauerhafte Entspannung könnte die Kosten für Energieimporte und Transporte verringern. Davon würden insbesondere Unternehmen profitieren, bei denen Treibstoff und Energie einen hohen Anteil an den Betriebskosten ausmachen. Allerdings führt ein sinkender Rohölpreis nicht automatisch zu unmittelbar niedrigeren Verbraucherpreisen. Dafür spielen unter anderem Steuern, Verarbeitungskosten, Wechselkurse und bestehende Lieferverträge eine Rolle.

OPEC+ hält an bisherigen Förderzielen fest

Neben den diplomatischen Entwicklungen beschäftigte die Ölproduzenten am Wochenende auch die künftige Förderpolitik. Sieben Staaten der erweiterten Fördergemeinschaft OPEC+ beschlossen am Sonntag, 1. November, ihre bisherigen Produktionsziele für Dezember beizubehalten.

An der Entscheidung waren Saudi-Arabien, Russland, Irak, Kuwait, Kasachstan, Algerien und Oman beteiligt. Die Staaten verständigten sich darauf, ihre für September festgelegten Produktionsvorgaben auch im Dezember gelten zu lassen. Eine zusätzliche Erhöhung der Förderziele wurde damit nicht beschlossen. Das nächste Treffen ist für den 29. November vorgesehen.

Die vereinbarten Fördermengen entsprechen allerdings nicht zwangsläufig den tatsächlich exportierten Ölmengen. Insbesondere im Nahen Osten können Einschränkungen bei Transportwegen und Infrastruktur verhindern, dass verfügbare Produktionskapazitäten vollständig genutzt werden.

US-Zwischenwahlen sorgen für zusätzliche Unsicherheit

Die internationalen Finanzmärkte richten ihren Blick zugleich auf die amerikanischen Zwischenwahlen am Dienstag, 3. November. Die politische Entwicklung in Washington könnte auch Einfluss auf den weiteren Umgang der US-Regierung mit dem Iran haben.

US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt sowohl diplomatische Bemühungen als auch die Möglichkeit weiterer militärischer Maßnahmen thematisiert. Ob die Gespräche zu einer Vereinbarung führen können, blieb zunächst offen.

Für die Börsen ergibt sich daraus eine widersprüchliche Ausgangslage. Einerseits können sinkende Energiepreise die wirtschaftlichen Belastungen für Unternehmen und Verbraucher begrenzen. Andererseits bestehen weiterhin Risiken für den internationalen Handel und die Versorgung mit Rohöl.

Der Montag machte deutlich, wie eng die Entwicklungen auf den Aktienmärkten inzwischen mit der Lage im Nahen Osten verbunden sind. Während der DAX seine Verluste vom Freitag teilweise ausgleichen konnte, reagierten Brent und WTI mit einem erheblichen Preisrückgang auf die neuen diplomatischen Signale.

Ob daraus eine länger anhaltende Entspannung entsteht, hängt insbesondere davon ab, ob sich die Konfliktparteien auf verbindliche Vereinbarungen verständigen und die Einschränkungen auf den internationalen Energietransportwegen tatsächlich zurückgehen.

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